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Pressemitteilung 090/2009 vom 24.04.2009

Bereich: öffentliche Veranstaltungen, Jubiläum 2009
Sachgebiet: Geschichte, Kunst / Kultur / Kulturwissenschaften, fachübergreifend

Jubiläumsausstellung "Erleuchtung der Welt"

 

Dr. Eva-Maria Stange: "Jubiläumsausstellung unterstreicht besondere Rolle der Universität Leipzig als Motor der modernen Wissenschaften"


"Die Geschichte der Universität Leipzig spiegelt in einer sonst kaum zu entdeckenden Breite und Kontinuität die Entwicklung vom späten Mittelalter bis heute wieder. Mitteldeutschland und insbesondere Leipzig leistete als Standort der ältesten Universität in Sachsen in dieser Zeit einen wichtigen Beitrag zur Herausbildung der modernen Wissenschaften - diese großartige Bedeutung der Leipziger Universität wird in der Jubiläumsausstellung besonders hervorgehoben", sagte heute Sachsens Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange bei der Präsentation des Konzeptes für die Jubiläumsausstellung "Erleuchtung der Welt. Sachsen und der Beginn der modernen Wissenschaften", die vom 9. Juli bis zum 6. Dezember stattfinden soll. Der Freistaat Sachsen unterstütze die Ausstellung mit zwei Millionen Euro.

Mit rund 700 Exponaten auf knapp 1.400 Quadratmetern umreißt die Jubiläumsausstellung die spannungsreiche Geschichte der Alma mater Lipsiensis von den Anfängen bis zur Moderne. Den Schwerpunkt bildet jedoch die Epoche der Aufklärung (spätes 17. und 18. Jahrhundert). "Diese Ausstellung schlägt die Brücke von der Wissenschaft zur Bürgerschaft", so der Rektor der Universität Leipzig, Prof. Dr. Franz Häuser. Es würden nicht nur die Errungenschaften der Aufklärung gezeigt, sondern sich auch mit geschichtlichen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts auseinandergesetzt, die der Aufklärung widerstrebten. Eine Veranstaltungsreihe thematisiert "Die Universität Leipzig im Nationalsozialismus", "Die Universität im Sozialismus" und "Meine Erinnerung an den Herbst *89".

"Die Ausstellung ist in vier große Abschnitte gegliedert: Am Anfang der Ausstellung steht die Gründung der Universität im Jahre 1409 sowie die Geistesströmungen des Spätmittelalters und der Renaissance, vor allem Humanismus und Reformation. Den Schwerpunkt der Ausstellung bildet die Zeit der Aufklärung. Im Hauptteil werden in zwei großen Themenkomplexen der Umbruch in den Geisteswissenschaften und die Neuerungen in Naturwissenschaft und Technik vorgestellt. Der vierte Abschnitt widmet sich dem kulturellen und gesellschaftlichen Umfeld der Universität und ihrer engen Verflechtung mit der Stadt", sagte Prof. Dr. Dr. Detlef Döring von der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats.

Die Entwicklung vieler wissenschaftlicher Disziplinen zum Universitätsfach wird dargestellt, darunter auch die Entstehung gänzlich neuer Universitätsfächer. So ist Leipzig die erste deutsche Hochschule, an der ein Lehrstuhl für Arabistik eingerichtet wurde. Auch in der Herausbildung weiterer Disziplinen wie der Ökonomie, der Montanwissenschaft, der Chemie, der Literatur- und Sprachgeschichte-, sowie der Archäologie ist die Leipziger Hochschule prägend. Leben und Werk großer mit Leipzig verbundener Gelehrter wie Gottfried Wilhelm Leibniz, Samuel von Pufendorf, Christian Thomasius und Christian Wolff werden vorgestellt.

Leipzig war eine Stadt des Bürgertums, welches durch eigene Naturalienkabinette und Sammlungen der bildenden Kunst Einfluss auf das kulturelle Leben der Stadt nahm. Von hoher Anziehung sind die zahlreichen Exponate aus der großen Sammlung der Apothekerfamilie Linck: Tierpräparate, Fossilien, Herbarien und anatomische Modelle.
Reisetagebücher und farbenprächtige Zeichnungen dokumentieren den Aufenthalt in exotischen Gegenden, denn die Zeit der Aufklärung war auch die Zeit der Entdeckungs- und Bildungsreisen. Selbstverständlich findet ebenso das musikalische Leben der Stadt Beachtung, wobei Johann Sebastian Bach im Mittelpunkt steht.

Das vielschichtige Thema Wissenschaftsgeschichte gewinnt durch die Auswahl ansprechender Exponate und deren Präsentation Leben und Anschaulichkeit. Mitmachstationen laden zur interaktiven Beschäftigung vor allem des jungen Publikums mit den Entwicklungen von Technik und Gesellschaft ein. PD Dr. Rudolf Hiller von Gaertringen, Kustos der Kunstsammlung der Universität und Projektleiter der Jubiläumsausstellung, fasste die Botschaft so zusammen: "Die Ausstellung will vermitteln, dass die Grundlagen unserer Zeit in vielerlei Hinsicht auf die Epoche der Aufklärung zurückgehen. Mitteldeutschland und vor allem die Universitätsstadt Leipzig waren ein wichtiger Schauplatz dieser Entwicklung."

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Jubiläumsausstellung "Erleuchtung der Welt"

letzte Änderung: 23.06.2017 

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