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Pressemitteilung 141/2016 vom 24.05.2016

Bereich: Forschung, Statements
Sachgebiet: Geistes- und Sozialwissenschaften, Geschichte, Kunst / Kultur / Kulturwissenschaften

Deutsch-polnisches Projekt untersucht schlesische Kulturgeschichte

 

Wissenschaftler der Universitäten in Leipzig und Wrocław untersuchen in einem kürzlich gestarteten Forschungsprojekt die kulturgeschichtliche Entwicklung Schlesiens. Unter der Leitung von Prof. Dr. Danuta Rytel-Schwarz vom Institut für Slavistik der Universität Leipzig analysieren die Experten repräsentative Schlüsseltexte, die sich mit der vielfältigen Tradition des Oderlandes befassen. Es gehe um schwierige Mentalitätsprozesse, die nun wissenschaftlich unvoreingenommen betrachtet werden, sagt Rytel-Schwarz. Ziel des deutsch-polnischen Forschungsprojekts "Ausgewählte Quellen zur schlesischen Kulturgeschichte" sei die Erarbeitung der ersten wissenschaftlich fundierten und repräsentativen Quellenedition zur schlesischen Kulturgeschichte.


Diese wird den Zeitraum von den Anfängen bis zur Gegenwart erfassen - mit Texten auf Deutsch, Polnisch und Tschechisch, wie es für die sprachliche Vielfalt dieser Region charakteristisch ist. Im Fokus stehen heterogene Quellen aus unterschiedlichen Bereichen: Politik und Kulturpolitik, Religion, Volks- und Elitenkultur, Memorialkultur, mündliche Traditionen, Rituale, Feste und Bräuche, Sagen und Legenden, Sprache und Literatur, Kunst, Bildung und Wissenschaft. "Die schlesische Kulturlandschaft wird hier im historischen Längsschnitt nicht aus nationaler, sondern aus europäischer Sicht präsentiert. Damit wird ein Standardwerk für einen möglichst breiten Leserkreis geschaffen, das sich nicht nur an Forscher aus verschiedenen Fachdisziplinen richtet. Auch Studierenden und der an Schlesiens Geschichte interessierten Öffentlichkeit soll es Orientierung bieten und zur intensiveren Beschäftigung mit dem schlesischen Kulturphänomen anregen", erklärt Danuta Rytel-Schwarz.

Das Forschungsprojekt, das aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) finanziert wird, ist Teil des Akademischen Förderprogramms "Wandel - Brüche - Kontinuitäten. Die Deutschen und ihre Nachbarn im östlichen Europa". Prof. Dr. Urszula Bonter, Prof. Dr. Marek Hałub und Prof. Dr. Anna Mańko-Matysiak vom Institut für Germanistik der Universität Wrocław, die bei den Forschungen neben Rytel-Schwarz federführend sind, setzen sich mit Schlesien als einem besonders dynamischen Modell für "Wandel - Brüche - Kontinuitäten" im Kontext der reichen europäischen Kulturvielfalt auseinander. "Das Team sieht hier eine spannende Aufgabe angesichts einer Region mit mehrfacher kultureller Identität - von ihren slawischen Anfängen über die Wegkreuzungen von piastischem, böhmischem, österreichischem, preußischem, deutschem und jüdischem Kulturerbe bis zur polnischen Gegenwart", betont die Wissenschaftlerin. Das Projekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren.

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letzte Änderung: 21.10.2017 

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