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Pressemitteilung 102/2018 vom 13.04.2018

Bereich: Forschung, Studium und Lehre, Statements
Sachgebiet: Geschichte

So könnte der Pharao ausgesehen haben

Weitere Teile der Kolossalstatue Psammetichs I. in Kairo gefunden

 

Psammetich I. auf dem Rückenpfeiler seiner Kolossalstatue<br />Foto: Dr. Dietrich Raue/Universität Leipzig
Psammetich I. auf dem Rückenpfeiler seiner Kolossalstatue
Foto: Dr. Dietrich Raue/Universität Leipzig

Bei neuen Grabungen in Kairo sind etwa ein Jahr nach dem aufsehenerregenden Fund von Teilen der Kolossalstatue des berühmten Pharaos Psammetich I. (664 v. Chr. bis 610 v. Chr.) weitere Teile der riesigen Figur gefunden worden. Sie erlauben nun eine Rekonstruktion der Skulptur. Ein ägyptisch-deutsches Team unter der Leitung von Dr. Dietrich Raue, Kustos des Ägyptischen Museums - Georg Steindorff - der Universität Leipzig und Dr. Aiman Ashmawy vom Ägyptisches Antikenministerium und in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Kai-Christian Bruhn von der Hochschule Mainz entdeckte auf dem Areal des Tempels von Heliopolis mehr als 4.500 Fragmente der Kolossalstatue Psammetichs I. Auf dieser Grundlage erstellte Christopher Breninek, der an der Universität Leipzig Ägyptologie studiert, eine neue Visualisierung der Kolossalstatue. Sie zeigt die ungewöhnliche Armhaltung Psammetichs I.


Wir haben es nicht für möglich gehalten, diese Statue aus dem ersten Jahrtausend vor Christus noch so vollständig zusammenzubekommen", erklärt Raue. Im Zentrum des Tempelbezirks konnten in diesem Jahr auch große Reliefs eines Portals Ramses II. aus Quarzit geborgen werden. Gefunden wurde auch ein bislang vollkommen unbekannter Portalbau mit einem Bildnis des Sohns Ramses II., Merenptah. Zudem wurden in den vergangenen Wochen weitere Basalt- und Granitblöcke in diesem Areal geborgen, darunter ein Falkenfries aus dem Tempel Nektanebo I. (380 bis 363 v. Chr.).

"Die eigentlichen Bergungsarbeiten sind nun abgeschlossen. Mit den ägyptischen Kollegen diskutieren wir derzeit die Möglichkeit einer Rekonstruktion der Skulptur", berichtet Raue. Künftig sollen die Grabungen in drei weiteren, gut 400 bis 600 Meter östlich der jetzigen Fundstelle gelegenen Arealen fortgesetzt werden. Die Arbeiten sollen dann auch Aufschluss über die spätere Nutzung des Tempels im 2. Jahrhundert v. Chr. geben. Die Experten gehen davon aus, dass sich dort eine Wirtschaftsanlage befand und sie noch zahlreiche Fragmente entsorgtem Tempelgutes freilegen werden.

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letzte Änderung: 25.04.2018 

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