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Pressemitteilung 222/2016 vom 09.09.2016

Bereich: wissenschaftliche Tagungen
Sachgebiet: Biowissenschaften, Chemie, Medizin / Gesundheitswissenschaften, Psychologie

Einladung zu Fototerminen

Neue Gedenktafeln an der Universität Leipzig werden enthüllt

Biochemiker ehren Rudolf Schönheimer - Psychologen setzen Wilhelm Wundt Denkmal

 

Gleich zwei herausragende Wissenschaftler werden am 19. September in Leipzig gewürdigt: Am Nachmittag (16:00 Uhr) enthüllt das Institut für Biochemie im Rahmen eines Festakts zum 100-jährigen Bestehen des Instituts eine Gedenktafel für den Biochemiker Rudolf Schönheimer. Am Abend (18:00 Uhr) weihen Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung und der Dekan der Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie, Prof. Dr. Erich Schröger, das erste Leipziger Denkmal für den Begründer der modernen Psychologie, Wilhelm Wundt, ein.


"Es war ein wissenschaftlicher Urknall, der sich damals in Leipzig ereignete, als Wilhelm Wundt das weltweit erste Psychologische Institut eröffnete", sagt Prof. Dr. Immo Fritsche, Präsident des 50. Jubiläumskongresses der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, der vom 18. bis 22. September an der Universität Leipzig stattfindet. Besonderer Höhepunkt: Nach mehr als einem Jahrhundert wird Wundts Institut in Leipzig ein Denkmal gesetzt. Die Gedenktafel des Leipziger Bildhauers Markus Gläser zeigt Wilhelm Wundts Konterfei, das plastisch heraustritt und einen Hinweis auf die Institutsgründung im Jahr 1879 enthält. "Viele wissen das nicht, aber tatsächlich gilt Leipzig weltweit als Gründungsort unserer Wissenschaft", betont Fritsche. Wundt und seine Schüler aus aller Welt wollten nicht über den Charakter der Seele spekulieren, sondern das Geistige mit naturwissenschaftlicher Methode messbar machen. Gleichzeitig war ihnen klar, dass menschliches Denken und Handeln nicht nur auf der Ebene von "Nervenbahnen" erklärt werden kann, sondern dass - gerade komplexere geistige Vorgänge - immer auch Produkte der sozialen Welt sind, also der Kultur, in der wir uns bewegen. Damit begründeten sie hier die moderne Psychologie als Schnittstellenwissenschaft zwischen Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften.

Institut für Biochemie feiert 100-jähriges Bestehen

Ebenfalls am 19. September feiert das Institut für Biochemie der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig mit einem Festkolloquium sein 100-jähriges Bestehen. Zugleich wird es zu Ehren des bedeutenden Biochemikers Rudolf Schönheimer in Rudolf-Schönheimer-Institut für Biochemie umbenannt. An der Enthüllung der Gedenktafel mit dem Konterfei Schönheimers nimmt auch Staatssekretär Uwe Gaul, Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, teil.

Das Jubiläum wird mit etwa 200 Gästen gefeiert, darunter die Rektorin, Prof. Dr. Beate Schücking, Staatssekretär Gaul sowie zahlreiche Professoren der Medizinischen Fakultät. In den Festreden blicken Prof. Dr. Peter Bohley, em. Professor für Biochemie in Tübingen, Prof. Dr. Heiner K. Berthold, Chefarzt in Bielefeld und Mitbegründer des Schönheimer-Archivs und Prof. Dr. Joachim Thiery, Direktor des Instituts für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik der Universität Leipzig, auf Geschichte und Zukunft des Instituts und des Fachgebiets.

Im April 1916 wurde das Institut für Biochemie an der Medizinischen Fakultät gegründet. Wesentliches Ziel der Einrichtung ist der inhaltliche und technische Brückenschlag zwischen der Klinischen Medizin und den Grundlagenfächern in den Biowissenschaften. Derzeit arbeiten dort über 50 Mediziner, Biochemiker, Chemiker, Biotechnologen, Bioinformatiker, Biologen, Pharmazeuten und Lebensmittelwissenschaftler, die große Teile der derzeitigen biowissenschaftlichen Expertise der Universität abdecken.

Ab dem 19. September trägt das Institut offiziell den Namen "Rudolf-Schönheimer-Institut für Biochemie". Der deutsche Biochemiker wäre wohl einer der nächsten Nobelpreisträger geworden, da ist sich die Wissenschaft einig. Er revolutionierte in kurzer Zeit das Wissen um die Stoffwechselvorgänge im menschlichen Organismus. Seine bahnbrechende Entdeckung: Schönheimer gelang es erstmals, Stoffwechselprozesse des Organismus durch eine Isotopenmarkierung zu verfolgen. Er fand heraus, dass Stoffumsatz in allen Bereichen des Körpers eine wichtige Rolle spielt - kurzum: Alles fließt. "Die Biochemie würde ohne ihn in dieser Form nicht existieren. Selbst heute untersuchen wir Stoffwechselvorgänge noch nach seiner Methode", erklärt Prof. Dr. Torsten Schöneberg, Direktor des Instituts für Biochemie an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Und eine Station in Schönheimers Forscher-Karriere war eben das Leipziger Institut: Nach seinem Medizin-Studium belegte er in den 1920er Jahren einen zweijährigen Kurs am renommierten Physiologisch-Chemischen Institut Leipzig.

Terminhinweis:

Wir laden interessierte Medienvertreter am Montag, 19. September 2016, um 16:00 Uhr zu einem Fototermin zur Enthüllung der Rudolf Schönheimer Gedenktafel am Institut für Biochemie in der Johannisallee 30, 04103 Leipzig ein.

Am Montag, 19. September 2016, um 18:00 Uhr wird die Gedenktafel zu Ehren von Wilhelm Wundt enthüllt. Diese wird im Westdurchgang zum Universitätscampus angebracht, an dem historischen Ort des Instituts für Psychologie, dessen Vorgängerbau durch die modernen Campusgebäude ersetzt wurde. Auch dazu sind Medienvertreter herzlich eingeladen.

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letzte Änderung: 25.09.2017 

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