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Pressemitteilung 077/2009 vom 09.04.2009

Bereich: öffentliche Veranstaltungen
Sachgebiet: Biowissenschaften

Von Zweifingerfaultieren und kleinen Plagegeistern

 

Dermoplastik eines Zweifingerfaultieres von ter Meer
Dermoplastik eines Zweifingerfaultieres von ter Meer

Sie gehören zu den Ausstellungsstücken der Zoologischen Lehr- und Studiensammlung, die zu Ehren des 600jährigen Universitätsjubiläums mit vielfältigen Angeboten für die interessierte Öffentlichkeit aufwartet. Dem Besucher werden interessante Einblicke in die Herstellung von Tierpräparaten und in die Entstehungsgeschichte der Sammlung vermittelt.

Ort: Zoologische Sammlung
Talstraße 33

Termine:
27. April 2009, 18:00 Uhr, Geschichte der Zoologischen Sammlungen an der Universität Leipzig (Vortrag mit anschließender Führung)

28. April 2009, 14:00 bis 17:00 Uhr, Wie entsteht ein zoologisches Präparat? (Um Voranmeldung wird erbeten unter Tel.: 0341 97-36720 oder per Mail: zoosa@uni-leipzig.de).

28. April 2009, 17:00 Uhr, Führung durch die Zoologische Sammlung

29. April 2009, 18:00 Uhr, Zoologische Sammlungen gestern und heute (Vortrag)

30. April 2009, 14:00 bis 16:00 Uhr, Kleine Plagegeister ganz groß - Beobachtungen unter dem Mikroskop


Die Zoologische Lehr- und Studiensammlung an der Universität Leipzig besitzt eine lange Tradition, aber auch eine wechselvolle Geschichte. Eröffnet im alten Paulinum vom ersten Lehrstuhlinhaber für Zoologie an der Universität Leipzig, Prof. Eduard Fr. Poeppig, zog sie schon kurz darauf in das neu erbaute Augusteum, und dann da enorm angewachsen, an ihren jetzigen Standort Talstraße 33. Dort arbeitete auch der berühmte Präparator, Herman Hendricus ter Meer aus Leiden, der Ende letzten Jahrhunderts die Dermoplastik einführte. Damit gelang erstmals eine proportionsgerechte und somit lebensecht wirkende Präparation von Wirbeltieren, wie die Plastik des Zweifingerfaultiers.

Leider wurden die umfangreichen und wertvollen Sammlungen in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts größtenteils aufgelöst und die meisten Präparate an andere Museen abgegeben. Sie befinden sich heute im Museum für Naturkunde Berlin, im Museum für Tierkunde Dresden und im Naturkundemuseum Leipzig. "Aber auch der verbliebene Teil der ehemals berühmten Leipziger Sammlung ist noch immer beeindruckend und umfasst derzeit über 2000, meist schon über einhundert Jahre alter Präparate", sagt Kustos Dr. Detlef Bernhard. Mehr Informationen liefern die Vorträge am 27. und 29. April.

Die Sammlung reicht von den wirbellosen Tieren wie Schwämme, Nesseltiere, verschiedene Gruppen von wurmartigen Tieren, Weichtiere, Krebse, Spinnen und Insekten bis hin zu den Wirbeltieren. Die Präparate stammen aus allen Regionen der Erde. Die Führungen ermöglichen einen Einblick in die sonst nur für den Lehrbetrieb geöffnete Zoologische Lehr- und Studiensammlung.

Jährlich entstehen etwa 100 neue Präparate. In der Schaupräparation am 28. April wird ein interessanter Blick hinter die Kulissen ermöglicht. Freuen darf man sich ausnahmsweise auch auf Flöhe, Zecken und Milben und andere "kleine Plagegeister", die auf Haustieren, aber auch auf Menschen leben. Der Gedanke an sie weckt meist unangenehme Assoziationen, da sie zum Teil auch schwere Krankheiten übertragen können. Andererseits besitzen sie durch ihren speziellen Körperbau sehenswerte Anpassungen an ihre parasitische Lebensweise. Ein Blick durch das Mikroskop am 30. April zeigt die kleinen Plagegeister ganz groß.

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letzte Änderung: 23.06.2017 

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