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Pressemitteilung 068/2015 vom 09.03.2015

Bereich: Personalia, Statements
Sachgebiet: fachübergreifend

Professorin Beck-Sickinger entschuldigt sich für Äußerungen

(erweiterte Fassung der ersten Pressemitteilung 66/2015)

 

Biochemie-Professorin Annette Beck-Sickinger von der Universität Leipzig entschuldigt sich für Äußerungen, die sie im Kontakt zu einem indischen Studenten über die gesellschaftlichen Verhältnisse in dessen Land getätigt hat. "Ich habe einen Fehler gemacht", sagte Beck-Sickinger am Montag.


Die Professorin erklärte, sie habe vor einigen Tagen per E-Mail Kontakt zu einem indischen Studenten gehabt, der sich um einen Praktikumsplatz bei ihr beworben habe. Diesen habe sie abgelehnt, da ihre Labore voll besetzt sind. Der junge Mann habe dies jedoch nicht akzeptiert und sie in eine Diskussion um die gesellschaftlichen Verhältnisse in Deutschland und Indien verwickelt. In diesem Zusammenhang habe sie das Problem der Vergewaltigung von Frauen in Indien angesprochen, sagte Beck-Sickinger.

"Es war aber nie meine Absicht, die indische Gesellschaft zu diskriminieren. Ich habe überhaupt nichts gegen indische Studenten - ganz im Gegenteil. Bei allen, deren Gefühle ich verletzt haben sollte, entschuldige ich mich in aller Form", erklärte die Professorin. In ihrem Modul "Bioorganische Chemie" des internationalen Masterstudienganges seien vier von insgesamt 30 Studierenden aus Indien. Im Rahmen eines Laborpraktikums seien aktuell zwei indische Studenten bei ihr zu Gast.

Sie wies auch Aussagen zurück, wonach sie das Praktikum des jungen Inders explizit wegen des Gewalt-Problems gegen Frauen in Indien abgelehnt habe. "Ich habe diese Mail so nicht geschrieben. Sie ist zusammengestückelt worden", erklärte die Professorin. Sie habe dem jungen Mann geschrieben, dass ihr Labor voll sei. "Ich lehne Studenten nicht wegen ihrer Rasse oder ihres Geschlechts ab", betonte Beck-Sickinger. Ihre Äußerungen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Sie sei alles andere als rassistisch und fremdenfeindlich eingestellt.

Auch Rektorin Prof. Dr. Beate Schücking betonte, dass die Universität Leipzig weltoffen sei. Für rassistische Gedanken und Äußerungen sei an der Alma mater kein Platz. "Der Anteil ausländischer Studierender an unserer Universität steigt jedes Jahr. Junge Studierende aus dem Ausland sind bei uns herzlich willkommen. Frau Prof. Beck-Sickinger, die auch Mitglied im Wissenschaftsrat und im Hochschulrat ist und über vielfältige internationale Erfahrung verfügt, hat aus Sicht der Universität mit ihrer Entschuldigung sicher den richtigen, Missverständnisse ausschließenden Weg eingeschlagen."

An der Universität Leipzig sind derzeit 44 Studierende aus Indien eingeschrieben, davon sind 15 weiblich.

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letzte Änderung: 29.06.2017 

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