PID – Perspektiven im Diskurs
Das Projekt themenzentrierter aktiver Medienarbeit „PID- Perspektiven im Diskurs.
Tschechische und deutsche Jugendliche mit Medien aktiv im Diskurs zur
Präimplantationsdiagnostik“ war die Fortsetzung des Vorgängerprojektes
„Informieren - reflektieren - partizipieren. Medien als Mittler und
Mittel Jugendlicher im Diskurs zu ethischen, rechtlichen und sozialen
Fragen der modernen Medizin und Biotechnologie“, welches Schüler zur
aktiven Auseinandersetzung mit dem Thema Gentechnik angeregt hat.
„Perspektiven im Diskurs“ widmete sich einem ähnlich kontroversen
Thema der modernen Lebenswissenschaften der Präimplantations-
diagnostik (PID).
Die Fortschritte in der modernen Biomedizin und Biotechnologie, speziell in der Humangenomforschung und der molekularen Medizin, eröffnen neue Ansatzmöglichkeiten in der medizinischen Diagnostik und Therapie. Gleichzeitig werfen sie – wie im Fall der PID - jedoch auch gewichtige ethische, rechtliche und soziale Fragen auf.
Fragen, an die auch Heranwachsende herangeführt werden sollten, zum einen, weil
sie möglicherweise zukünftig selbst vor Entscheidungen bzgl. einer PID
stehen könnten und nicht zuletzt, weil der Einsatz der PID einen
starken Einfluss auf den Charakter der zukünftigen Gesellschaft haben
könnte.
In diesem transnational angelegten, medienpädagogischen Praxisprojekt
wurden Schülergruppen aus Tschechien und Deutschland mit Hilfe der
aktiven, themenzentrierten Medienarbeit dazu befähigt, sich die
komplexen Sachverhalte der Präimplantationsdiagnostik anzueignen: in
schulischen Praxisprojekten und gemeinsamen Workshops, durch
Expertenvorträge und Onlinediskussionen. Aufbauend auf diesem Wissen
sind sie in der Lage, sich kritisch mit den Fakten auseinanderzusetzen
und eigenen Stndpunkte zum Thema PID auszubilden. Diese präsentierten sie zum Ende des Projektes in selbstgestalteten Filmen der
Öffentlichkeit. Damit konnten sie aktiv zum
gesellschaftlichen Diskurs über die Präimplantationsdiagnostik beitragen und
die kritische Auseinandersetzung mit der Problematik fördern.
Über die gesamte Länge des Projektes arbeiteten deutsche und tschechische
Schüler gemeinsam an ihren Medienprodukten. Tschechien und Deutschland
unterscheiden sich sowohl in der Regelung als auch in der öffentlichen
Diskussion der Präimplantationsdiagnostik deutlich. Während die PID in
Deutschland relativ stark diskutiert wird und durch die Gesetzgebung
verboten ist, existiert in Tschechien bislang keine gesetzliche
Regelung und auch eine öffentliche Debatte ist hier wie auch in anderen
europäischen Ländern kaum zu bemerken. Vor diesem Hintergrund ist es
geboten, nationalstaatliche Grenzen zu überwinden und eine
Verständigung über leitende Werte und gesellschaftliche
Entwicklungsziele auf internationaler Ebene anzustreben - auch im
Hinblick auf eine voranschreitende europäische Integration.
Die Abschlussveranstaltung und Filmpräsentation „Re-Production 2008“ fand
am Freitag, 18.April 2008 im neuen Rathaus in Leipzig statt.
DVD mit den Filmen der Jugendlichen: PID/PGD - Perspektiven im Diskurs/Perspektivy a diskuse
Lebenswert? / hodné života? - 15:52
