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Pressemitteilung 103/2014 vom 24.04.2014

Bereich: Forschung, Personalia, Studium und Lehre, Statements
Sachgebiet: Geistes- und Sozialwissenschaften, Gesellschaft

Promotion transnational: Zwei Hochschulen, ein Erfolg

Erste Cotutelle de thèse mit Universität Stellenbosch abgeschlossen

 

Stefanie Baumert hat sich in ihrer Dissertation unter anderem mit der Globalisierung von Hochschulsystemen beschäftigt.<br />Foto: Katrin Henneberg
Stefanie Baumert hat sich in ihrer Dissertation unter anderem mit der Globalisierung von Hochschulsystemen beschäftigt.
Foto: Katrin Henneberg

Mit der Bestnote summa cum laude hat gestern (23. April 2014) Stefanie Baumert ihre Dissertation im Studiengang Global Studies verteidigt. Die 32-Jährige durchlief damit das erste binationale Promotionsverfahren (sogenannte Cotutelle de thèse) der Universität Leipzig mit ihrer Partneruniversität Stellenbosch. "Die Universität Stellenbosch ist ein erklärter strategischer Partner unserer Hochschule", sagt Dr. Svend Poller, Leiter des Akademischen Auslandsamtes der Universität Leipzig. "Es ist ein ganz besonderer Erfolg, dass nun die erste gemeinsame Promotion der Partneruniversitäten, mit zwei verschiedenen Hochschulsystemen, abgeschlossen ist."


In ihrer Doktorarbeit mit dem Titel "University Politics under the Impact of Societal Transformation and Global Processes - South Africa and the Case of the University of Stellenbosch, 1990-2010" hat sich Baumert mit Hochschulforschung beschäftigt. Sie untersuchte unter anderem, wie sich die Universität Stellenbosch nach dem demokratischen Wandel in Südafrika als international angesehene Forschungsuniversität etabliert hat. Die Hochschule diente ihr als Fallbeispiel, um im südafrikanischen Kontext zu untersuchen, vor welchen nationalen und globalen Herausforderungen Hochschulen stehen und welche Ansätze sie entwickeln, mit diesen Herausforderungen umzugehen.

"Das Thema war gerade mit Blick auf den akademischen Boykott und die versuchte Abschottung südafrikanischer Wissenschaft während der Apartheid-Ära spannend", sagt Baumert. In der Cotutelle-Vereinbarung sieht die Mutter einer eineinhalbjährigen Tochter viele Vorteile: "Sie war in meinem Fall eine Ressource, die mir Zugänge zu Dokumenten, Archiven, Personen und Wissen ermöglicht hat, die ich sonst nur sehr schwer bekommen hätte", berichtet sie. "Und wenn man das Ganze, so wie ich, als erste Doktorandin durchläuft, kann man Vieles mitgestalten und lernt eine andere Universität und ihr Hochschulsystem sehr gut kennen."

Im Oktober 2009 hatte Baumert im Studienprogramm der Research Academy der Universität Leipzig ihre Promotion begonnen. Sie wurde von Prof. Dr. Matthias Middell, Direktor des Global and European Studies Institut der Universität Leipzig, und Prof. Dr. Jan Botha, Senior Director der Division for Institutional Research and Planning an der Universität Stellenbosch, betreut. Derzeit ist sie als Geschäftsführerin am Frankreichzentrum der Universität Leipzig tätig.

Die Promotionsordnungen fast aller Fakultäten der Universität Leipzig tragen inzwischen der spezifischen Form des Promovierens im Rahmen einer Cotutelle-Vereinbarung Rechnung. Bisher konnten mehr als 50 Cotutelle-Vereinbarungen abgeschlossen werden, weitere 30 sind in Vorbereitung.

Hintergrund: Cotutelle de thèse

Es handelt sich um ein Promotionsverfahren mit binationaler Betreuung der Dissertation. Es schließt die Mitwirkung von Betreuern (beispielsweise Gutachter, Prüfer) einer ausländischen Hochschule während des Verfahrens und Abschlusses sowie Forschungsaufenthalte zur Anfertigung der Arbeit an der beteiligten ausländischen Hochschule ein. In der Regel wird ein individueller Kooperationsvertrag zwischen den beteiligten Hochschulen über das zu betreuende Promotionsverfahren geschlossen. Mitte der neunziger Jahre in Frankreich eingeführt, hat die Cotutelle de thèse weltweit Verbreitung gefunden.

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letzte Änderung: 16.12.2017 

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