Zombieland
29. November 2009 von Charlott
| Film bewerten: | |
Kinostart: 10. Dezember 2009
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Wenn die Welt morgen von Zombies bevölkert wäre, was würde Ihnen am meisten fehlen? Vielleicht die Menschen selbst, ein wenig Gesellschaft ab und an, die nicht darin besteht von Menschen fressenden Untoten gejagt zu werden? Ein ungefährlicher Schlafplatz, der nicht beim ersten Wegnicken zum Schauplatz bestialischer Blutorgien wird? Oder doch etwas so lebensnotwendiges wie Nahrung, Menschen ausgeschlossen? Tallahassee ist ein richtig harter Hund, ein Redneck, für jeden Zombie hat er das passende Tötungswerkzeug bei sich. Der ehemalige Student Columbus (Jesse Eisenberg) dagegen geht zwar uneffizienter, aber bedachter beim Töten der Zombies vor. Nicht umsonst lautet Regel 1 seiner „47 Überlebensregeln für Zombieland“ CARDIO – Halte dich fit. Denn wer waren die ersten, die beim Ausbrechen der Seuche ums Leben kamen? Natürlich, die Dicken, die nicht schnell genug rannten. Auf einer verlassenen Autobahn treffen Draufgänger und Angsthase aufeinander, sich anfänglich noch ziemlich auf die Nerven gehend und immer auf der Suche nach DEM letzten Twinky, denn auch die haben ihr Ablaufdatum. Im Paradies angekommen, Supermarkt in XL-Größe, treffen die beiden auf Wichita (Emma Stone) und Little Rock (Abigail Breslin), zwei abgebrühte Schwestern, die um zu Überleben vor nichts zurück schrecken und selbst Tallahassee in Sachen Kriegsführung, besonders der psychologischen, einiges voraus haben. Vielleicht war es einfach nur Ideenlosigkeit der Drehbuchautoren Rhett Reese und Paul Wernick eine Welt zu erschaffen, deren Entstehung keiner Erklärung bedarf: BSE, Seuche, Zombies, Zombieland. Woraufhin sich Regisseur Ruben Fleischer auf das wesentliche konzentrieren konnte: Wie setzt man das Töten von Zombies in das blutigste Licht. Wahrscheinlicher aber ist, dass das Weglassen einer Erklärung die genialste Idee seit der Erfindung des Splatter-Movies ist. All die kruden Geschichten von blutigen, valentinstäglichen Grubenunglücken, noch immer nicht toten Fischern im Sommer und Angehörige, die sich rächen und rächen und rächen. Natürlich leben solche Filme von ihrer Logikfreiheit, sinnfreien Dialogen und Scream-Queens, die vom Killer gejagt nackt durch die Straßen rennen. Denn einzig und allein der Blutfaktor zählt. Aber warum mal nicht den Zuschauer mit einer blöden Story quälen und sich auf das Beschränken, was eine Horror-Komödie á la DAWN OF THE DEAD ausmacht: Blut, witzige Dialoge und One-Liner, Innereien, bis an die Zähne bewaffnete Helden, noch mehr Blut und Innereien, ein Soundtrack zu dem man in den Film springen und mitmetzeln möchte (zum Beispiel Metallicas „For Whom The Bell Tolls“ oder Metric mit „Gold Gun Girls“), und Charaktere, die nicht nur als Mordobjekt des Films fungieren, sondern erst den Film zu dem machen, was er ist: ein irrwitziges, abgefucktes Horror-Roadmovie mit einem umwerfenden Slapstick-Auftritt von Bill Murray („Do you have any regrets“ – „Garfield maybe“) und vier grandiosen Hauptdarstellern, die trotz des Altersunterschieds (Woody Harrelson, 48, Abigail Breslin, 13) eine blutig-harmonisch Symbiose eingehen. Man kann über Regisseur Ruben Fleischer, der sich mit Musikvideos und Kurzfilmen einen Namen machte, nur staunen. Mit einem Erstlingswerk nicht nur perfekt inszenierte Bilder vorzulegen, sondern auch ein paar der begehrtesten und besten Darsteller Hollywoods an Land zu ziehen, bedarf zwar vieler Beziehungen, aber auch einiges an Talent. Allein der Vorspann ist ein großes Stück Film- und Inszenierungskunst und lohnt den Kinobesuch, wie überhaupt der komplette Film in Dauerschleife gesehen werden sollte und nicht nur Horrorfans begeistern wird.
5/5
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