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Professorenkatalog der Universität Leipzig | catalogus professorum lipsiensis

Prof. Dr. phil. Otto Jahn

Lebensdaten

Bedeutende Gelehrte in Leipzig, Band 1

Bildquelle: Bedeutende Gelehrte in Leipzig, Band 1

geb. 16.06.1813 in Kiel
gest. 09.09.1869 in Göttingen
Konfession: evangelisch
PND: 118556657

Lebenslauf

Studium

  • 1831-1836 Studium: Klassische Philologie und ArchĂ€ologie in Kiel, Leipzig und Berlin

Qualifikation

  • 1836 Promotion zum Dr. phil. in Klassischer Philologie an der UniversitĂ€t Kiel
    Titel der Arbeit: Palamedes.

Akademische Karriere

  • 1839-1842 PD fĂŒr Klassische Philologie an der UniversitĂ€t Kiel
  • 1842-1846 aoProf fĂŒr Klassische Literatur und ArchĂ€ologie an der UniversitĂ€t Greifswald
  • 1846-1847 oProf fĂŒr Klassische Philologie an der UniversitĂ€t Greifswald
  • 1847-1850 oProf fĂŒr Philologie und ArchĂ€ologie an der Philosophischen FakultĂ€t der UniversitĂ€t Leipzig
  • 1854-1869 oProf fĂŒr Klassische Philologie an der UniversitĂ€t Bonn

Publikationen (Auswahl)

  • Die GemĂ€lde des Polygnotos in der Lesche zu Delphi, Kiel 1841.
  • W. A. Mozart, 4 Bde., Leipzig 1856-1859.
  • Römische AlterthĂŒmer aus Vindonissa, ZĂŒrich 1862.
  • Gesammelte AufsĂ€tze ĂŒber Musik, Leipzig 1866.
  • Goethes Briefe an Christian Gottlob von Voigt, Leipzig 1868.

Weitere Informationen

  • 1850 mit seinen befreundeten Kollegen Moritz Haupt und Theodor Mommsen wegen des Eintretens fĂŒr eine deutsche Verfassung des Hochverrats angeklagt und seines Lehrstuhls trotz des spĂ€teren Freispruchs enthoben; daraufhin Privatgelehrter
  • 1857 Dekan der Philosophischen FakultĂ€t der UniversitĂ€t Bonn, 1858/59 Rektor ebd.
  • enger Freund Theodor Mommsens
  • grĂŒndete in Leipzig zusammen mit dem Verleger H. HĂ€rtel, dem Philosophen G. Hartenstein und dem Thomaskantor M. Hauptmann die Bach-Gesellschaft, deren erster SekretĂ€r er wurde
  • nach seiner Promotion begab er sich zu weiteren Studien nach Kopenhagen und unternahm eine Studienreise in verschiedene Bibliotheken in Deutschland, Frankreich, der Schweiz und Italien
  • seine ForschungstĂ€tigkeit lĂ€sst sich drei Hauptgebieten zuordnen: in Kiel und Greifswald widmete er sich vorrangig der Philologie, wĂ€hrend in Leipzig die ArchĂ€ologie zunehmend in den Mittelpunkt rĂŒckte, auf dem Gebiet der Musikwissenschaft leistete er bedeutende Forschungsarbeit
  • seine kollegialen Beziehungen in Bonn, besonders zu dem Theologen Albrecht Ritschl, gestalteten sich zunehmend schwierig, da Jahn durch sein eigenmĂ€chtiges Vorgehen bei der Berufung H. Sauppes den sogenannten "Bonner Gelehrtenstreit" heraufbeschwor
  • verheiratet mit Louise Jahn, geb. Raabe
  • zog in Bonn einen großen SchĂŒlerkreis um sich zusammen, darunter z.B. O. Benndorf, G. Bursian, A. Michaelis und E. Petersen
  • ĂŒbertrug die philologisch-kritische Methode auf die ArchĂ€ologie und die Musikgeschichte ĂŒbertragen und leistete damit wichtige Vorarbeiten v.a. im Bereich der Musikwissenschaft

Biographische, autobiographische Literatur

  • Biographische AufsĂ€tze, Leipzig 1866.
  • MĂŒller, Carl Werner, Otto Jahn: mit einem Verzeichnis seiner Schriften, Stuttgart/ Leipzig 1991.
  • Calder, William M. (Hrsg.), Otto Jahn: (1813 - 1868). Ein Geisteswissenschaftler zwischen Klassizismus und Historismus, Stuttgart 1991.
  • Michaelis, Adolf und Petersen, Eugen (Hrsg.), Otto Jahn in seinen Briefen, Leipzig 1913.
  • Springer, Anton, Otto Jahn: GedĂ€chtnisrede gehalten im archĂ€ologischen Auditorium der Bonner UniversitĂ€t am 25. Okt. 1869, Leipzig 1869.

Referenzen zu anderen Projekten

Referenzen und Quellen

DBA I, Fiche 598, 189-196; DBA II, Fiche 647, 101-107; NDB Bd. 10, S. 304-306; ADB Bd. 13, S. 668-686.

Links

Empfohlene Zitierweise:
Art:Otto Jahn
in: Professorenkatalog der Universität Leipzig / Catalogus Professorum Lipsiensis,
Herausgegeben vom Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte,
Historisches Seminar der Universität Leipzig.
Link: http://www.uni-leipzig.de/unigeschichte/professorenkatalog/leipzig/Jahn_1253
Datum: 26.05.2012

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