Alumni-Familie  

Alumni-Familie

Alumni-Familie Sorger-Kulka

Es ist ein schöner, sonniger Sonntagvormittag. Das die Moritzbastei überwuchernde Laub färbt sich langsam bunt. In den Gewölben des ehemaligen Studentenklubs hat sich Familie Sorger zum Verzehr ihres Brunchgutscheines eingefunden. Das unausgesprochene Familienoberhaupt Dr. med. habil. Helmut Sorger hatte seine Sippe im April des Jahres für die Alumni-Familien-Konkurrenz angemeldet. "Bei näherem Hinsehen und unter Berücksichtigung auch der Familienmitglieder, die nicht ausschließlich Studenten, wohl aber Mitarbeiter der Universität Leipzig sind oder waren, wären sicherlich weit über zwanzig Alumni zusammengekommen", erklärt Helmut Sorgers Frau Dietlind. Um einen Kern von zehn Medizinern gruppieren sich ehemalige Leipziger Absolventen der Studienfächer Theologie, Journalistik, Informatik oder Biochemie.

Dennoch beschreibt Helmut Sorger die Seinen nicht als eine typische Leipziger Familie, deren Mitglieder schon aus Gründen der Tradition in der Heimatstadt studieren. Sein aus Thüringen stammender Vater, Dr. med. Wilhelm Sorger, hatte das durch den Ersten Weltkrieg unterbrochene Medizinstudium in Leipzig und Breslau fortgesetzt. Er selbst als Vogtländer hatte sich 1958 Leipzig als Studienort ausgesucht, seiner Meinung nach "die kulturell interessanteste Stadt der DDR". Seine erste Frau, Prof. Dr. Karin Sorger, war eine Kommilitonin und auch seine jetzige Frau, Dr. rer. nat. Dietlind Sorger, lernte er als Studentin kennen. Sie studierte Ende der 1960er Jahre Biochemie und ist seit 1974 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universitätsklinik für Nuklearmedizin.

Wegen des Flairs der Stadt und seines sozialen Netzwerks, nicht etwa wegen des Einflusses seiner Eltern oder besonderer Studienbedingungen, hat auch der Sohn Constantin in Leipzig studiert. Inzwischen lebt und arbeitet er als Anästhesist in der Schweiz. Helmut Sorger freut sich darüber, dass seine beiden Söhne Auslandsstudienjahre in Italien und den Niederlande verbringen konnten und dort neben Land und Leuten auch die Sprache fließend lernten. Zu seiner Zeit habe es diese Möglichkeiten ja nicht gegeben, bedauert er.

Sorgers Bruder, Dr. med. Reinhard Sorger, der in den 1960er Jahren Medizin in Leipzig studierte, reiste 1988 aus und gelangte über Heidelberg nach Bochum. Heute lebt und arbeitet der Psychiater dort und in Berlin.

Trotz der teils weit versprengten Mitglieder bleibt jedoch Leipzig das Zentrum der Familie.

Die Aktivitäten der Universität Leipzig zu ihrem 600-jährigen Jubiläum sind ein Thema im Familienkreis. Einen sehr emotionalen Bezug zur Karls-Universität Prag, "Mutteruniversität" der Leipziger Alma mater, hat Helmut Sorger: Ein Austauschprogramm während seiner langjährigen Tätigkeit in der Abteilung Physiologische Chemie der Medizinischen Fakultät Halle führte ihn über einen Zeitraum von etwa einer Dekade jährlich drei Wochen lang an die Moldau. Er hätte einen kostümierten Jubiläumsfestumzug der Studenten begrüßt und fragt sich, weshalb die Studenten dies abgelehnt haben: "Es wäre doch nicht nur eine äußerst repräsentative Angelegenheit, sondern sicherlich auch eine Gaudi für die Teilnehmenden geworden", so Sorger.

Ein Kurzfilm zur Alumni-Familie Sorger-Kulka kann auf der Videoplattform "vierzehn09" eingesehen werden. Der Film entstand im Rahmen des Seminars "Web-TV: Die crossmediale Zukunft" am Lehrstuhl für Journalistik II der Universität Leipzig. Auf der Videoplattform "vierzehn09" werden die von Studenten eigenständig produzierten Beiträge veröffentlicht.

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letzte Änderung: 19.02.2016 
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