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Pressemitteilung 225/2017 vom 08.09.2017

Bereich: wissenschaftliche Tagungen
Sachgebiet: Theologie / Religion

Von gefesselten Zauberbüchern, Schatzsucherbüchern und der fantastisch-imaginativen Literatur

Erste internationale Fachkonferenz zu Magie und Zauberbüchern an der Universität Leipzig

 

Unter dem Titel "Magisches Buch - magischer Spruch - magische Wissenskulturen von der Antike bis zur Moderne" kommen vom 14. bis zum 16. September Experten aus aller Welt an der Theologischen Fakultät zusammen. Neben der Magica-Sammlung der Leipziger Universitätsbibliothek, die in den vergangenen Wochen einige Popularität in den Medien erlangte, geht es auch um das magische Buch als literarisches Motiv oder die Rezeption von Zauberbüchern im Laufe der Geschichte. Interessierte Gäste sind zu einem öffentlichen Abendvortrag am 14. September, 20 Uhr, in den Felix-Klein-Hörsaal eingeladen.


"Magie wurde in der Religionswissenschaft lange Zeit als Gegenteil von Religion verstanden. Magie als Aspekt von Religion, sozusagen als subkulturelle Dimension, zu verstehen, ist erst eine Entwicklung der vergangenen 40 Jahre", sagt Prof. Dr. Marco Frenschkowski, Direktor des Instituts für Neutestamentliche Wissenschaft der Universität Leipzig und Leiter der Konferenz. "Dies ist nun die erste Tagung, die sich speziell magischer Texte epochenübergreifend annimmt." Die Manuskripte der Magie, die sogenannten "Zauberbücher", gehören zu den am wenigsten bekannten und edierten Texten der abendländischen Wissensgeschichte.

Magische Texte waren in der frühen Neuzeit nicht etwa nur ein Aspekt der bäuerlichen Kultur - sie fanden an Fürstenhöfen ebenso Platz wie in den Studierstuben von Klerikern, Ärzten und Gelehrten. Zugleich sind magische Texte auch als literarisches Motiv beliebt, angefangen vom mittelalterlichen "Buch Zabulons" bis hin zu H. P. Lovecrafts  "Necronomicon". Die Teilnehmer der Leipziger Tagung diskutieren klassische magische Ritualtexte, die von der Antike bis in die Moderne reichen. Die Vorträge präsentieren unter anderem rumänische, russische, spanische, deutsche und lateinische Texte aus verschiedenen kulturellen Traditionen. So geht es etwa um "Mittelalterliche Handbücher in der jüdischen Magie", "Schatzsucherbücher und Walenbücher" oder um fiktionale-magische Texte in der fantastisch-imaginativen Literatur. Am 14. September um 20 Uhr sind Interessierte zum öffentlichen Abendvortrag "Schätze, Bodenschätze, Zauberbücher" von Prof. Dr. Johannes Dillinger (Oxford) in den Felix-Klein-Hörsaal (5. Etage des Paulinums, Augustusplatz 5) eingeladen.

Einen wichtigen Programmpunkt der Tagung bildet die Magica-Sammlung der Universitätsbibliothek Leipzig, die die Teilnehmer besichtigen und diskutieren. Die etwa 140 Texte sind eine der größten Sammlungen magischer Manuskripte in einer europäischen Bibliothek. Sie erlangten in den vergangenen Wochen besondere mediale Aufmerksamkeit: Über 400.000 Leser erreichte allein der ZEIT-Artikel, der die Welle lostrat. "Dieser Medien-Hype war für uns sehr überraschend, denn die Sammlung ist nicht neu und lag auch nicht verstaubt bei uns im Regal", sagt Prof. Dr. Ulrich Johannes Schneider, Direktor der Leipziger Universitätsbibliothek. "Natürlich freuen wir uns, wenn sich jemand intensiv mit unseren seltenen Beständen beschäftigt." Im Jahre 1962 kam die Sammlung in die Universitätsbibliothek unter der Signaturgruppe Cod.mag. = Codices magici. 2011 wurde sie in den Katalog des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes katalogisiert und digital bereitgestellt. Im Frühjahr 2018 soll die Magica-Sammlung auf einer eigenen Online-Plattform präsentiert werden, für den Herbst 2019 wird mit Kurator Prof. Dr. Marco Frenschkowski eine Ausstellung geplant.

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Von gefesselten Zauberbüchern, Schatzsucherbüchern und der fantastisch-imaginativen Literatur

letzte Änderung: 21.09.2017 

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