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Pressemitteilung 161/2012 vom 30.05.2012

Bereich: öffentliche Veranstaltungen
Sachgebiet: fachübergreifend

44. Jahrestag - Universität Leipzig erinnert an Sprengung der Universitätskirche St. Pauli

 

Mit einer Festveranstaltung hat die Universität Leipzig am Mittwoch der Sprengung der Universitätskirche St. Pauli vor 44 Jahren gedacht. Rektorin Prof. Dr. Beate Schücking sagte bei der öffentlichen Veranstaltung im Neuen Augusteum, die Universität Leipzig erhalte mit dem Neubaukomplex am Augustusplatz ein Gebäude, das spirituelles und intellektuelles Zentrum der Alma mater werden könne. "Öffnung" ist ihr zufolge der alles durchziehende Grundgedanke seiner späteren Nutzung. Der Dekan der Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften, Prof. Dr. Frank Zöllner, rückte in seiner anschließenden Rede die Kunst in dem neuen Gebäudekomplex in den Mittelpunkt.


Prof. Schücking sagte, der bereits fertiggestellte Audimax - der größte Hörsaal Sachsens - sei nicht allein Vorlesungen vorbehalten. Auch öffentliche Veranstaltungen, Tagungen und Musik werde es in dem Raum geben. "Das Paulinum wird in noch komplexerer Weise Öffnung und Vielfalt der Universität zeigen", betonte die Rektorin. Neben der spirituellen Nutzung als Ort für Gottesdienste sollen nach ihren Worten in den Räumlichkeiten wissenschaftliche Veranstaltungen verschiedenster Art stattfinden. Wissenschaftliche Erkenntnisse würden auch einer breiten Öffentlichkeit vermittelt. "So meine ich Öffnung", sagte Prof. Schücking.

In seiner Rede über die "Geschichtswerkstatt Leipzig" dankte Prof. Zöllner ausdrücklich den Menschen, die damals kurz vor der Sprengung der Universitätskirche "in einem Akt ganz besonderer Courage" einen Großteil der Kunstwerke aus dem Gotteshaus retteten. Es mute "fast wie ein Wunder" an, dass nach aktuellen Berechnungen etwa sechs Siebtel der Sakralkunst gerettet werden konnte, so Zöllner. "Man kann nicht eindringlich genug an die Rettungsaktion vom Mai 1968 erinnern, allein schon, um den daran Beteiligten allergrößten Respekt für ihr couragiertes Wirken zu zollen", erklärt der Kunsthistoriker. Zugleich erinnert er an die "unwürdige" Behandlung der geretteten Kunst in den folgenden Jahrzehnten - bis in die 1990er Jahre. "Das war kein Ruhmesblatt, auch nicht für die Universität", kritisierte Zöllner.

In allernächster Zukunft würden nun die teils komplett restaurierten Epitaphien aus der gesprengten Kirche im Paulinum präsentiert. Zusammen mit dem wieder aufzustellenden Paulineraltar sowie den kunsthistorisch wertvollen sogenannten Paulinerfresken, die bereits installiert wurden, und anderen Kunstwerken werde die Geschichtswerkstatt Leipzig als Ort "dichter Gedächtniskultur" bald eines ihrer anschaulichsten Zentren auf dem neuen Universitätscampus besitzen.

Der Universitätschor unter Leitung von Universitätsmusikdirektor David Timm umrahmte die Veranstaltung.

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letzte Änderung: 23.09.2017 

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