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Pressemitteilung 121/2009 vom 14.05.2009

Bereich: öffentliche Veranstaltungen, wissenschaftliche Tagungen
Sachgebiet: Geistes- und Sozialwissenschaften, Geschichte, Gesellschaft, Politik

Studentischer Widerstand gegen das SED-Regime - Belter Dialoge erinnern

 

Mit den Belter-Dialogen widmet sich die Konrad-Adenauer-Stiftung gemeinsam mit der Universität Leipzig den Impulsen zu Zivilcourage und dem Widerstand der Beltergruppe - dem studentischen Widerstand gegen das SED-Regime an der Universiät Leipzig. Die Veranstaltung soll verschiedenen Aspekte des damaligen Terrors an ostdeutschen Bildungseinrichtungen zur Geltung bringen und einer breiten
Öffentlichkeit zugänglich machen.

Zeit: 19.05.2009, 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Ort: Rektoratsgebäude
Alter Senatssaal
Ritterstraße 26

Abendveranstaltung: 19:00 Uhr


Es war vor allem die geistige Unfreiheit der beiden totalitären Regime in Deutschland, die Studenten zum politischen Widerstand brachte. In der Zeit des Nationalsozialismus war es die Gruppe um die Geschwister Scholl, die sich in München dem System entgegen stellte. In der sowjetischen Besatzungszone und in der DDR sahen viele Studenten in ihnen ein Vorbild, und wandten sich aktiv gegen den Totalitarismus des SED-Regimes. Ihr Ziel war die Schaffung eines demokratischen Deutschlands. Auch sie wurden mit aller Härte verfolgt, auf Jahre ins Gefängnis geworfen, in die UdSSR deportiert oder erschossen. So wurden allein in den Jahren 1945 bis 1955 neun Studenten der Universität Leipzig zum Tode verurteilt und hingerichtet, 95 wurden zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

Die Belter-Dialoge sollen dem Widerstand gedenken. Sie finden am Dienstag, 19. Mai 2009, erstmals statt. Die interdisziplinäre Veranstaltungsreihe will die verschiedenen Aspekte des damaligen Terrors an ostdeutschen Bildungseinrichtungen beleuchten.
Zu Wort kommen auch die Zeitzeugen selbst. Im Tagesprogramm von 10:00 bis 16:00 Uhr sprechen unter anderem die ehemaligen Mitglieder der Belter-Gruppe Prof. Dr. Siegfried Jenkner und Prof. Dr. Werner Gumpel. Die Beiträge werden durch wissenschaftliche Impulse des an der Universität Leipzig lehrenden Historikers Prof. Dr. Ulrich von Hehl und dem langjährigen Leiter des Universitätsarchivs Leipzig Prof. Dr. Gerald Wiemers ergänzt. Festredner am Abend ist Staatsminister Dr. Geert Mackenroth.

Aus dem Programm:

10:00 Uhr | Begrüßung und Einführung
Dr. Joachim Klose, Dresden
Landesbeauftragter der Konrad-Adenauer-Stiftung für den Freistaat Sachsen

10:15 Uhr | Vom demokratischen Neubeginn zur sozialistischen
Umgestaltung der Hochschulen in der SBZ und der frühen DDR
Prof. Dr. Siegfried Jenkner, Zeitzeuge

11:30 Uhr | Die Universität Leipzig im Spannungsfeld von bürgerlicher Wissenschaft und sozialistischer Umgestaltung
Prof. Dr. Ulrich von Hehl, Uni Leipzig

14:00 Uhr | Studentischer Widerstand in der SBZ/DDR im Spiegel der Überlieferung
Prof. Dr. Gerald Wiemers, Uni Leipzig

15:15 Uhr | Allein im Kampf ums überleben - Erfahrungen mitteldeutscher
Studenten in den Lagern des Gulag
Prof. Dr. Werner Gumpel, Zeitzeuge

19:00 Uhr | Festabend
Die Belter-Gruppe (unter anderem mit Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig und Prof. Dr. Franz Häuser, Rektor der Universität Leipzig sowie Dr. Geerth Mackenroth, Staatsminister, Sächsisches Staatsministerium für Justiz)

Die Belter-Dialoge wurden nach dem Leipziger Studenten Herbert Belter benannt. Der Name steht symbolisch auch für die mit ihm verurteilten Studenten und die anderer in jener Zeit an Hochschulen tätigen Widerstandsgruppen. Herbert Belter wurde im Januar 1951 von einem sowjetischen Militärtribunal zum Tode verurteilt und in Moskau erschossen. Die anderen zur Gruppe gehörigen Mitglieder, darunter Prof. Dr. Werner Gumpel und Prof. Siegfried Jenkner, wurden zu 25 Jahren Freiheitsentzug und Zwangsarbeit verurteilt und nach Workuta, jenseits des Polarkreises gebracht.

Sehr herzlich laden wir Sie zur Tagung und Festveranstaltung "Belter-Dialoge - Impulse zu Zivilcourage und Widerstand" ein und bitten um Anmeldung über die Konrad-Adenauer-Stiftung unter kas-dresden@kas.de oder Telefon +49 351-563446-0.

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Studentischer Widerstand gegen das SED-Regime - Belter Dialoge erinnern

letzte Änderung: 21.10.2017 

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