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Pressemitteilung 103/2017 vom 03.05.2017

Bereich: Forschung
Sachgebiet: Medizin / Gesundheitswissenschaften

Leipziger LIFE-Biobank vernetzt sich europaweit

Entwicklung neuer Diagnostika und Therapeutika durch Verbund beschleunigt

 

LIFE-Biobank<br />Foto: Medizinische Fakultät, Universität Leipzig
LIFE-Biobank
Foto: Medizinische Fakultät, Universität Leipzig

Elf deutsche Biobanken haben sich im Mai in der German Biobank Alliance (GBA) zusammengeschlossen, um den Weg für einen nationalen und europaweiten Bioproben- und Datenaustausch zwischen Biobanken zu ebnen. Auch eine der größten deutschen Biobanken, die Biobank des Leipziger Forschungszentrums für Zivilisationserkrankungen (LIFE) an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig, ist Partner in dem Verbund.


"Vernetzte, hochmoderne Biobanken tragen entscheidend dazu bei, innovative diagnostische Methoden und Therapien für die Behandlung von Patienten zu entwickeln", erläutert Dr. Ronny Baber, Leiter der LIFE-Biobank. Biobanken sammeln und lagern Blut, Gewebe sowie anderes Körpermaterial und stellen dies für die biomedizinische Forschung zur Verfügung. So entstehen bedeutende Proben- und Datenspeicher für die Erforschung von Erkrankungen.

Um den Austausch von Biomaterial und den zugehörigen Daten sowohl zwischen deutschen Biobanken als auch innerhalb von Europa zu ermöglichen, ist ein umfangreicher Harmonisierungsprozess notwendig. Standards für den Austausch von Daten und für die Qualität der Biomaterialen, aber auch ethische und rechtliche Aspekte müssen diskutiert und angeglichen werden. Nur so lassen sich Biomaterial und deren Daten über Biobanken und Ländergrenzen hinweg für die Forschung zusammenführen und nutzen.

"Der Aufwand lohnt sich, denn vernetzte Biobanken mit einer hohen Probenqualität sind die Basis für eine aussagekräftige, reproduzierbare medizinische Forschung", erläutert der Koordinator der GBA Prof. Dr. Michael Hummel. Die Qualität und Verfügbarkeit der Biomaterialien und der assoziierten Daten sind von entscheidender Bedeutung. Gerade im Hinblick auf die individualisierte Präzisionsmedizin ist die Vernetzung von Biobanken und die Harmonisierung von Datenformaten und Prozessen essentiell, um aussagekräftige und vergleichbare Analysen durchzuführen zu können.

Die LIFE-Biobank ist eine zentrale Infrastruktur des LIFE-Forschungszentrums für Zivilisationserkrankungen und gewährleistet durch die hochstandardisierte und durch Automation unterstützte Probenprozessierung und die umfangreiche Dokumentation die Qualität der gesammelten Biomaterialien für aktuelle und zukünftige Forschungsprojekte. In der LIFE-Biobank wurden bisher ca. 270.000 Bioproben (mit mehr als eine Millionen Teilproben) von 25.000 Teilnehmern in 39.000 Visiten bearbeitet und eingelagert. Von diesen Materialien konnten mehr als 100.000 Teilproben für 68 wissenschaftliche Projekte zur Verfügung gestellt werden. Die LIFE-Biobank wird in den nächsten Monaten zur Leipzig Medical Biobank (LMB) ausgebaut und ermöglicht es somit auch anderen Instituten der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig Proben in die Biobank einzubringen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Biobankenallianz bis 2020 mit 14,4 Millionen Euro, die Leipziger LIFE-Biobank erhält davon 720.000 Euro.

Das Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen (LIFE) widmet sich der Erforschung von Zivilisationserkrankungen, wie Depression, Diabetes, Allergien oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dazu werden so viele Daten wie möglich zur Gesundheit und zu den Lebensumständen der Leipziger Bevölkerung gesammelt und für die Wissenschaftler der Leipziger Universitätsmedizin und anderen Forschungseinrichtungen im LIFE Datenportal zur Verfügung gestellt. Hauptaugenmerk der Arbeit des LIFE Forschungszentrums liegt vor allem in der Befragung und Untersuchung der Leipziger Bevölkerung. Dazu laufen aktuell die LIFE Child Kohorte, zu der Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen und Schwangere eingeladen werden, sowie die NAKO Gesundheitsstudie, in der das Studienzentrum Leipzig 10.000 Erwachsene befragt und medizinisch untersucht. Eine wichtige Grundlage der Arbeit neben der Zugänglichkeit der Daten ist die seit 2011 aufgebaute LIFE-Biobank. Die Erforschung der Lebensstilerkrankungen bildet einen Forschungsprofilbereich der Leipziger Universitätsmedizin.

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Leipziger LIFE-Biobank vernetzt sich europaweit

letzte Änderung: 18.10.2017 

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