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Pressemitteilung 147/2017 vom 20.06.2017

Bereich: öffentliche Veranstaltungen
Sachgebiet: Kunst / Kultur / Kulturwissenschaften

Leipziger Theaterwissenschaftler beim Welttheaterfest in Rudolstadt

 

Vom 22. bis 25. Juni findet in Rudolstadt das 2. Welttheaterfest "Theaterwelten" statt. Das internationale Festival wird in diesem Jahr von einer Fachkonferenz begleitet, die das Centre of Competence for Theatre (CCT) der Universität Leipzig konzipiert hat und durchführen wird. Im Fokus der Fachkonferenz stehen grundlegende Fragestellungen und Aspekte transkultureller Theaterarbeit in unserer heutigen Migrationsgesellschaft.


"Beim Theater denken wir immer noch rein europäisch. So bilden wir aus und weiter, und so bemessen wir die Qualität einer Theateraufführung", schreiben die Veranstalter in ihrer Festivalankündigung. Theorie und Praxis des Theaters in Europa seien der Maßstab und Fixstern der Urteilskraft. Beim Festival "Theaterwelten" will man sich nun von dieser Fixierung lösen. Die Grundidee des Festivals "Theaterwelten" in Rudolstadt ist ein perspektivisches Weiterdenken. "Der Blick wird geöffnet für die Vielfalt der Theaterformen, für die verschiedenen Welten von Theater", so die Veranstalter. Das Festival zeigt dazu Aufführungen aus Asien (Nepal), Südamerika (Chile), Ozeanien (Neuseeland), Europa (Belgien) und Afrika (Ägypten). Zudem gibt es weitere Workshops mit sechs Theaterexperten aus sechs Weltregionen.

Begleitet wird das Festival vom Centre of Competence for Theatre (CCT) der Universität Leipzig. Geplant ist eine Fachkonferenz. Diese beinhaltet neben Publikumsgesprächen nach den jeweiligen Aufführungen verschiedene Vorträge, die sich mit dem Amateurtheater als Medium transkultureller Bildung beschäftigen werden. Es wird zentral um die Theaterarbeit mit bestimmten Gruppen gehen, etwa mit Kindern und Jugendlichen oder Geflüchteten. Auch das sogenannte Transgenerationentheater wird vorgestellt und diskutiert. Hinzu kommt eine Paneldiskussion zum Thema "Theater für alle in der Migrationsgesellschaft".

Die Fachkonferenz ist Teil der Kooperation des CCT mit dem Bund Deutscher Amateurtheater aus Anlass seines 125-jährigen Bestehens. Im Rahmen eines jüngst gestarteten Forschungsprojektes am CCT wird überprüft, welche Verfahren in Theaterpraktiken der Vergangenheit wie der Gegenwart aufzufinden sind, die eine Erfahrung des Fremden im Spiel mit sich selbst möglich machen. Das Projekt fokussiert dabei das Amateurtheater als ein Medium nichtprofessioneller, das heißt nicht formalisierter und informeller breitenkultureller Bildung. Es stellt die grundsätzliche Frage, wie Amateurtheater heute und in der Geschichte als ein Modell für eine transkulturelle Bildung jenseits schulpädagogischer Konzepte von Wissens- und Kompetenzvermittlung genutzt wurde und werden kann. Ziel des Forschungsprojekts ist es, dieses Potenzial für ein Zusammenleben mit dem Fremden in der Gegenwart fruchtbar zu machen.

Das Centre of Competence for Theatre (CCT) ist eine wissenschaftliche Einrichtung an der Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften der Universität Leipzig, welche die regionale, nationale und internationale Kooperation der Universität Leipzig auf dem Gebiet des Theaters und der kulturellen Bildung verstärkt. Es verbindet als Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft Expertenkenntnisse auf allen Gebieten der Theater- und Kunstproduktion miteinander und macht diese öffentlich sichtbar.

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letzte Änderung: 23.11.2017 

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