Buchmesse- Akademie  

Buchmesse-
Akademie

12. Leipziger Buchmesse-Akademie

17. - 20. März 2011

10:30 Uhr bis 17:00 Uhr

Neue Messe, Halle 3, Stand G201/H200

Auch in diesem Jahr präsentiert sich die die Universität Leipzig auf der Leipziger Buchmesse. Auf fast 200 Quadratmetern gibt es in Halle 3 nicht nur die neusten Publikationen aus der Alma mater, sondern vor allem spannende Vorträge, Präsentationen und Podiumsdiskussionen von und mit Leipziger Spitzenforschern. Die Buchmesse-Akademie ist damit die Perle unter den Messeaktivitäten der Universität. Hier zeigt sich die Alma mater Lipsiensis in ihrer ganzen fachlichen Breite. Hier treffen sich Leipziger Wissenschaftler mit nationalen und internationalen Kollegen, Verlegern, Journalisten, Multiplikatoren und dem Buchmessepublikum. Damit ist die Buchmesse-Akademie ist nicht nur das Wissenschaftszentrum der Leipziger Buchmesse, sondern auch eine Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit. Sie bildet ein offenes Forum und einen Ort gemeinsamer öffentlicher Reflexion. Aktuelle Trends in den Profilbildenden Forschungsbereichen der Universität und der Research Academy Leipzig sollen nicht nur dem Fachpublikum, sondern auch der breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden und laden zum Nachdenken und Diskutieren ein.

Impressionen von der Leipziger Buchmesse 2011

Programm-Übersicht


Mittwoch, 16.03.2011

17:00 Uhr

Eröffnungsveranstaltung

Ort: Alter Senatssaal, Rektoratsgebäude der Universität Leipzig, Ritterstraße 26, 04109 Leipzig

Selbstverständlich säkular?
Oder: Wie viel Religion verträgt eine moderne Gesellschaft?

Prof. Dr. Christoph Enders, Prof. Dr. Klaus Fitschen, Prof. Dr. Hubert Seiwert und Prof. Dr. Monika Wohlrab-Sahr,
Moderation: Mechthild Baus

„Aber es gibt doch eine Trennung von Staat und Kirche“, „Religion ist doch Privatsache“: Das sind häufig zu hörende und zu lesende Einsprüche, wenn sich Vertreter von Religionsgemeinschaften öffentlich zu Wort melden. Schon Kontroversen um Sonntagsöffnungszeiten oder Kopftuch tragende Lehrerinnen zeigen aber, dass sich Religion trotz aller Säkularisierung nicht aus der Öffentlichkeit verdrängen lässt. Gleichzeitig hat - zumindest im Osten Deutschlands - ein Großteil der Bevölkerung keine eigenen religiösen Bindungen mehr. Ein Jurist, ein Theologe, ein Religionswissenschaftler und eine Soziologin diskutieren über die Frage, was die Öffentlichkeit der Religion für moderne, sich weithin als säkular verstehende Gesellschaften bedeutet und welche Perspektiven sich daraus ergeben.

  • Christoph Enders ist Jurist und Professor für Öffentliches Recht an der Universität Leipzig
  • Klaus Fitschen ist Professor für Neuere und Neueste Kirchengeschichte an der Universität Leipzig
  • Hubert Seiwert ist Professor für Allgemeine und Vergleichende Religionswissenschaft an der Universität Leipzig
  • Monika Wohlrab-Sahr ist Professorin für Kultursoziologie am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig
  • Mechthild Baus ist Redakteurin beim mdr / Ressort Religion

Donnerstag, 17. März 2011

10:30 Uhr

El caudillo ‑ Volksheld oder Tyrann?
Caudillismus in Südamerika

Prof. Dr. Michael Riekenberg

Als um 1810 in Lateinamerika der Kolonialstaat zusammenbrach, kamen die Caudillos an die Macht. Vielen galten sie als wilde Gesellen, die mit Macht die lokalen Gesellschaften beherrschten und auch vor der Anwendung physischer Gewalt nicht zurückschreckten. Besonders interessant ist diese Entwicklung im sogenannten La Plata-Raum, einem Areal, das die Grenze zwischen den Siedlungen der indigenen Bevölkerung und der staatlich organisierten Gesellschaft bildete und etwa dem heutigen Argentinien entspricht.
Doch wer waren diese Caudillos wirklich? Dieser Frage geht Michael Riekenberg in seinem Vortrag nach.

  • Michael Riekenberg ist Professor für Vergleichende Geschichtswissenschaft und Ibero-Amerikanische Geschichte der Universität Leipzig

11:30 Uhr

Mehr Tote als im Bürgerkrieg
Das neue zentralamerikanische Gewalträtsel

Prof. Dr. Heidrun Zinecker

Fast zwei Jahrzehnte nach dem Ende des Zentralamerikakonflikts stehen drei Länder der Region – El Salvador, Honduras und Guatemala – an der Spitze der lateinamerikanischen und weltweiten Gewaltstatistik. In El Salvador und Guatemala ist die Rate der Tötungsdelikte im Nachkrieg sogar höher als im Bürgerkrieg. Gleichzeitig können mit Costa Rica und Nicaragua zwei Länder der Region auf eine erstaunlich niedrige Rate an Tötungsdelikten verweisen. Das ist besonders im Fall Nicaraguas erstaunlich, da anders als Costa Rica, es ein Land mit viel Armut und Ungleichheit ist. Darin besteht das „neue“ zentralamerikanische Gewalträtsel.
Heidrun Zinecker erläutert, welche Formen diese Gewalt annehmen kann, welche Ursachen für die hohen und niedrigen Gewaltintensitäten in der Region es gibt und welche Möglichkeiten der Begrenzbarkeit von Gewalt in den gewaltarmen Ländern und insbesondere im Fall von Nicaragua bestehen, und was man daraus lernen kann.

  • Heidrun Zinecker ist Professorin für Internationale Beziehungen am Institut für Politikwissenschaft der Universität Leipzig

13:00 Uhr

Wie wirksam ist ambulante Psychotherapie?

Dr. Cornelia Albani und Prof. Dr. Elmar Brähler

In Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche erleben immer mehr Menschen auch eine persönliche Krise und suchen Hilfe in den Praxen der Psychotherapie. In einer repräsentativen Patientenbefragung in Deutschland wurden 1212 Patienten in standardisierten Telefoninterviews zu ihren Erfahrungen befragt. Nicht nur der Anlass, die Behandlungsform und -dauer wurden erfragt, vor allem interessierte die Forscher, ob so eine Therapieform überhaupt als wirksam und hilfreich empfunden werden kann. Cornelia Albani und Elmar Brähler zeigen anhand der Studienergebnisse beispielsweise welchen Einfluss die psychische Gesundheit auf die meisten Lebensbereiche, wie z.B. die Arbeitsproduktivität aber auch für das soziale und familiäre Umfeld der Betroffenen, hat.

  • Cornelia Albani forscht und arbeitet an der Klinik für Psychotherapie und Psychosomatische Medizin, Universitätsklinikum Leipzig
  • Elmar Brähler ist Professor für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie an der Universität Leipzig

14:00 Uhr

Islamkonforme Bankgeschäfte als Alternative?

Prof. Dr. Hans-Georg Ebert und Prof. Dr. Friedrich Thießen

Seit einigen Jahren beschäftigt die Frage nach Bankprodukten, die mit den islamischen Geboten übereinstimmen, auch die europäische Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Dieses Interesse kommt nicht von ungefähr, denn in einigen islamischen Ländern mit beträchtlichem Kapitalvolumen und Wirtschaftswachstum, wie der Golfregion oder Asien, ist das islamische Bank- und Versicherungsgeschäft bereits zu einem wichtigen ökonomischen Faktor geworden.
Auch in Europa haben sich mittlerweile erste islamische Banken niedergelassen. Angesichts der weltweiten Finanzkrise werben diese Banken mit alternativen islamischen Produkten. Auch europäische Banken bemühen sich um dieses Geschäftsfeld, um vor allem muslimische Kunden anzusprechen. Viele Probleme sind dabei bis heute ungelöst: Sie reichen von der Nachfrageanalyse über die Produktgestaltung bis hin zur Regulierung und Zertifizierung. Die Diskussionen darüber verbinden sich mit inneren politischen und sozialen Konflikten, so dass es notwendig erscheint, das Potenzial islamischer Bankprodukte unaufgeregt und sachlich zu analysieren.

  • Hans-Georg Ebert ist Professor für Islamisches Recht am Institut für Orientwissenschaften der Universität Leipzig
  • Friedrich Thießen ist Professor für Finanzwirtschaft und Bankbetriebslehre an der TU Chemnitz

15:00 Uhr

Ästhetik contra Funktionalität?
Zur Neupositionierung von Konstruktion und Gestalt in der Architektur

Prof. Burkhard Pahl

Wir erleben derzeit in der architektonischen Auseinandersetzung ein zunehmendes Streben nach beliebigem Dekor und ein formales Loslösen der architektonischen Hülle von seinen ursächlichen Inhalten.
Ist es heute noch möglich aus den architektonischen Zusammenhängen eine formal gültige und zeitgemäße Gestalt zu gewinnen?

Burkhard Pahl, Architekt, langjähriger Lehrer und Forscher an der Universität Leipzig stellt seine Ansätze - verbunden mit der Buchpräsentation 'structure in mind' - an exemplarischen Beispielen zum Umgang mit Form, Gestalt und Konstruktion dar. Es werden Chancen einer sinnlichen Ästhetik aufgezeigt, welche das strukturelle, innere Gefüge zum Gegenstand der entwurflichen, formalen und inhaltlichen Auseinandersetzung werden lässt.

  • Burkhard Pahl ist Professor für Entwerfen und Konstruktives Gestalten und Direktor des Instituts für Grundlagen des Bauens und Planungsmanagement an der Universität Leipzig

16:00 Uhr

Ungeheuer zivilisiert? ‑
Behemoth. Journal on Civilisation

Prof. Dr. Wolfgang Fach im Gespräch mit Elena Buck, Anne Dölemeyer und Dr. Carlo Caduff

Vorgestellt wird das Journal Behemoth, das vom Forschungsbereich „Riskante Ordnungen“ der Universität Leipzig publiziert wird. Behemoth ist ein rasendes Monster, das im Alten Testament auftritt und seit langem als Sinnbild für politisches Chaos gilt. Dieses Chaos zu verhindern oder wenigstens zu bewältigen, das wird seit dem 17. Jahrhundert zur zentralen Staatsaufgabe gemacht.
In einer Diskussionsrunde mit zwei Autorinnen und einem Autor wird danach gefragt, in welchen Formen sich chaotische Zustände heute präsentieren, und wie die Staatsgewalt mit aller Macht versucht, immer wieder „Herr der Lage“ zu bleiben. Einen besonderen Akzent erhält diese Debatte dadurch, dass sie auch der Vermutung nachgeht, im Chaos selbst seien ordnende Kräfte angelegt, die der öffentlichen Hand in die Hände arbeiten. Das Exempel wird an drei Fällen statuiert: Seuchen, Migration und Katastrophen.

  • Wolfgang Fach ist Professor für politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Leipzig
  • Elena Buck promoviert am Institut für Politikwissenschaften der Universität Leipzig
  • Anne Dölemeyer arbeitet am Hochschuldidaktischem Zentrum der Universität Leipzig
  • Carlo Caduff ist Oberassistent am Ethnologischen Seminar der Universität Zürich

19:00 Uhr

Sonderveranstaltung

Ort: Centre for Area Studies (CAS), Thomaskirchhof 20

Wer regiert die Welt?
Warum Zivilisationen herrschen oder beherrscht werden

Ian Morris

Das kürzlich erschienene Buch von Ian Morris „Wer regiert die Welt? Warum Zivilisationen herrschen oder beherrscht werden“ ist in den vergangenen Monaten in den USA intensiv debattiert wurden. Denn der Autor erörtert darin die politisch brisante und zugleich hoch aktuelle Frage, auf welche Weise der Westen zu einer hegemonialen Position in der Welt gelangt ist. Seine Spurensuche führt ihn tief in die Geschichte. Morris zeichnet ein historisches Panorama, dass seine Interpretation des Auf- und Abstiegs von Weltmächten begründet. Dieses beeindruckende und kritische Werk ist jetzt auch in der deutschen Übersetzung erschienen.
Das Centre for Area Studies der Universität Leipzig und das European Network of Universal and Global History haben gemeinsam mit dem Campus-Verlag Ian Morris dafür gewinnen können, sein Werk vorzustellen und seine Thesen zu diskutieren. Dazu möchten wir Sie herzlich einladen, ebenso wie zu dem kleinen Empfang im Anschluss daran.
Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

  • Ian Morris ist Professor für Geschichte und Archäologie und lehrt an der University of Chicago und der Stanford University.

Freitag, 18. März 2011

10:30 Uhr

Amazon, Apple und Google ‑
Monopole im Handel mit Medienprodukten?

Dr. Marco Olavarria, Dr. Bernhard Mischke
Moderation: Michael Geffken

Wer heute im Internet Medien sucht und kauft, landet beinahe zwangsläufig bei Amazon, Google und Apple. Dabei stehen die Anbieter vor wenig bekannten Herausforderungen. Doch welche Möglichkeiten und Wege der Vermarktung gibt es für die Produzenten dieser Medien? In der Veranstaltung wird ein Überblick über die aktuelle Situation gegeben. Innovative Trends und Tendenzen werden aufgezeigt. Marco Olavarria erläutert, wie Zeitungen, Zeitschriften und Bücher in Zukunft genutzt und vertrieben werden, und Bernhard Mischke zeigt am konkreten Beispiel von pubbles, wie online-Kioske für digitale Zeitschriften, Zeitungen und Bücher den Markt verändern. In einer anschließenden Podiumsdiskussion sollen folgende Fragen geklärt werden. Wie verändert die Nutzung dieser Medien die Bedürfnisse der Nutzer? Welche Entwicklungen sind in der Technik und speziell bei Endgeräten zu erwarten? Welche Strategien werden im internationalen Maßstab verfolgt? Welche Folgen ergeben sich daraus für Buchverlage, Autoren, Zeitungen, Zeitschriften und Journalisten? Gibt es Alternativen für deutsche Medienproduzenten?
Das Publikum ist herzlich eingeladen, sich an dieser Diskussion zu beteiligen.

  • Marco Olavarria ist geschäftsführender Gesellschafter bei Kirchner + Robrecht management conultants
  • Bernhard Mischke ist Geschäftsführer der Firma pubbles GmbH & Co.KG
  • Michael Geffken Geschäftsführer der Leipzig School of Media und Lehrbeauftragter am Masterstudienprogramm Medien der Universität Leipzig

12:00 Uhr

Eigensinnige Roboter ‑
Realität oder Science Fiction?

Prof. Dr. Ralf Der

Lernfähige Roboter mit eigener Persönlichkeit werden von der Wissenschaft gemeinhin in das Reich der Science Fiction verwiesen. Nun eröffnen aktuelle Erkenntnisse der Informations- und Komplexitätstheorie – einer scheinbar nüchternen mathematischen Disziplin ‑ neue Perspektiven für die Entwicklung selbstbestimmter künstlicher Wesen. Lassen Sie sich im Vortrag von Robotern mit einem erstaunlichen Maß an Autonomie und Kreativität überraschen, die in ihrer eigensinnigen Art einen neuen Blickwinkel auf alte philosophische Fragen nach dem freien Willen und dem Selbst eröffnen.

  • Ralf Der ist Professor am Institut für Informatik der Universität Leipzig und forscht am Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften in Leipzig

13:00 Uhr

Kaffee – nicht nur ein Genussmittel

Prof. Dr. Karen Nieber

Auf Anregung Goethes untersuchte der Apotheker und Chemiker Friedrich Ferdinand Runge Kaffebohnen mit dem Ziel, die wirksame Substanz im Kaffee zu finden. Er entdeckte 1810 das Coffein. Coffein ist ein Alkaloid und gehört zu den psychoaktiven Drogen aus der Gruppe der Stimulanzien. Es wirkt anregend auf die Psyche, Antrieb und Konzentration werden gesteigert sowie Müdigkeitserscheinungen beseitigt. Ist das aber alles, oder hat der Stoff aus der Kaffeebohne noch weitere Wirkungen im menschlichen Organismus? Die Pharmakologin Karen Nieber vom Institut für Pharmazie erläutert, wie und wo Coffein im Körper wirkt und diskutiert neue Studien zur Nutzen-Risiko-Bewertung von Coffein in Genussmitteln und mögliche neue Anwendungen als Arzneimittel.

  • Karen Nieber ist Professorin für Pharmakologie und Direktorin des Institutes für Pharmazie der Universität Leipzig

14:00 Uhr

Alma mater Lipsiensis 1409-2009
Vorstellung der fünfbändigen Gesamtgeschichte der Universität Leipzig

Dr. Jens Blecher, Prof. Dr. Manfred Rudersdorf und Dr. Hartmut Zwahr

Die Leipziger Universität beging im Jahr 2009 den sechshundertsten Jahrestag ihrer Gründung. Aus diesem Anlass gibt die zweitälteste deutsche Universität eine fünfbändige Darstellung ihrer Geschichte heraus. Der zur Buchmesse 2011 fertig gestellte zweite Band beschließt dieses universitäre Großprojekt. In ihm widmen sich der Historiker Hartmut Zwahr und der Archivar Jens Blecher der Geschichte des 19. Jahrhunderts – einer Zeit nationaler Spitzenstellung und internationaler Ausstrahlung der Leipziger Hochschule vor dem Hintergrund von Revolution, Reichseinigung und Kaiserreich.
Bevor die Autoren einen Überblick über ihre Beiträge geben, wird der Vorsitzende der Kommission für Universitätsgeschichte, Manfred Rudersdorf, den Band im Kontext des Gesamtprojektes vorstellen und die Arbeit der vergangenen Jahre kurz resümieren.

  • Jens Blecher ist Direktor des Leipziger Universitätsarchivs
  • Manfred Rudersdorf ist Professor für die Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Leipzig
  • Hartmut Zwahr ist Professor für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Leipzig

15:00 Uhr

Wird es ein Junge oder ein Mädchen?
Geschlechtsbestimmung im Hühnerei

Prof. Maria Krautwald-Junghanns

Bei keiner anderen Nutztierart hat die Spezialisierung und Industrialisierung der Produktion in den letzten Jahrzehnten einen ähnlich hohen Grad erreicht wie beim Haushuhn. Mittlerweile stehen den für die rasche Gewichtszunahmen ausgewählten Mastlinien, bei denen beide Geschlechter genutzt werden können, hoch spezialisierte Legehennen gegenüber. Allerdings schlüpfen bei der Produktion bekanntermaßen nicht nur die erwünschten Hennen, sondern auch etwa ebenso viele Hähnchen. Diese sind jedoch durch die Schwierigkeiten bei der Mast und dem stetigen Verlangen der Verbraucher nach Brustmuskelfleisch für die industrielle Nutzung weniger wertvoll. Daher werden in Europa jährlich etwa 280 Millionen männliche Nachkommen unmittelbar nach dem Schlupf anhand geschlechtsspezifischer Merkmale aussortiert und anschließend getötet. Die routinemäßige Tötung von Eintagsküken betrifft dabei sämtliche Bereiche der Legehennenhaltung einschließlich des Bio-Sektors, stößt jedoch zunehmend auf ethische und rechtliche Bedenken. Praxistaugliche Alternativen stehen bislang allerdings nicht zur Verfügung. Maria Krautwald-Junghanns erklärt, welche Methoden eine Geschlechtsbestimmung bereits vor dem Schlupf der Küken, im Idealfall sogar am unbebrüteten Ei, ermöglichen, um die Tötung der Küken zu vermeiden und die als „männlich“ verifizierten Eier doch noch vermarkten zu können.

  • Maria Krautwald-Junghanns ist Direktorin der Klinik für Vögel und Reptilien der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig

16:00 Uhr

Molekulares Lego
Was der Baukasten des Lebens bereithält

Prof. Mario Mörl und Dr. Stefan Vörtler

Jede Form des Lebens auf unserem Planeten besteht aus kleinsten mehr oder weniger unabhängigen Einheiten, den Zellen. Diese werden wieder aus Biomolekülen aufgebaut, die Eigenschaften und Fähigkeiten ermöglichen (wie Proteine oder Eiweiße) oder den Bauplan (die DNA oder Erbinformation) bewahren.
In den letzten 50 Jahren verstehen wir die Sprache dieses Bauplans immer besser – und damit auch die Bausteine, die Leben erst möglich machen oder es durch Krankheiten erschweren und ihm letztendlich auch ein Ende setzten. Die Molekularbiologen und Biochemiker Mario Mörl und Stefan Vörtler laden zu einem Streifzug durch dieses Land der Biomoleküle und damit zu den Fundamenten des Lebens ein.

  • Mario Mörl ist Professor am Institut für Biochemie der Universität Leipzig
  • Stefan Vörtler forscht am Institut für Biochemie der Universität Leipzig

Samstag, 19. März 2011

10:30 Uhr

Die dunkle Seite des Balkans
Zwangsarbeit in Kroatien

Prof. Dr. Wolfgang Höpken

Zwangsarbeit ist nicht gleich Zwangsarbeit, sie betrifft und betraf verschiedene Gruppen. Ob es Kriegsgefangene waren, die über das erlaubte Maß hinaus eingesetzt wurden, ob es freiwillige Zivilarbeiter waren, deren Arbeitsaufenthalt im Deutschen Reich zwangsweise verlängert wurde, oder die Zwangsverschleppten aus den KZs. Bei näherer Betrachtung offenbart sich ein sehr komplexes Thema, dessen Spannweite über ganz Europa reicht. Das neue Buch von Christian Schölzel und Sanela Hodźić befasst sich mit dem Schicksal der Menschen aus Kroatien und Bosnien, die innerhalb des besetzten Jugoslawien, ins Deutsche Reich oder sogar bis nach Norwegen deportiert wurden. Es sind Einzelschicksale, die im Zusammenhang betrachtet ein detailliertes Gesamtbild ergeben. Beide Wissenschaftler konnten erstmals bislang gänzlich unbekannte, weil unzugängliche Quellenbestände sowohl in Serbien als auch in Norwegen öffnen und auswerten. Wolfgang Höpken stellt diese Publikation in seinem Vortrag vor.

  • Wolfgang Höpken ist Professor für Ost- und Südosteuropäische Geschichte an der Universität Leipzig

11:30 Uhr

Alles nur noch digital?
Die Bibliothek der Zukunft

Prof. Dr. Ulrich Johannes Schneider

Eine moderne wissenschaftliche Bibliothek bietet immer mehr Texte im elektronischen Format, sie verändert zudem ihre Auskunftsmittel durch die neue Technik: Kataloge werden zu Suchmaschinen.
Am Beispiel der Universitätsbibliothek Leipzig werden Einblicke in die grundlegenden Veränderungen gegeben, die Bibliothekare und Leser in ein neues Verhältnis zueinander bringen. Erstaunlicherweise ist die Digitalisierung auch ein Medium für seltene Handschriften wie den Codex Sinaiticus ‑ die älteste Bibel der Welt, die aktuell in der Bibliotheca Albertina besichtigt werden kann. Der Direktor der Universitätsbibliothek Leipzig, Ulrich Johannes Schneider, zeigt das jetzt schon erkennbare Gesicht einer digitalen Bibliothek der Zukunft.

  • Ulrich Johannes Schneider ist Direktor der Universitätsbibliothek Leipzig und Professor für Philosophie am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig

12:30 Uhr

Hart und weich zu gleich.
Wie sind Tumorzellen beschaffen um sich im Körper auszubreiten?

Dr. Mareike Zink

Neuste Untersuchungen zur Entwicklung von Tumoren haben sich erstmals mit den speziellen Eigenschaften solcher Zellen beschäftigt. Von besonderer Bedeutung sind dabei die Materialeigenschaften und deren Veränderungen, welche die Voraussetzung für das Wachstum sowie die Verbreitung von Krebszellen im Körper bestimmen. Das Forscherteam hat herausgefunden, dass die biomechanischen Eigenschaften von Tumorzellen für deren Wachstum sowie ihre Verbreitung im menschlichen Körper verantwortlich sind. Diese Ergebnisse könnten zu einer verfeinerten Diagnostik und deutlichen Veränderungen in der Behandlung von Krebserkrankungen führen. Welche Veränderungen das sein können und wie die Forschungsergebnisse zu verstehen sind erläutert Mareike Zink in ihrem Vortrag.

  • Mareike Zink ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Experimentelle Physik I der Universität Leipzig

13:30 Uhr

Sind die Gedanken noch frei?
Ein neues Menschenbild durch die Hirnforschung?

Prof. Dr. Robert Nitsch

Gelingt es, oder wird es zumindest in naher Zukunft gelingen, mittels moderner bildgebender Verfahren die Gedanken eines einzelnen Menschen zu entschlüsseln? Diese Frage wird von sogenannten Gedankenforschern zunehmend positiv beantwortet. Bisweilen ist die Rede davon, dass durch die Hirnforschung ein vollkommen neues Welt- und Selbstverständnis entsteht. Dieses soll tiefgreifende Veränderungen unserer Rechts- und Moralvorstellungen, letztlich unseres Menschenbildes zur Folge haben. Doch ist die Hirnforschung tatsächlich in der Lage, die „alte philosophische Frage“ nach dem, was den Menschen ausmacht, zu beantworten?
Ausgehend von einer Standortbestimmung der heutigen Hirnforschung arbeitet Robert Nitsch heraus, in welche grundlegenden philosophischen Problemlagen sich das reduktionistische Forschungsprogramm einer Neurobiologie des Geistes verstrickt. Zwei wesentliche Einsichten lassen sich aus solchen Überlegungen gewinnen: Zum einen sind Bedeutungen nicht im Gehirn mittels Bildgebung auffindbar, zum anderen kann die Hirnforschung nicht den Anspruch erheben, alleine Denken und Handeln zu erklären oder zu verstehen. Es wird deutlich, dass ein geisteswissenschaftlicher Erklärungsweg durch die Hirnforschung nicht ersetzt werden kann. Vielmehr kann sie Anwendungswissen zur Verfügung stellen, welches etwa für die Medizin relevant ist.

  • Robert Nitsch forscht und lehrt an der Berliner Charité und am Institut für Mikroskopische Anatomie und Neurobiologie der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

14:30 Uhr

Was hören wir?
Zur Bedeutung von Vorhersagen zur Hör-Wahrnehmung

Prof. Erich Schröger

Wir können in der Regel ohne Mühe gesprochene Sprache verstehen, ein Instrument an seinem Klang identifizieren, eine uns umkreisende Mücke am Summen lokalisieren, das eigentlich störende Brummen des Ventilators ignorieren und dergleichen. Das sind erstaunliche Fähigkeiten, wenn man bedenkt, dass uns diese Information über die von den Schallsendern erzeugten Luftdruckschwingungen erreicht und erst aufwändig rekonstruiert werden muss. Im Vortrag soll dargestellt werden, dass eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Hören unsere Fähigkeit ist, automatisch Modelle über unsere akustische Umwelt erzeugen. Aus diesem Wissen werden ständig Vorhersagen bzw. Erwartungen über anstehende Hörereignisse gebildet. Dies erst ermöglicht die schnelle und exakte Verarbeitung von Schallinformation, die uns subjektiv so einfach erscheint. Wir hören also „durch die Brille“ dessen, was wir schon wissen, oder ‑ noch provokativer formuliert ‑ wir hören, was wir vorhersagen.

  • Erich Schröger ist Professor am Institut für Psychologie der Universität Leipzig

15:30 Uhr

Menschen, Schimpansen und die Evolution des Sprechens

Dr. Wolfgang Enard

Eine herausragende Eigenschaft des Menschen ist seine Fähigkeit zu sprechen. Zwei genetische Änderungen in einem bestimmten Gen stehen seit längerem in Verdacht, bei der Evolution von Sprache eine entscheidende Rolle gespielt zu haben.
Aber welche genetischen Veränderungen ermöglichten die Ausbildung der spezifisch menschlichen Eigenschaften, im Verlauf der vergangenen sechs Millionen Jahre, seit sich die Entwicklungslinien von Mensch und Schimpanse trennten? Das ist eine der spannendsten Fragen der genetischen Forschung, die von Dr. Wolfgang Enard zusammen mit Wissenschaftlern vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig erforscht wurden. Dabei wurden erstmals die funktionellen Folgen dieser genetischen Änderungen am Beispiel des Modellorganismus Maus untersucht.

  • Wolfgang Enard forscht am Max Planck Institut für evolutionäre Biologie in Leipzig

16:30 Uhr

Ewiggestriger oder Modernisierter Rechtsextremismus?

Dr. Claudia Globisch im Gespräch mit Magdalena Marsovszky

Rothaarige Frauen, schwarze Kapuzenpullis, Rechtsrock-Jugendkultur, professionelle Webseiten, anti-kapitalistische und globalisierungskritische Parolen...
Sogenannte „autonome Nationalisten“ übernehmen linke Symbole und Praktiken und entsprechen auf den ersten Blick gar nicht mehr dem herkömmlichen Bild des glatzköpfigen dumpfen Nazi-Skinheads mit Springerstiefeln oder dem des seitengescheitelten NPD-Manns. „Freie Kräfte“ und Netzwerke ersetzen zunehmend klassische Parteistrukturen. Die soziale Frage und Globalisierungskritik sowie der „Ethnopluralismus“ rücken an die Stelle aggressiver Fremdenfeindlichkeit.
Hat sich die radikale Rechte (in Europa) modernisiert? Unter diesem Aspekt diskutieren Claudia Globisch und Magdalena Marsovszky die gegenwärtigen Entwicklungen und Dynamiken der europäischen Rechten und werfen einen Blick sowohl auf die transnationalen Sammlungsversuche sowie die Entwicklung in ausgewählten Ländern. Denn rechte Strukturen gibt es europaweit: auf der Ebene von Einstellungen und Weltanschauungen, in den Parlamenten, außerparlamentarischen (sozialen) Bewegungen und Institutionen sowie virtuellen Netzwerken. Ob es sich dabei um eine europäisierte und modernisierte Rechte handelt, steht zur Debatte.

  • Dr. Claudia Globisch, Assistenzprofessorin am Institut für Soziologie der Universität Innsbruck und Lehrbeauftragte am Institut für Soziologie
  • Magdalena Marsovszky, ist Kulturwissenschaftlerin, freie Publizistin und Vorstandsmitglied des Villigster Forschungsforums für Nationalsozialismus, Rassismus und Antisemitismus.

Sonntag, 20. März 2011

10:30 Uhr

Verschränkungen, Quantenkryptographie und andere süße Dinge

Prof. Dr. Frank Cichos

Wenn Objekte, wie die Strukturen im Computerchip immer kleiner werden, fängt eine neue Physik an die Vorgänge zu bestimmen ‑ die sogenannte Quantenmechanik.
Diese erlaubt unglaubliche Dinge. Objekte können durch Wände gehen oder von einem Ort zu einem anderen teleportiert ‑ also gebeamt ‑ werden. Aber, in der Quantenmechanik ist nichts wirklich sicher ‑ alles ist mit Zufall behaftet und die Physik klingt nach einem Glücksspiel. Heißt das nun, dass ein Computer der auf Effekten der Quantenmechanik basiert sich ab und zu verrechnet? Bedeutet das, dass bei einem Quantencomputer drei plus zwei nur wahrscheinlich fünf ist? Verschlüsselt die Quantenkryptographie geheime Botschaften, aber keiner kann sie wieder entschlüsseln, weil keiner mit Sicherheit den Schlüssel kennt? Oder vielleicht wird das Beamen nur manchmal funktionieren?
Antworten auf diese Fragen gibt dieser Vortrag ‑ vielleicht!?

  • Frank Cichos ist Professor für Experimentalphysik und Physik kondensierter Materie am Institut für Experimentelle Physik I der Universität Leipzig

12:00 Uhr

Optische Täuschung oder alles Nano?
Lichtpolarisation vom 3D-Kino zu Nanostrukturen

Prof. Dr. Marius Grundmann

Forschungen zur Lichtpolarisation und Nanostrukturen bilden die Grundlagen für Technologien wie sie beispielsweise in LCD-Fernsehern oder im 3D-Kino zum Einsatz kommen. Marius Grundmann demonstriert in Mitmach-Experimenten mit Tesafilm, wie ein LCD-Fernseher arbeitet oder die Brille im 3D-Kino funktioniert. Grundlage dafür ist die Beherrschung der Polarisation eines Lichtstrahls, die angibt in welcher Richtung das elektromagnetische Feld schwingt. Weiterhin wird ein Bogen zu den schillernden Farben von Insekten geschlagen und erklärt wie polarisations-abhängige Untersuchungen zur Entwicklung modernster High-Tech-Materialien dienen.

  • Marius Grundmann ist Professor für Experimentalphysik und Halbleiterphysik am Institut für Experimentelle Physik II der Universität Leipzig

13:00 Uhr

Aufgehört!
Was tun, wenn Hörgeräte nicht mehr ausreichen?

Prof. Dr. Michael Fuchs

Durch die zunehmende Nutzung von mp3-Playern, Handys und ähnlichen mobilen Geräten ist Schwerhörigkeit nicht mehr nur ein Problem älterer Menschen. Auch bei Jüngeren treten in zunehmendem Maße Verluste beim Hören auf, die so weit fortgeschritten sind, dass normale Hörgeräte nur noch geringe Verbesserungen bewirken können. Die wissenschaftliche Forschung und die technische Entwicklung können hier mit neuen Lösungen aufwarten, die eine Verbesserung des Hörens auch bei weit fortgeschrittener Schwerhörigkeit ermöglichen. Im Besonderen bei den sogenannten „implantierbaren Hörgeräten“ (Cochlea Implantation oder CI), die direkt an die Gehörknöchelchen im Mittelohr angekoppelt werden, können im Falle einer Ertaubung feine Elektroden direkt an den Hörnerv gebracht werden, die diesen stimulieren und damit das Hörorgan umgehen. Die eigentlichen Implantate sind mittlerweile so klein, dass sie mit minimal invasiven Operationsverfahren eingesetzt werden können. Das im Jahr 2010 neu gegründete Cochlea Implantations-Zentrum der HNO-Universitätsklinik Leipzig widmet sich neben solchen Operationstechniken auch der weiteren Erforschung und Entwicklung dieser Verfahren. Der Vortrag von Michael Fuchs ermöglicht faszinierende Einblicke in diese „neue Welt“ des Hörens.

  • Michael Fuchs ist Professor für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Leiter der Sektion Phoniatrie und Pädaudiologie am Universitätsklinikum Leipzig


14:00 Uhr

Du wirst deine Geliebte heiraten, aber es wird dir leid tun.
Problemlösungsstrategien durch Orakel im römischen Ägypten

Dr. Franziska Naether

„Du wirst deine Geliebte heiraten, aber es wird dir leid tun“; „Du wirst von deiner Frau erben, aber nicht als Alleinerbe“. So spricht ein dem Pythagoras zugeschriebenes Orakel, das schon Alexander zur Weltherrschaft verholfen haben soll. Das Losbuch „Sortes Astrampsychi“ ist auf römerzeitlichen Papyri und mittelalterlichen Handschriften in griechischer Sprache überliefert. Mit 92 vorformulierten Fragen und 1030 Antworten aus fast allen Lebensbereichen liegt eine ergiebige Quelle zur Sozialgeschichte Ägyptens vor ‑ vom Überleben von Krankheiten über Geschäftsbeteiligungen hin zu Verhandlungstaktiken vor Gericht. Wichtige Fragestellungen dieses Kommentars zu den Sortes Astrampsychi zielen auf den Anwendungskontext und die Einordnung des Werks innerhalb der religiösen, divinatorischen und magischen Praktiken Ägyptens unter besonderer Berücksichtigung der „Ticket-Orakel“ in demotischer, griechischer und koptischer Sprache.

  • Franziska Naether ist wissenschaftliche Assistentin am Ägyptologischen Institut/Ägyptischen Museum -Georg Steindorff- der Universität Leipzig

15:00 Uhr

Leben Demokraten gesünder?

Prof. Dr. Wieland Kiess und Prof Dr. Charlotte Schubert

Die Themen Bildung und Gesundheit sind für eine moderne Gesellschaft sehr wichtig: zur Sicherung der Lebensqualität und als Investition in die Zukunft. Einerseits benötigen sie viele Ressourcen, doch sie schaffen auch welche. Sie sollen immer wieder reformiert werden und befinden sich ständig in der Krise. Darüber hinaus sind beide Begriffe auf vielfältige Weise untrennbar miteinander verbunden. Gebildete Menschen ernähren sich gesünder und werden seltener krank. Ohne vernünftiges Bildungssystem gibt es keine Gesundheit, aber ohne vernünftiges Gesundheitssystem kann Bildung nicht an zukünftige Generationen weiter gegeben werden. Eine Gesellschaft muss sich hohe Bildungsausgaben für Alle leisten. Dabei sollte Bildung nicht auf Kosten von Gesundheit gehen ‑ und umgekehrt. Beide Begriffe, Bildung und Gesundheit, sind dabei durchaus umstritten und nicht eindeutig definiert. Verteilungs- und Chancengerechtigkeit sind jedoch heute von politischen Entscheidungen in einer Weise abhängig, die gerade Demokratien herausfordern.

  • Charlotte Schubert ist Professorin für alte Geschichte und Prodekanin der Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften der Universität Leipzig
  • Wieland Kiess ist Professor für Allgemeine Pädiatrie und Direktor der Universitäts-Kinderklinik der Universität Leipzig

16:00 Uhr

Tippgemeinschaft 2011

Martina Hefter und Studierende des Deutschen Literaturinstitutes Leipzig

Ist Schreiben Glückssache? Dass es in jedem Fall ein großes Glück ist, zeigen die Studierenden des Deutschen Literaturinstitutes Leipzig in ihrer druckfrischen Anthologie. Die „Tippgemeinschaft 2011“ vereint die verschiedensten Stimmen junger Autorinnen und Autoren. In ihrer mittlerweile neunten Ausgabe gewährt die Tippgemeinschaft Einblick in die Werkstatt der Studierenden und beweist erneut das Talent und die Experimentierfreude junger Schriftsteller.

  • Martina Hefter ist freie Autorin, war Studentin und Gastdozentin am Deutschen Literaturinstitut Leipzig
  • Ulrike Feibig, Wolfram Lotz, Hakan Tezkan und Florian Wacker studieren am Deutschen Literaturinstitut Leipzig

letzte Änderung: 10.01.2012 

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