Buchmesse- Akademie  

Buchmesse-
Akademie

13. Leipziger Buchmesse-Akademie

15.18. März 2012

Neue Messe, Halle 3, Stand G201/H200

Auch im Jahr 2012 präsentiert sich die Alma mater Lipsiensis mit der Buchmesse-Akademie auf der Leipziger Buchmesse. Auf 130 Quadratmetern werden nicht nur die neuesten Publikationen der Universität vorgestellt, sondern vor allem faszinierende und spannungsreiche Vorträge, Präsentationen sowie Podiumsdiskussionen von und mit führenden Leipziger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dargeboten. Die Universität zeigt sich dabei in ihrer ganzen fachlichen Breite und stellt dem Fach- sowie einem breiten öffentlichen Publikum aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen und gegenwärtige Forschungstrends anschaulich vor. Die Buchmesse-Akademie ist dabei zum einen das wissenschaftliche Zentrum der Leipziger Buchmesse und zum anderen der Ort, an dem Wissenschaft und Öffentlichkeit miteinander in Dialog treten.

Vor dem Hintergrund zunehmender Digitalisierung wird mit der Thematik des E-Books ein hoch brisanter und aktueller Diskussionsgegenstand aufgegriffen und in den Mittelpunkt eines Buchmessetages gerückt: Donnerstag, 15.03.2012. Im Fokus stehen hier beispielsweise die Entwicklung der digitalen Mediennutzung sowie die sich daraus ergebenden Konsequenzen für Nutzer im Allgemeinen und für Journalisten im Speziellen.

Am Freitag, dem 16.03.2012 werden Beiträge aus Wissenschaft und Forschung zu zahlreichen unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten vorgestellt. Das Repertoire reicht dabei von A wie Arzneimitteln bis Z wie Zeitreisen. Des Weiteren wird dem Besucher die Möglichkeit geboten, sich über die innovativsten Trends in Medizin und Molekularbiologie zu informieren.

Zwei weitere spannende Veranstaltungstage, im Rahmen derer interessante und verschiedenartige Themenbereiche vorgestellt werden, runden das Programm ab und unterstreichen den Anspruch der Buchmesse-Akademie, die Universität als wissenschaftlich ganzheitlich zu präsentieren.

Impressionen von der Leipziger Buchmesse 2012

Programm-Übersicht


Mittwoch, 14.03.2012

17:00 Uhr

Eröffnung der Buchmesse-Akademie 2012

Ort: Universität Leipzig, Rektoratsgebäude, Alter Senatssaal, Ritterstraße 26, 04109 Leipzig

Neuanfänge, Visionen, Brüche

Prof. Dr. Beate A. Schücking und Prof. Dr.  Cornelius Weiss
Moderation: Sven Heitkamp

Gesellschaftsbilder, Visionen, Brüche, zufällige und gewollte Neuanfänge, familiäre und akademische Prägung – darüber diskutieren Universitätsrektorin Beate Schücking und Altmagnifizenz Cornelius Weiss in der Eröffnungsveranstaltung der diesjährigen und nunmehr 13. Leipziger Buchmesse-Akademie. Der Chemiker Cornelius Weiss (Jahrgang 1933), nach der politischen Wende erster demokratisch gewählter Rektor der Universität Leipzig, erinnert sich in seinem bei Rowohlt erschienenen Buch „Risse in der Zeit“ an Leben und Studium in der Sowjetunion, Wissenschaftler-Jahre in der DDR, den Neuaufbau der Universität nach 1989 und politisches Engagement in der SPD-Landtagsfraktion. Die Medizinerin Beate Schücking (Jahrgang 1956) ist in der 602-jährigen Geschichte die erste Frau an der Spitze der Universität Leipzig.

  • Beate A. Schücking ist Rektorin der Universität Leipzig
  • Cornelius Weiss war Rektor der Universität Leipzig von 1991 bis 1997, Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz und danach Mitglied des Sächsischen Landtages
  • Sven Heitkamp ist Korrespondent für die Sächsische Zeitung

Donnerstag, 15.03.2012

10:30 Uhr

Kindle Fire, iPad & Co. Was wollen die Nutzer?

Rainer Burkhardt, Dr. Martina Steinröder und Wolfgang Scheida
Moderation: Michael Geffken

Tablets wie Apples iPad werden immer häufiger als Lesegerät für E-Books genutzt. Amazon drückt den Kindle mit einem Kampfpreis auf den deutschen Markt. Und in Zukunft bietet der US-Gigant auf dem Kindle Fire auch Medieninhalte jenseits des Buches an – Zeitungen, Zeitschriften, Musik und Filme. Der Markt der mobilen digitalen Endgeräte jenseits von Smartphone und Laptop wird auch in Deutschland zum Massenmarkt – und mit ihm der Markt für digitale Inhalte jenseits der klassischen Nachrichtenportale. Die Leipzig School of Media diskutiert daher mit namhaften Experten zentrale Aspekte der Marktentwicklung.

  • Rainer Burkhardt ist geschäftsführender Gesellschafter der KircherBurkhardt GmbH
  • Martina Steinröder ist Gründerin von Steinröder Publishing Consulting sowie Lehrbeauftragte am Institut für Buchwissenschaften der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
  • Wolfgang Scheida ist Mitglied der Redaktionsleitung von 'Welt Online'
  • Michael Geffken ist Direktor der Leipzig School of Media


12:00 Uhr

Zeitung goes Crossmedia –
Herausforderungen für Journalisten

Prof. Dr. Martin Welker und Dr. Tobias D. Höhn

Kaum ein Medienunternehmen, das sich nicht mit dem Thema beschäftigen würde oder nicht sogar schon mit einer App auf dem Markt ist.

Ob Spiegel oder Stern, ob Frankfurter Rundschau, Süddeutsche Zeitung oder taz – viele Medienangebote lassen sich bereits auf dem iPad nutzen. Die Kombination mit einem normalen Zeitungs- oder Zeitschriftenabo ist nur eine Geschäftsvariante. Das iPad soll mit bewegten Bildern, zusätzlichen Geschichten und leichter Bedienbarkeit für Mehrwert sorgen. Doch was genau bedeutet das neue Zeige- und Darstellungsmedium für Journalisten? Die Referenten des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaft zeigen einige wichtige Herausforderungen und beleuchten die Konsequenzen.

  • Martin Welker ist seit Herbst 2010 Vertretungs-Professor für Journalistik am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig
  • Tobias D. Höhn ist Assistent im Fachbereich Journalistik 1 am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig


13:00 Uhr

Das E-Book aus urheberrechtlicher Sicht
++ Dieser Vortrag fällt leider aus. ++

Prof. Dr. Christian Berger

Neue digitale Geschäftsmodelle verändern die Verlagslandschaft. Das Buch in elektronischer Form – das E-Book – hat sich am Markt durchgesetzt. Amazon verkauft in den USA mehr digitale als gedruckte Bücher. Diese Entwicklung stellt das Urheber- und Verlagsrecht vor neue Fragen. Das bis ins Mittelalter zurückreichende urheberrechtliche Nachdruckverbot, das den Urheber und Verleger eines Buches vor Raubkopien schützt, muss sich elektronischen Geschäftsmodellen sowie digitalen Publikations- und Nutzungsformen anpassen. Andererseits eröffnet der digitale Distributionsweg für Literatur Möglichkeiten illegaler Werknutzung; ist der Kampf gegen „Schwarzleser“ zu gewinnen? Christian Berger erläutert die Anpassung des Urheberrechts an die neuen elektronischen Publikationswege.

  • Christian Berger ist Professor für Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht und Urheberrecht an der Universität Leipzig


14:00 Uhr

100 Jahre Insel-Bücherei –
die schönste Buchreihe der Welt im digitalen Zeitalter

Prof. Dr. Siegfried Lokatis, Prof. Dr. Herbert Kästner und Jens Förster

Am 2. Juli 1912 wurden die ersten Bände der Insel-Bücherei ausgeliefert. Genau einhundert Jahre später bereitet die Leipziger Buchwissenschaft eine Jubiläumsausstellung vor, die im Deutschen Buch- und Schriftmuseum eröffnet wird. Offenbar steht diese Reihe in besonderem Maße für die Beharrungskräfte des real existierenden Buches. Doch auch die Freunde der Insel-Bücherei verstehen es längst, sich die Möglichkeiten des Internets nutzbar zu machen. Siegfried Lokatis spricht mit Experten über die Situation und Perspektiven der Reihe im digitalen Zeitalter. Wie wirkt sich das Online-Antiquariat auf das Sammelverhalten aus? Und wie lässt sich mit digitalen Mitteln die spannende Geschichte der über 1500 Bände umfassenden Reihe zunächst erforschen und dann öffentlich präsentieren?

  • Siegfried Lokatis ist Professor für Buchwissenschaft am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig
  • Herbert Kästner ist Vorsitzender des Leipziger Bibliophilen-Abends und Verfasser der Bibliographien „75 Jahre Insel-Bücherei“ und „100 Jahre Insel-Bücherei“
  • Jens Förster ist Leiter der „Bücherinsel“, des führenden Leipziger Antiquariats für die Insel-Bücherei


15:00 Uhr

Weltbibliothek digital –
die schöne neue Welt dessen, was wir online lesen können

Prof. Dr. Ulrich Johannes Schneider

Bekannte und interessante Texte im Internet: Wo sind die eigentlich? Wer suchen kann, wird fündig: Ganze Bibliotheken digitaler Texte sind neu entstanden. Es gibt elektronische Kopien gedruckter Werke und neu formatierte Texte für Computer, Smartphone oder E-Reader. Der Vortrag des Direktors der Universitätsbibliothek hilft bei der Navigation durch die neuen Textwelten, die online und kostenlos abgerufen werden können.

  • Ulrich Johannes Schneider ist Direktor der Universitätsbibliothek Leipzig und Professor für Philosophie am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig


16:00 Uhr

Wo publizieren die Humanities im nächsten Jahrzehnt?

Prof. Dr. Matthias Middell, Dr. Jürgen Danyel, Dr. Rüdiger Hohls und Martin Rethmeier

Wandern nach den Naturwissenschaften auch die Geisteswissenschaften ins Netz oder bleibt ihre Liebe zum Buch ein Bollwerk gegen den Trend zum E-Publishing? Prognosen sind allenthalben zu hören, aber weder Verlag noch Autoren haben sich bisher verbindlich festgelegt, wohin die Reise kurz- und mittelfristig gehen wird. Ist aber der Spagat zwischen Bücherschreiben und Onlinelektüre am Ende nicht doch zu anstrengend? Und wer trägt künftig die Kosten für jene Dienstleistungen, die bislang Lektor und Redaktion erbringen sollten? Das Podium mit Vertretern verschiedener Fächer, Verlage und Zeitschriftenredaktionen unternimmt den riskanten Versuch, die Zukunft der Humanities zwischen Papier und Bildschirm abzuschätzen. Es erörtert die Vorzüge und Kosten einer Mischstrategie und wirft einen Blick über den Tellerrand des deutschen Marktes.

  • Matthias Middell arbeitet am Global and European Studies Institute der Universität Leipzig und ist Herausgeber mehrerer historischer Zeitschriften
  • Jürgen Danyel ist stellvertretender Direktor sowie Leiter der Abteilung Zeitgeschichte der Medien- und Informationsgesellschaft am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
  • Rüdiger Hohls ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichtswissenschaften und Leiter des Bereichs Historische Fachinformatik der Humboldt-Universität zu Berlin
  • Martin Rethmeier ist Programmleiter für den Bereich Geisteswissenschaften des Oldenbourg Wissenschaftsverlages München

Freitag, 16.03.2012

10:30 Uhr

Zeitreisen: Gravitation trifft Quantenphysik

Prof. Dr. Rainer Verch

Die Phänomene der Quantenphysik können in Verbindung mit der Gravitation im Sinne der Einsteinschen Relativitätstheorie zu eigenartigen Effekten führen. Ein Beispiel ist die von Stephen Hawking theoretisch gefundene Strahlung schwarzer Löcher. In Fortführung solcher Überlegungen ergeben sich theoretische Spekulationen über Zeitreisen mit Hilfe von Quanteneffekten. Allerdings ergeben sich auch sehr enge Grenzen für solche Möglichkeiten. In der aktuellen Forschung gibt es Vorschläge, vereinfachte Zeitreise-Szenarien mit Hilfe der Grundlagen für Quantencomputer darzustellen. In der Präsentation wird versucht, diesen Themenkomplex so einfach wie möglich zu erklären und Spekulationen von rigorosen Ergebnissen zu trennen.

  • Rainer Verch ist Professor für Gravitationstheorie am Institut für Theoretische Physik der Universität Leipzig


12:00 Uhr

Aktuelle Diagnostik und Behandlung der Depression

Prof. Dr. Hubertus Himmerich

Die Depression ist eine Volkskrankheit, von der etwa vier Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind. Die Patienten leiden an einer unüberwindbaren Traurigkeit, an einem Verlust von Freude und Interesse und an einer für gesunde Menschen nicht vorstellbaren Antriebsschwäche. Eine Depression ergreift den ganzen Menschen, seine Gefühle, seine Gedanken und seinen Körper; und der Betroffene hat keine Hoffnung, je wieder gesund zu werden. Wird die Erkrankung aber richtig diagnostiziert, sind die Chancen sehr gut, sie erfolgreich behandeln zu können. Im Vortrag geht es nicht nur um Antidepressiva und Psychotherapie, sondern auch um neue Konzepte der Depressionsentstehung und -behandlung, um die Rolle der Angehörigen und um die Abenteuer der Patienten auf der Suche nach dem richtigen Therapeuten.

  • Hubertus Himmerich ist Professor für Neurobiologie affektiver Störungen und Oberarzt der Depressionsstation der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Leipzig


13:00 Uhr

Zu Risiken und Nebenwirkungen –
Medikationsfehler erkennen und vermeiden

Prof. Dr. Thilo Bertsche

Wir alle wissen: Medikamente haben nicht nur erwünschte Wirkungen. Nebenwirkungen können zu Therapieversagen, zur Verlängerung eines Krankenhausaufenthaltes oder sogar zum Tod führen. Häufig jedoch sind die Risikofaktoren für solche unerwünschten Effekte gut bekannt: Die Ursachen können eine falsche Dosierung, aber auch Anwendungsfehler durch den Patienten sein. Damit sind solche Medikationsfehler allerdings auch vermeidbar. Der Referent Thilo Bertsche vom Institut für Pharmazie zeigt in seinem Vortrag auf, wie man Arzneimittel-bezogene Probleme erkennen und wirksam verhindern kann. Ein Schwerpunkt ist dabei, was der Patient selbst beitragen kann, um seine Therapie sicherer zu machen. Dies erläutert er beispielshaft an Wechselwirkungen von Arzneimitteln, der Anwendung von Asthmasprays und dem Tablettenteilen.

  • Thilo Bertsche ist Professor für Klinische Pharmazie und Studiendekan der Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie an der Universität Leipzig


14:00 Uhr

Der Chirurg im Cockpit –
auf dem Weg in ein neues Zeitalter für Operationssäle

Prof. Dr. Gero Strauß

Der OP-Saal der Zukunft unterstützt den Chirurgen mit einer Vielzahl von neuen Funktionen. Abstandswarnsystem, Kollisionsvermeidungssystem und Way-point-Navigation erleichtern die Orientierung in den kompliziertesten Regionen des menschlichen Körpers. Mikromanipulatoren und sterile Bedienkonsolen erlauben eine „surgery by wire“ und damit kleinste Zugänge bei maximaler Einsicht und Präparationsfreiheit. Das chirurgische Cockpit ist damit die Grundlage für eine unaufhaltsame Veränderung der Chirurgie. Bereits heute können die Entwickler und Testchirurgen über die ersten Erfahrungen in diesen neuartigen Arbeitsplätzen berichten.

  • Gero Strauß ist Professor für HNO-Heilkunde und Direktor des IRDC Leipzig sowie Vorstand für Wissenschaft und Entwicklung am ICCAS Leipzig


15:00 Uhr

Das sechshundertjährige Jubiläum der Universität Leipzig 2009

Prof. Dr. Franz Häuser und Dr. Jens Blecher
Moderation: Dr. Gerald Diesener

Altmagnifizenz Franz Häuser und Jens Blecher, Direktor des Universitätsarchivs, stellen die Neuerscheinung „Das sechshundertjährige Jubiläum der Universität Leipzig 2009“ vor: Vorbereitungen, Feierlichkeiten und Bilanz des Universitätsjubiläums.

  • Franz Häuser, Ordinarius für Bürgerliches Recht, Bank- und Börsenrecht sowie Arbeitsrecht und Rektor der Universität Leipzig zwischen 2003 und 2011, leitete die Hochschule im Jubiläumsjahr 2009
  • Jens Blecher ist Direktor des Universitätsarchivs Leipzig und wissenschaftlicher Redakteur des präsentierten Bandes
  • Gerald Diesener ist Geschäftsführer des Leipziger Universitätsverlages


16:00 Uhr

Kleine Moleküle ganz groß die Makromoleküle

Dr. Stefan Vörtler

Bausteine, die die Welt aufbauen: Was hat ein Biomolekül einer menschlichen Zelle mit dem Kunststoff einer PET-Flasche oder einem neuartigen LED-Licht gemein? Sie gehören zur chemischen Klasse der Makromoleküle und sind als Polymere wortwörtlich „aus vielen Teilen aufgebaut“. So unterschiedlich ihr Auftreten und ihre Eigenschaften, so vielfältig auch ihr Aufbau. Und dennoch gibt es Grundregeln, die einem Biomolekül ganz besondere Eigenschaften verleihen und damit auch der Zelle, dem Gewebe und letztlich auch dem menschlichen Körper. Welche Regeln sind es? Wie lassen sie sich nutzen und was kann Neues daraus entstehen? Ein Streifzug von der Physik über die Chemie bis hin zu den Biowissenschaften und darüber hinaus.

  • Stefan Vörtler ist wissenschaftlicher Koordinator des Graduiertenkollegs/SFB-TRR 102 der Deutschen Forschungsgesellschaft

Samstag, 17.03.2012

10:30 Uhr

Chaotische Systeme und Himmlische Musik –
Resonanz und Goldener Schnitt zwischen Bach und Poincaré

Prof. Dr. Matthias Schwarz und Dr. Klaus Rettinghaus

Ist unser Sonnensystem stabil und regelmäßig? Ist unser Tonsystem wirklich harmonisch? Diese Fragen waren bis zu Kepler und Bach eng verknüpft und wurden stets mit Ja beantwortet. Aber was in der Himmelsmechanik scheinbar vollkommen gleichmäßig und geordnet wie in einem Uhrwerk abläuft und Johannes Kepler als Sphärenmusik bezeichnete, ist tatsächlich hochkomplex, faktisch unberechenbar und potentiell chaotisch. Unser auf die Pythagoräer zurückgehendes Tonsystem fußt auf der Idee der Harmonien aus möglichst einfachen, rationalen Zahlenverhältnissen, in der Mathematik als Resonanzen bezeichnet. Resonanzen spielen in einem Dynamischen System wie unserem Sonnensystem eine entscheidende Rolle. Resonanzen sind als Harmonien in der Musik erwünscht, im n-Körper-Problem der Physik sind sie die Quelle der Instabilität. Doch auch ein auf reinen Resonanzen aufgebautes Tonsystem führt zu unlösbaren Widersprüchen. Die Antwort liegt in den irrationalen Zahlen – sowohl in der Himmelsmechanik bezüglich der Stabilität als auch im Tonsystem für die harmonische Vollständigkeit. Welche ist die irrationalste Zahl?

  • Matthias Schwarz ist Professor für Mathematik in den Naturwissenschaften am Mathematischen Institut und Leiter der Research Academy der Universität Leipzig
  • Klaus Rettinghaus ist diplomierter Astrophysiker und promovierter Musikwissenschaftler am Bach-Archiv Leipzig und arbeitet im Forschungsprojekt Bach-Repertorium


12:00 Uhr

Georg Steindorff und die Leipziger Ägyptologie

Prof. Dr. Hans-Werner Fischer-Elfert, Dr. Franziska Naether

Georg Steindorff ist einer der bedeutendsten Vertreter deutscher Ägyptologie. Die Universität und die Stadt Leipzig verdanken ihm das Ägyptische Museum, das er mit Funden aus seinen Grabungen und Ankäufen aufgebaut hat und das heute nach ihm benannt ist. Aufgrund der nationalsozialistischen Rassegesetze wurde Georg Steindorff wegen seiner jüdischen Abstammung 1935 die Lehrbefugnis an der Universität entzogen. Im März 1939 gelang ihm und seiner Frau Elise wie kurz zuvor seiner Tochter und Enkeln die Emigration nach Kalifornien. Der Familie Hemer – seine Nachkommen – sowie der Jewish Claims Conference ist es zu danken, dass auch seine bedeutende Privatsammlung im Bestand des Museums verbleiben konnte und im Sinne seines Gründers dem akademischen Unterricht sowie der Forschung und zugleich den Bürgern und Besuchern der Stadt zur Verfügung steht. Auf der Buchmesse-Akademie wird auf geschichtliche Aspekte und auf aktuelle Forschungstrends eingegangen sowie die Instituts- und Museumsgeschichte aufgearbeitet.

  • Hans-Werner Fischer-Elfert ist Geschäftsführender Direktor des Ägyptologischen Instituts/Ägyptischen Museums – Georg Steindorff
  • Dr. Franziska Naether ist Wissenschaftliche Assistentin am Ägyptologischen Institut der Universität Leipzig


13:00 Uhr

Gesundheit und Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen aus psychologischer Sicht

Prof. Dr. Gisela Mohr

Die Zusammenhänge zwischen Arbeitslosigkeit und Gesundheit sind wechselseitig und werden schon seit langem untersucht. Arbeitslose haben im Vergleich zu Beschäftigten einen deutlich schlechteren Gesundheitszustand. Die Unterschiede sind besonders im Bereich der psychischen Gesundheit immens. Solche Erkrankungen sind auf dem Arbeitsmarkt ein großes Vermittlungshemmnis, das die Chancen auf einen Arbeitsplatz erheblich vermindert. Wie ist dies zu erklären, was kann dagegen unternommen werden? Was wird dagegen unternommen?

  • Gisela Mohr ist Professorin für Arbeits- und Organisationspsychologie am Institut für Psychologie der Universität Leipzig


14:00 Uhr

Ostdeutschland und die Sozialwissenschaften –
Bilanz und Perspektiven 20 Jahre nach der Wiedervereinigung

Prof. Dr. Astrid Lorenz

Ein entbürgerlichtes Wahlvolk, das im Bund schwarz-gelbe Koalitionen zu verhindern sucht und durch die Spaltung der Linken SPD-Mehrheiten unmöglich macht. Die Ostdeutschen haben die Republik im Griff. Große Koalitionen, Mehrparteien- und Minderheitsregierungen, Rückbau des Sozialstaates und Subventionskultur, eine Naturwissenschaftlerin als Kanzler und eine konservative Ministerin, die Mütter als „stille Reserve“ für den Arbeitsmarkt mobilisieren will… Wandel trotz Annäherung kennzeichnet das neue Deutschland.

  • Astrid Lorenz ist Professorin für das Politische System der Bundesrepublik Deutschland und Politik in Europa am Institut für Politikwissenschaft der Universität Leipzig


15:00 Uhr

Von der EURO-Krise zum EU-Ende?

Prof. Dr. Georg Vobruba und Dr. Jenny Preunkert

Die EURO-Krise geht in ihr drittes Jahr. Das Krisenmanagement ebenso. Eine Lösung der EURO-Krise zeichnet sich jedenfalls nicht ab. Bisher ist es der Politik nur gelungen, den Zusammenbruch der gemeinsamen Währung zu verhindern. Was steht auf dem Spiel? Kann die Europäische Union auch ohne gemeinsame Währung funktionieren? Oder ist mit dem EURO die gesamte Europäische Integration in Gefahr? Eindeutige Antworten sind kaum zu haben. Die Referenten werden darum unterschiedliche Szenarien entwerfen, in denen sich mögliche Entwicklungen fassen und ihre Folgen verstehen lassen.

  • Georg Vobruba ist Professor für Sozialpolitik am Institut für Soziologie der Universität Leipzig
  • Jenny Preunkert ist akademische Rätin am Institut für Soziologie der Universität Leipzig


16:00 Uhr

Leben nach der Misere –
Vernachlässigung, Gewalt und Missbrauch von Kindern

Prof. Dr. Kai von Klitzing

Immer wieder erregen Fälle von Gewalt gegen Kinder die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Gewalt gegen Kinder ist moralisch verwerflich, scheint aber kulturübergreifend Bestandteil des Zusammenlebens der Generationen zu sein. Die Politik reagiert mit Einberufung von „runden Tischen“ und eilig erneuerten Kindesschutzgesetzen. Aber welche Bedeutung hat es, dass wir unsere Kinder nicht nur lieben, sondern uns ihnen gegenüber auch immer wieder feindlich verhalten? Aus welchen individuellen und gesellschaftlichen Konstellationen speist sich diese Aggression gegen Kinder? Und welche Folgen hat sie für die kindliche Entwicklung? Kai von Klitzing beschäftigt sich mit Formen gewaltsamen Handelns gegenüber Kindern wie körperlichen Übergriffen, sexuellem Missbrauch, seelischer Misshandlung und Vernachlässigung, ihren möglichen individuellen und gesellschaftlichen Ursachen sowie mit den Folgen für das Kind.

  • Kai von Klitzing ist Professor für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Direktor der Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters der Universität Leipzig

Sonntag, 18.03.2012

10:30 Uhr

Lebens- und Berufsbiographien junger Ostdeutscher –
Befunde aus 25 Jahren Sächsische Längsschnittstudie

Dr. Yve Stöbel-Richter, Prof. Dr. Elmar Brähler, Dr. Markus Zenger und Dr. Hendrik Berth

Seit mittlerweile 25 Jahren begleitet die Sächsische Längsschnittstudie junge Erwachsene auf ihrem von Umbrüchen charakterisierten Lebensweg. Aufgewachsen in der DDR kam im Zuge der Wende nicht nur die Auseinandersetzung mit neuen Lebenszielen und -werten auf den Einzelnen zu, sondern auch der Wegfall von Ausbildungsplätzen, Arbeitslosigkeit sowie Fragen der Familiengründung. Anhand von Studienergebnissen werden die Lebensverläufe der StudienteilnehmerInnen und deren Auseinandersetzung mit einem neuen Gesellschaftssystem veranschaulicht. Die Ergebnisse zeigen dabei beispielsweise, dass sich in den vergangenen 25 Jahren die Einstellungen und Meinungen zur Deutschen Einheit auf gravierende Art und Weise verändert haben.

  • Yve Stöbel-Richter ist habilitiert für die Fächer Medizinische Soziologie und Medizinische Psychologie und arbeitet als Wissenschaftlerin in der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie im Department für Psychische Gesundheit
  • Elmar Brähler ist Medizinisch-wissenschaftlicher Leiter des Departments für psychische Gesundheit des Universitätsklinikums und Professor für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie an der Universität Leipzig
  • Markus Zenger ist promovierter Psychologe und arbeitet als Wissenschaftler in der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie des Departments für Psychische Gesundheit
  • Hendrik Berth ist habilitiert für das Fach Medizinische Psychologie und ist kommissarischer Leiter der Abteilung Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie im C. G. Carus Universitätsklinikum Dresden


12:00 Uhr

Alkohol in Arzneimitteln – notwendig, sinnlos, gefährlich?

Prof. Dr. Karen Nieber

„Wer Sorgen hat, hat auch Likör“ – dieses alte Sprichwort spielt auf die zwei Seiten des Alkohols an. Es ist Genussmittel und Hilfsstoff in Arzneimitteln. Um die heilenden Wirkstoffe aus einer Pflanze zu lösen, erfüllt Alkohol eine wichtige Funktion. Wie viel Alkohol darf aber ein Arzneimittel enthalten und sind alkoholhaltige Arzneimittel für Kinder geeignet? Die Pharmakologin diskutiert anhand eines Vergleiches mit alkoholhaltigen Lebensmitteln wie Apfelsaft, Kefir und reifen Bananen diese Fragen und erklärt, warum bei verordnungsmäßiger Einnahme der Alkohol in Arzneimitteln vom menschlichen Organismus schadlos toleriert wird.

  • Karen Nieber ist Professorin für Pharmakologie für Naturwissenschaftler am Institut für Pharmazie der Universität Leipzig


13:00 Uhr

Der ewige Kreis des Lebens

Dr. Michael Cross

Vor 75 Jahren beschrieb der Deutsche Hans Krebs einen um sich selbst drehenden Reaktionszyklus, der jede einzelne Zelle Tag und Nacht mit Energie und Ersatzteilen versorgt. Durch neue Erkenntnisse aus der Evolutionsbiologie und der Altersforschung kreist jetzt wieder alles um diesen Zyklus. Die ersten Drehungen scheinen das Leben auf Erde hervorgebracht zu haben, während die letzten unseren eigenen Untergang mitbestimmen. Der Krebs-Zyklus ist Garant für den ewigen Kreislauf des Lebens, da er einerseits erklärt, wie sich das Leben auf dem Planeten Erde überhaupt entwickeln konnte. Andererseits reguliert er ebenfalls die Degeneration der Zellen und steht somit für das Ende allen Lebens. Hier geht es um biologische Grundprinzipien, auch für Laien.

  • Michael Cross ist Biologe in der Abteilung für Hämatologie an der Universität Leipzig


14:00 Uhr

Gesund und gebildet –
Voraussetzungen für eine moderne Gesellschaft

Prof. Dr. Wieland Kiess, Prof. Dr. Elmar Brähler, Johannes Kiess und Prof. Dr. Charlotte Schubert

Gibt es kausale Abhängigkeiten zwischen hohem Bildungsstand und guter Gesundheit? Wenn ja, in welcher Richtung verlaufen solche Abhängigkeiten? Welchen (Stellen-)Wert haben Bildung und Gesundheit für eine Gesellschaft? Wie werden diese Felder verwaltet? Wie werden Gesundheit und Bildung produziert? Wohin führt das für eine Gesellschaft und wohin führt das in einer Gesellschaft? Sozial-, Geistes- und NaturwissenschaftlerInnen sowie MedizinerInnen wollen in ihrer Publikation „Gesund und gebildet. Voraussetzungen für eine moderne Gesellschaft“ mit ihren Beiträgen zu einem besseren Bewusstsein und Verständnis von Bildung und Gesundheit sowie der Bedeutung von Bildung und Gesundheit gerade in ihrer Kombination für jeden Einzelnen und die Gesellschaft insgesamt beitragen.

  • Wieland Kiess ist Professor für Allgemeine Pädiatrie und Direktor der Klinik für Kinder und Jugendliche der Universität Leipzig sowie Medizinisch-wissenschaftlicher Leiter des Departments für Frauen- und Kindermedizin des Universitätsklinikums
  • Elmar Brähler ist Medizinisch-wissenschaftlicher Leiter des Departments für psychische Gesundheit des Universitätsklinikums und Professor für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie an der Universität Leipzig
  • Johannes Kiess ist Politikwissenschaftler und promoviert am Institut für Soziologie der Universität Leipzig
  • Charlotte Schubert ist Professorin für Alte Geschichte am Historischen Seminar der Universität Leipzig


15:00 Uhr

Tippgemeinschaft 2012

Babet Mader, Sascha Macht, Therese Schreiber und Hakan Tezkan

Pünktlich zur Leipziger Buchmesse erscheint unsere Jubiläumsausgabe: Die Tippgemeinschaft feiert ihr zehnjähriges Bestehen!

Ein guter Anlass, um ein wenig mit bisherigen Traditionen zu brechen. Auch in diesem Jahr gewährt die Anthologie Einblick in die Arbeiten junger Autorinnen und Autoren, die am Deutschen Literaturinstitut Leipzig studieren. Doch nicht nur das – denn bei solch einem Jubiläum darf natürlich ein Rückblick auf die letzten Jahre nicht fehlen. So sind erstmals auch ehemalige Studenten des Instituts wie zum Beispiel Norbert Lange, Kerstin Preiwuß und Juli Zeh mit Texten vertreten. Darüber hinaus wird es eine dem Buch beigelegte CD mit Hörbeispielen geben.

  • Die Lesenden sind in diesem Jahr Babet Mader, Sascha Macht, Therese Scheiber und Hakan Tezkan

letzte Änderung: 11.12.2012 

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