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Pressemitteilung 011/1998 vom 01.08.1998

Bereich: wissenschaftliche Tagungen
Sachgebiet: Physik

Leipziger Zeolithforschung in Baltimore vorgestellt

 

Kürzlich fand der 12. Internationale Zeolithkongreß statt. Mit über 750 Teilnehmern aus 40 Staaten aller Kontinente fand dieses Welttreffen der Zeolithforscher, das einmal aller drei Jahre stattfindet, einen außerordentlich großen Zuspruch, der insbesondere auch die Bedeutung der Zeolithe für die Industrie, z. B. als Hightech-Materialen, für die Herstellung umweltschonender Waschmittel oder bei energiesparenden Trennprozessen, widerspiegelt.

Zeit: 05.07.1998 bis 10.07.1998
Ort: Baltimore, USA


Das wissenschaftliche Programm der Tagung das fünf Plenarvorträge, 112 mündliche und 380 Poster-Beiträge beinhaltete, wurde von Prof. Dr. Jörg Kärger, Dekan der Fakultät für Physik und Geowissenschaften der Universität Leipzig, mit dem Plenarvortrag "Molecular Transport in Zeolites: Miracles, Insights and Practical Issues" eröffnet. Dabei stellte er neueste Forschungsergebnisse des an der Universität Leipzig etablierten Sonderforschungsbereiches "Moleküle in Wechselwirkung mit Grenzflächen" vor.

Die Bedeutung der Zeolithe resultiert aus ihrem inneren Porensystems, das nur Molekülen unterhalb einer gewissen Größe Zutritt erlaubt. Der Stofftransport in solchen Systemen erfolgt als Überlagerung der Zufallsbewegung der einzelnen Moleküle in Wechselwirkung mit der inneren Oberfläche des Porensystems. Die Geschwindigkeit dieses Prozesses, der als Diffusion bezeichnet wird, ist für viele technische Anwendungen eine wesentliche Kenngröße ihrer Rentabilität. Jüngste Leipziger Forschungsergebnisse betrafen vor allem die Besonderheit der Diffusion in engen Kanälen. in denen die Moleküle einander nicht mehr passieren können, so dass sie wie auf einer Perlenschnur aufgereiht sind. Über viele Jahre stand der Stofftransport unter solchen Bedingungen (die sogenannte "single-file-Diffusion") insbesondere im Zentrum theoretischer Arbeiten. Nun konnte in Leipzig mit Hilfe eines speziellen Verfahrens der Hochfrequenzspektroskopie das vorhergesagte Zeitverhalten der Molekülbewegung erstmalig auch experimentell bestätigt und damit die Bedeutung dieses Phänomens für die technische Anwendung von Zeolithen nachgewiesen werden.

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Leipziger Zeolithforschung in Baltimore vorgestellt

letzte Änderung: 13.12.2017 

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