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Pressemitteilung 301/2009 vom 30.10.2009

Bereich: wissenschaftliche Tagungen
Sachgebiet: Geistes- und Sozialwissenschaften, Gesellschaft

Konferenz: Körpertechniken und die Arbeitswelt - ein radikaler Wandel

 

Kulturhistoriker befragen neben Papier auch Quellen, die auf ein Körpergedächtnis verweisen. Ihnen widmet sich die Konferenz "Das verborgene Wissen der Kulturgeschichte. Lebensformen, Körpertechniken, Alltagswissen" vom 5. bis zum 7. November 2009, koordiniert vom Institut für Theaterwissenschaften, Universität Leipzig.

Zeit: 05.11.2009, 19:00 Uhr bis 07.11.2009, 13:00 Uhr
Ort: Rektoratsgebäude
Alter Senatssaal
Ritterstraße 26

Dresdener Bank Leipzig
Dittrichring 5 - 7


Unter dem Thema Körpertechniken vereint die interdisziplinäre Konferenz Beiträge zu Themen wie der Sinnlichkeit als Wissensform, dem Gestischen des Virtuellen, zu Schwindel und Gleichgewicht in der Ästhetik der Moderne, Biomechanik und zu Sport. Außerdem wird Karl Bücher als ein Pionier der Arbeitssoziologie vorgestellt.

Die Tagung befasst sich exemplarisch mit zwei Phasen des Umbruchs. Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts - auf dem Höhepunkt der Industrialisierung und mit dem Eintritt in die fordistische Arbeitsorganisation - veränderte sich die Arbeitswelt radikal. Und auch aktuell ist ein Wandel der Arbeit spürbar: flexiblere Arbeitsrhythmen, die Entgrenzung von Arbeit und Freizeit, die Rückkehr handwerklicher Techniken oder der Wandel der Anforderungen an den Körper. Sowohl im frühen 20. Jahrhundert als auch in der heutigen Gesellschaft ist zu beobachten, dass Körpertechniken der Arbeit daher neu verhandelt werden müssen.

"Körpertechniken betrachten wir als eine verborgene Dimension der Kulturgeschichtsschreibung", erklärt Tagungsleiterin Prof. Dr. Inge Baxmann. Anhand verschiedener Modelle der Kulturgeschichtsschreibung soll das verborgene Wissen, das sich z. B. in Körpertechniken des Wissens und der Arbeit, Medien oder Artefakten manifestiert, rekonstruiert werden. Es werden drei Komplexe behandelt:


  • Medientechnologien und Materialität des Wissens
  • Das Verborgene in der Kulturgeschichte
  • Alltagswissen, Techniken der Arbeit, Lebensformen

Eine Podiumsdiskussion (6. November 2009) stellt "Visionen von Arbeit und Leben" vor. Es kommen der Berliner Schauspieler Hanns Zischler (Heinrich-Mann-Preis 2009 der Berliner Akademie der Künste), Prof. Dr. G. Günter Voss (Arbeitssoziologe und Autor des Erfolgsbuches "Arbeitskraftunternehmer: Erwerbsorientierungen in entgrenzten Arbeitsformen", Edition Sigma 2003; Chemnitz), Heike Hennig (Körperkünstlerin, Mitbegründerin des FZTM - Forum Zeitgenössischer Tanz und Musik, Leipzig/Berlin), Krystian Woznicki (Ausstellungsmacher und Journalist, Berlin) und Dr. Bernt Graf zu Dohna (Manager, Institut für Auslandsbeziehungen/ifa, Stuttgart).

Zu den hochkarätigen Referenten zählen unter anderem der Bremer Medienwissenschaftler Prof. Dr. Karl Ludwig Pfeiffer, der Philosoph und Mitbegründer der Leipziger Analytischen Schule (LAS) Prof. Dr. Volker Caysa, der Kunsthistoriker Prof. Dr. Beat Wyss (Wien) und der Philosoph Prof. Dr. Konrad Paul Liessmann (Österreichs "Wissenschaftler des Jahres 2006").

Die Tagung ist ein Beitrag des Instituts für Theaterwissenschaften zum Jubiläumsjahr der Universität Leipzig anlässlich ihres 600-jährigen Bestehens. Das vollständige Programm zur Konferenz finden Sie auch online.

Caroline Kieke

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Konferenz: Körpertechniken und die Arbeitswelt - ein radikaler Wandel

letzte Änderung: 23.06.2017 

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