Aktuelles Programm  

Aktuelles Programm

Wachstum und Wandel

Wachstum und Wandel Sommersemester 2017

DIE LETZTEN BEIDEN VERANSTALTUNGEN FINDEN IM HÖRSAAL 3 STATT

 

Wachstum und Beschleunigung, wie sie kennzeichnend  für moderne Gesellschaften sind, führen bereits heute zu einer sichtbaren Erschöpfung natürlicher Ressourcen. Auch unsere gesellschaftlichen und politischen Strukturen werden hiervon geprägt und ein zunehmender Verlust der Beziehung des Individuums zu seiner Lebenswelt, der sich prägnant im Begriff der Entfremdung widerspiegelt, kann als Zeichen dafür gewertet werden, dass eine ausschließlich auf wirtschaftliches Wachstum ausgelegte Gesellschaft möglicherweise nicht weiter existieren kann. Obwohl Begriffe, wie der der Nachhaltigkeit, längst Einzug in den allgemeinen Wortschatz gefunden haben, wird ein Konzept des „Wachstum um jeden Preis“ häufig immer noch als Grundlage ökonomischen Handelns gesehen. Im Sommersemester 2017 werden uns Referenten aus unterschiedlichen Fachbereichen ihre Diagnosen und  Einschätzungen zu zentralen Aspekten des Wachstums darlegen und ihre Visionen mit uns teilen, welche Arten des Wandels nötig, möglich und erstrebenswert sein können. Gemeinsam mit Ihnen möchten wir darüber diskutieren, wie sich gesellschaftlicher und individueller Wandel verstehen und wie er sich vielleicht konstruktiv gestalten lässt.

 Freuen Sie sich auf spannende und erhellende Vorträge und Diskussionen, zu denen Sie der Arbeitskreis des studium universale herzlich einlädt. 

Ihr Frank Gaunitz

Übersicht


Hinweis Raum

Die Veranstaltungen finden, sofern nicht anders angegeben, zwischen
19:00 und 20:30 Uhr im Hörsaal 1 des Hörsaalgebäudes in der Universitätsstraße 3 statt.

Die Abschlussveranstaltung wird am 02.07.2017 im Palmengarten unter dem Titel "Palmengartenfest der gelebten Visionen" stattfinden. Treff ist im Palmengarten (Jahnallee 52) um 15.00 Uhr.

12.04.2017

Hartmut Rosa

Resonanz statt Reichweitenvergrößerung

Konturen einer revolutionären Doppeltransformation der Moderne. Wachstum und Beschleunigung dienen inzwischen weit eher dem Erhalt des Status Quo als dessen Verbesserung. Der Vortrag versucht die Konturen eines Paradigmenwechsels zu skizzieren, die einen Modus adaptiver Stabilisierung und eine Orientierung an der Idee eines resonanten Weltverhältnisses beinhaltet. Dazu soll das Konzept der Resonanz als normativ ausgezeichnetem Modus der Weltbeziehung systematisch entwickelt werden.

Prof. Dr. Hartmut Rosa ist Professor für allgemeine und Theoretische Soziologie an der Universität Jena.

19.04.2017

Felix Ekhardt

Nachhaltigkeit contra Wachstum

Folgeprobleme ökologisch nötiger Wachstumslosigkeit und Bedingungen gesellschaftlichen Wandels.

Die Krise der EU oder das bloße Reden von Nachhaltigkeit – just die Gebildeten sind die größten Umweltsünder – bleiben teils rätselhaft, wenn man einseitig bei Hirnforschung oder Kapitalismuskritik stehen bleibt. Versteht man gerade menschliche Gefühle und die unbewussten Vorstellungen von Normalität besser, lässt sich gesellschaftlicher und individueller Wandel verstehen und sogar konstruktiv ermöglichen.

 

Prof. Dr. Felix Ekardt ist Mitarbeiter an der Juristischen Fakultät der Universität Rostock und Leiter der Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik in Leipzig und Berlin.

22.04.2017

Wir marschieren für die Wissenschaft. Treff: 13.00 Uhr am Naturkundemuseum Lortzingstraße 3

26.04.2017

Crister Garrett

 

Wachstum um jeden Preis?

 

Donald Trumps Wirtschafts- und Umweltpolitik und mögliche Folgen

Die Wirtschafts- und Umweltpolitik von Donald T. Trump hat für große Turbulenzen in der amerikanischen Gesellschaft und in der internationalen Politik gesorgt. Der Präsident hat verkündet, er strebe eine jährliche Wachstumsrate von 3-4% an, eine Rate die keine westliche Gesellschaft in den letzten Jahren erreicht hat. Geht es hier um Wachstum um jeden Preis? Genau mit dieser Frage tritt eine neue Ära der amerikanischen Politik ein, die Grundsatzfragen zu Wachstum & Wandel aufwirft.

 

 

Prof. Dr. Crister Garrett hat den Lehrstuhl für Amerikanische Kultur und Geschichte an der Universität Leipzig inne

03.05.2017

Sylke Nissen

Nachhaltigkeit im Wandel

Nachhaltigkeit ist spätestens seit dem Bericht der Brundtland-Kommission ein Begriff, der die umweltpolitische Diskussion prägt und zur Zielvorgabe für politisches, ökonomisches und individuelles Handeln geworden ist. In meinem Beitrag werde ich von dem Drei-Säulen-Modell ökonomischer, ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit ausgehen und die Entwicklung des Nachhaltigkeitsbegriffs skizzieren. Anschließend werde ich einige Gedanken zur gesellschaftlichen Nachhaltigkeitspraxis zur Diskussion stellen.

 

Prof. Dr. Sylke Nissen ist Professorin für Soziologie an der Universität Leipzig. Sie ist Schirmherrin von oikos Leipzig e.V. und Mitglied im Beirat Leipziger Agenda 21.

10.05.2017

Steffen Lange

Postwachstumsökonomie

Was kann die Wirtschaftswissenschaft dazu beitragen?

Die Postwachstumsökonomie wird nun bereits seit einigen Jahren intensiv diskutiert – es gibt jedoch nach wie vor wenige Konzepte zur makroökonomischen Gestaltung. In diesem Vortrag stellt Steffen Lange makroökonomische Rahmenbedingungen für Postwachstumsökonomien vor. Es wird gezeigt, welche Erkenntnisse sich bzgl. Postwachstumsökonomien aus makroökonomischen Theorien (neoklassische, keynesianische und marxistische) ableiten lassen.

 

Steffen Lange ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung und ehrenamtlicher Mitarbeiter am Konzeptwerk Neue Ökonomie.

17.05.2017

Christian Wirth

Vom Wandel und Nutzen der biologischen Vielfalt

(im Rahmen der 51. Leipziger Naturschutzwoche)

In Jahrhunderten des Sammelns und Inventarisierens haben wir kaum mehr als 10% der biologischen Vielfalt erfasst. Ein vollständiges Inventar werden wir nicht mehr erhalten: Viele Arten werden ausgestorben sein, bevor wir sie haben entdecken können. Die Biodiversitätsforschung – Gegenstand des Vortrags – will wissen, wieviel biologische Vielfalt es gibt, warum sie existiert, welche Rolle sie in Ökosystemen spielt und welche Wechselwirkungen sie mit menschlichen Gesellschaften hat.

Prof. Dr. Christian Wirth lehrt und forscht an der Universität Leipzig, ist Leiter des Botanischen Gartens und Gründungsdirektor des iDiv Halle-Jena-Leipzig.

24.05.2017

Johanna Grabow

Stürmische Zeiten im ewigen Eis - vom Wandel in der Antarktis

Die Antarktis ist der Ort, an dem die Folgen unseres Handelns am deutlichsten zu spüren sind. Seitihrer Entdeckung unterlag sie einem steten Wandel – vom Schauplatz für tragische Entdeckungsreisen über den Kontinent der Wissenschaft bis hin zum globalen Laboratorium. Der Vortrag wird sowohl auf die Resonanz, die der siebte Kontinent auf unser Bewusstsein, unsere Politik und Öffentlichkeit ausübt, als auch auf aktuelle Forschungsvorhaben im ewigen Eis eingehen.

 

Johanna Grabow forscht am Scott Polar Research Institute, Cambridge und ist Doktorandin an

der Universität Leipzig.

31.05.2017

Matthias Middell

Wachstum und Globalisierung

Der Vortrag setzt sich mit gängigen Vorstellungen von Globalisierung als Verdichtung ökonomischer, politischer und kultureller Verflechtungen mit dem Ergebnis wachsender wirtschaftlicher Erträge auseinander. Gefragt wird, seit wann wir von einem engen Zusammenhang von Globalisierung und Wachstum sprechen, wie dieser gemessen wird und welche Folgen sich für soziale (Un-)Gleichheit in einzelnen Gesellschaften und weltweit ergeben. Daraus lassen sich einige Schlussfolgerungen für mögliche Zukunftsszenarien zum Zusammenhang zwischen Globalisierung und Wachstum ableiten.

 

 

Prof. Dr. Matthias Middell ist Professor für Kulturgeschichte an der Universität Leipzig.

07.06.2017

Helmut Gebauer

Möglichkeiten und Grenzen menschlicher Optimierbarkeit – Human Enhancement und Evolution

 

Die natürlichen Grenzen des menschlichen Organismus zu überwinden ist eine in der Kulturgeschichte immer wieder auftretende Vision, die mit der von der Nanotechnologie ausgehenden wissenschaftlich-technischen Revolution neu belebt wurde. Diese Vision ist geknüpft an die so genannten „Converging Technologies“, der fachübergreifenden Zusammenarbeit von Nanotechnologie, Biotechnologie, Informationstechnologie und Neurobzw. Kognitionswissenschaften.

 

Dr. Helmut Gebauer ist Geschäftsführer am Zentrum für interdisziplinäre Technikforschung der TU Dresden.

14.06.2017

Thomas Bruckner

Dekarbonisierung der Weltwirtschaft

Degrowth oder doch lieber Green Growth?

Wie Klimamodellrechnungen zeigen, lässt sich eine Begrenzung der Veränderung der globalen Mitteltemperatur auf einen Wert von weniger als 2°C nur dann erreichen, wenn die Treibhausgasemissionen langfristig den Wert Null annehmen. Der Vortrag zeigt auf, welche technologischen Optionen es hierfür gibt und welche Kosten damit verbunden sind. Im Zentrum steht darüber hinaus die Frage, inwieweit globaler Klimaschutz mit einem weiteren Wachstum der Weltwirtschaft verträglich ist.

 

Prof. Dr. Thomas Bruckner ist Direktor des Instituts für Infrastruktur und Ressourcenmanagement der Universität Leipzig.

21.06.2017

Frigga Haug

Leben in der Vier-in-einem-Perspektive

Die Vier-in-einem-Perspektive sucht ein Leben vorzustellen, dass im Hier und Jetzt ansetzt und eine andere Verteilung der tätig verbrachten Zeit anzielt. Sie prüft, wie sinnvoller, gerechter, genussreicher und verantwortlicher zu leben ist. Historisch kommt das Projekt der Vier-in-einem-Perspektive aus dem langen Streit in der internationalen Frauenbewegung um die Hausarbeit und ihren Stellenwert in unterschiedlichen Produktionsverhältnissen. Sie ist eine Utopie von Frauen, aber sie gilt für alle.

 

Dr. Frigga Haug war Professorin für Soziologie an der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik. Sie ist Trägerin des Clara-Zetkin Preises und Vorsitzende des Berliner Instituts für kritische Theorie.

28.06.2017

Muruchi Poma

Buen Convivir

Über die indigenen Prinzipien des guten Zusammenlebens

Die Mutter Erde spendet uns Leben und wir geben es zurück, stirbt sie, dann sterben wir, sagen wir „Indios“ aus Lateinamerika. Unser Leben folgt bestimmten Prinzipien. Wir nennen sie etwa Sumaq Kawsay, Suma Qamaña, Buen (Con) Vivir – zu deutsch: gutes Zusammenleben. Beinhalten diese Lebensphilosophien das gegenteilige Verständnis vom westlich geprägten Begriff der „Entwicklung“? Sind sie deckungsgleich? In ihrem Kern befördern sie den Kreislauf des Lebens – somit sind sie einfach anders.

 

Dr. Muruchi Poma stammt aus einer Quechua-Aymara Gemeinde in Bolivien und ist im Vorstand des Ayni e.V.

02.07.2017

Abschlussveranstaltung mit oikos

Palmengartenfest der gelebten Visionen

Im schönen Leipziger Palmengarten baut die Initiative „Essbarer Palmengarten“ Nutzpfl anzen an und zeigt so, wie sich gesellschaftlicher Wandel ein Stück weit leben lässt. Wir laden ein zu Konzert und Picknick mit Leipziger Akteuren des ökonomischen, ökologischen und sozialen Wandels - gemeinsam mit der Radtour des Chores des Leipziger Notenspur e.V. zur Musikkultur der Stadt. Den detaillierten Ablauf unseres Abschlussfestes finden Sie zu gegebener Zeit auf unserer Homepage. Sie wollen sich einbringen? Melden sie sich unter: studiumuniversale(at)uni-leipzig.de.

Treff: 15.00 Uhr Jahnallee 52 (Palmengarten)


letzte Änderung: 16.06.2017 

Kontakt

Leiter des Arbeitskreises
Prof. Dr. Frank Gaunitz
Leiter der Forschungslabore
Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie
Universitätsklinikum Leipzig
Liebigstraße 20
04103 Leipzig

Telefon: +49 341 97-17953
E-Mail

Koordination studium universale, Kinderuni, Sonntagsgespräch
Dominik Becher
Ritterstraße 12
04109 Leipzig

Telefon: +49 341 97-37395
E-Mail

Studentische Hilfskraft
Alexandra Bär

Sprechzeiten

Sprechzeiten
Dominik Becher:

mittwochs 10:00-12:00 Uhr

Ritterstraße 12, Raum 405

(Während der vorlesungsfreien Zeit findet keine Sprechstunde statt.)

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