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Kritik unseres Konzertes vom 05. Juli aus der LVZ (Auszug)

Heimspiel mit Balance

Er steht ihm, dieser melancholische Ton, den das Leipziger Universitätsorchester am Sonntagabend im Gewandhaus anschlägt. Mit Glinka, Kabalevski und Prokowjew wagt es einen Ritt durch die russische Musikgeschichte. Schließlich sorgt Juri Lebedev, geboren in St. Petersburg, dafür, dass die Musiker eine gediegene Interpretation von Prokowjews Sinfonie Nr. 7 cis-moll op. 131 vorlegen. [...]

Das Orchester pendelt die Kontraste gekonnt aus, pendelt im Kopfsatz dynamisch zwischen salbungsvollen Meldodiebögen und herausplatzenden Signaltönen in den Trompeten. Nachdenkliche Stücke liegen dem Orchester, keine Frage. Dagegen wirkt die Ouvertüre "Ruslan und Ludmilla" von Michail Glinka etwas schwachbrüstig. [...] 

Bravo-Rufe gibt es trotzdem schon nach dem ersten Stück, und mit Dmitri  B. Kabalevskys Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 2 c-moll op. 77 bekommt das Orchester definitiv die Kurve. Mit einer eigenwilligen Pizzicato-Passage beginnt Solist Norbert Hilger sein elegantes Spiel. Auch mit der obligatorischen Überraschungszugabe, dem Marsch aus Prokowjews Oper "Die Liebe zu den drei Orangen", halten die Musiker die Balance. Dazu gibts Jongliereinlagen mit Orangen. Lanhanhaltender Applaus, stehende Ovationen, berechtigte Bravo-Rufe.

Maren Winterfeld 

Universit? Leipzig