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Pressemitteilung 116/2009 vom 13.05.2009

Bereich: Hochschulpolitik, Statements, Jubiläum 2009
Sachgebiet: fachübergreifend

Leipziger Diskurs - Herausforderungen für Universitäten heute und in der Zukunft

 

Prof. Dr. Ulrich Johannes Schneider
Prof. Dr. Ulrich Johannes Schneider

Mit dem "Leipziger Diskurs" haben am Mittwoch Vertreter europäischer Universitäten sowie des Europäischen Studentenrates European Students' Union die Diskussion um die Wirklichkeit von Universitäten heute sowie die Fortentwicklung der hohen Schulen in der Zukunft eröffnet. Der "Leipziger Diskurs" setzte damit zugleich den Schlusspunkt der internationalen Tagung "Wissen und Geist: Universitätskulturen" und gab den Startschuss für zukünftige Diskussionen. Prof. Dr. Ulrich Johannes Schneider von der Universität Leipzig eröffnete als Moderator den Diskurs mit einer kurzen Vorstellung der im Leipziger Papier entwickelten Thesen. "Die Freiheit des Geistes ist der erste Punkt, den die Vorlage betont", sagte Schneider in seinem Eingangsstatement.


Der "Leipziger Diskurs" um die Universitäten heute versammele Argumente für die Auseinandersetzung mit dem Wesen der hohen Schulen und der Problematisierung der Krise, in der sich Universitäten nach häufig geäußerter Meinung befinden. "Argumente, nicht mehr, aber auch nicht weniger", betonte Schneider. Es bestehe einerseits kein Anlass, die Universitäten zu verteufeln, wie es Schopenhauer oder Nietzsche im 19. Jahrhundert getan hätten, gleichfalls lägen keine Gründe vor, sie zu idealisieren. Ein ruhiges Nachdenken über das, was Universität sei, solle durch den "Leipziger Diskurs" begonnen werden.

Dass dieser Ansatz aufgegriffen wurde, bewiesen verschiedene Beiträge von Vertretern der bisher schon am Diskurs beteiligten Universitäten. So unterstrichen der Prorektor für wissenschaftliche Qualifikation der Karls-Universität Prag, Mojmir Horyna, und der Prorektor für Lehre und Studium der Krakauer Universität, Andrzej Stefan Mania, die Bedeutung der Freiheit von Forschung und Lehre sowie die herausragende Rolle der Universitäten für das friedliche Miteinander. "Universitäten stehen für die Kontakte zwischen den Nationen und es kann uns gelingen, eine gemeinsame Sprache zu finden", sagte Mania. Horyna warnte davor, den Begriff der Universität dadurch zu entwerten, dass er auf immer mehr Bildungseinrichtungen angewendet wird. "Universitäre Bildung muss mehr sein als die fachliche Qualifikation für das Arbeitsleben", erklärte er.

Auch der Rektor der Universität von Salamanca, Jose R. Alonso, verwies auf den übergreifenden Charakter der Universitäten. "Die Universität als Hort des Studiums, der Lehre und der Forschung muss auch ein Hort für Gerechtigkeit sein", sagte Alosno. Diese Gerechtigkeit sah Jens Jungblut als Vertreter der Studenten allerdings bisweilen eingeschränkt. In universitären Gremien werde der Einfluss der Studierenden erheblich zurückgedrängt. Professoren und Studierende müssten aber gleichberechtigt nebeneinander stehen. Jungblut beklagte, dass Universitäten mit Unternehmen verglichen würden. "Wenn von Studierenden als Konsumenten gesprochen wird, dann ist das ein gefährliches Vokabular, das nicht verwendet werden sollte", forderte er.

Das Thesenpapier "Leipziger Diskurs - Universitäten heute" liegt als gebundene Ausgabe vor und enthält neben den von einer französischen Philosophin, einem englischen Philosophen und Schriftsteller sowie einem deutschen Wissenshistoriker erarbeiteten Thesen Stellungnahmen verschiedener europäischer Universitäten, mit denen die begonnene Diskussion aufgegriffen und fortgeführt wird.

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letzte Änderung: 21.10.2017 

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