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Professorenkatalog der Universität Leipzig | catalogus professorum lipsiensium

Prof. Dr. phil. habil., Dr. phil. h. c. Walter Karl Hugo Markov

Lebensdaten

UniversitÀtsarchiv Leipzig, N04964

Bildquelle: UniversitÀtsarchiv Leipzig, N04964

geb. 05.10.1909 in Graz
gest. 03.07.1993 in MĂŒhlenbeck
Konfession: evangelisch-lutherisch
PND: 118578006

Lebenslauf

Studium

  • 1927-1934 Studium der Geschichte, Geographie, Slavistik, Religionsgeschichte, Philosophie und Orientalistik an den UniversitĂ€ten Bonn, Leipzig, Köln, Hamburg und Berlin

Qualifikation

  • 1934 Promotion zum Dr. phil. in Geschichte an der UniversitĂ€t Bonn
    Titel der Arbeit: Serbien zwischen Österreich und Rußland 1897-1908.
  • 1947 Habilitation fĂŒr Neuere Geschichte an der UniversitĂ€t Leipzig
    Titel der Arbeit: GrundzĂŒge der Balkandiplomatie. Ein Beitrag zur Geschichte der AbhĂ€ngigkeitsverhĂ€ltnisse in der imperialistischen Epoche.

Akademische Karriere

  • 1947 Lehrauftrag fĂŒr EinfĂŒhrung in das Zeitalter des Imperialismus an der UniversitĂ€t Halle-Wittenberg
  • 1948-1949 Professor mit vollem Lehrauftrag fĂŒr Mittlere und Neuere Geschichte an der Philologisch-Historischen Abteilung der Philosophischen FakultĂ€t der UniversitĂ€t Leipzig
  • 1949-1969 Professor mit Lehrstuhl fĂŒr Mittlere und Neuere Geschichte an der Philosophischen FakultĂ€t der UniversitĂ€t Leipzig
  • 1969-1974 oProf fĂŒr Allgemeine Geschichte der Neuzeit an der Sektion Geschichte der Karl-Marx-UniversitĂ€t Leipzig

Ämter

  • 1960-1961 Prodekan der Philosophischen FakultĂ€t der UniversitĂ€t Leipzig

Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Vereinigungen (Auswahl)

  • Mitglied der SocietĂ© des Ă©tudes robespierristes seit 1954
  • Mitglied der SocietĂ© d'histoire moderne et contemporaine seit 1955
  • Ordentliches Mitglied der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1961-1972
  • Mitglied der Historical Society of Nigeria 1962
  • Ordentliches Mitglied der Philologisch-Historischen Klasse der SĂ€chsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig 1964-1992
  • Ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR zu Berlin 1972-1992
  • Korrespondierendes Mitglied der Philologisch-Historischen Klasse der SĂ€chsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig 1992-1993

Weitere Mitgliedschaften (Auswahl)

  • Mitglied der KPD seit 1933
  • Mitglied der SED 1947-1951
  • Mitglied der DSF seit 1948
  • VizeprĂ€sident des Nationalkomitees der Historiker der DDR 1960-1974
  • PrĂ€sident der Deutsch-Afrikanischen Gesellschaft der DDR 1961-1969

Publikationen (Auswahl)

  • (Hrsg. mit Friedrich Donath) Kampf um die Freiheit. Dokumente zur Zeit der nationalen Erhebung 1789-1815, Berlin (Ost) 1954.
  • Revolution im Zeugenstand. Frankreich 1789-1799, 2 Bde., Leipzig 1982.
  • Geschichte der TĂŒrkei, Berlin-Leipzig 1948.
  • Jaques Roux, 4 Bde., Leipzig 1965-1970.
  • Die Große Revolution der Franzosen, Leipzig 1973.

Weitere Informationen

  • 1934 GrĂŒndung einer studentischen Widerstandsgruppe an der UniversitĂ€t Bonn (Herausgeber der illegalen Zeitschrift "Sozialistische Republik"und Leiter des KPD-Unterbezirks Bonn)
  • 1934-1935 wissenschaftlicher Assistent am Orientalistischen Seminar der UniversitĂ€t Bonn sowie Bibliothekar am Historischen Institut
  • 1935-1936 Verhaftung und Verurteilung zu 12 Jahren Haft wegen Hochverrats, 1936-1945 Inhaftierung im Zuchthaus Siegburg; 1945 an der Selbstbefreiung des Zuchthauses beteiligt
  • 1945-1946 MitbegrĂŒnder von FDJ und Kulturbund an der UniversitĂ€t Bonn
  • 1946 Übersiedlung nach Leipzig
  • seit 1946 Oberassistent am Kulturhistorischen Institut der UniversitĂ€t Leipzig
  • 1947 Lehrauftrag fĂŒr EinfĂŒhrung in das Zeitalter des Imperialismus an der MLU Halle/Saale
  • 1949-51 Direktor des Instituts fĂŒr Kultur- und Universalgeschichte; 1951-55 Direktor fĂŒr Allgemeine Geschichte der Neuzeit am Institut fĂŒr Allgemeine Geschichte sowie kommissarischer Direktor des Instituts fĂŒr Geschichte der Völker der UdSSR; 1955-59 kommissarischer Direktor des Instituts fĂŒr Geschichte der EuropĂ€ischen Volksdemokratien; 1955-68 Direktor des Instituts fĂŒr Allgemeine Geschichte; 1958-68 Fachrichtungsleiter Geschichte und Vorsitzender des wissenschaftlichen Rates des Historischen Instituts; 1964-67 kommissarischer Direktor des Afrika-Instituts und Leiter der Abteilung Geschichte; 1967-68 Vorsitzender des Rates fĂŒr Asien-, Afrika- und Lateinamerika-Wissenschaften; 1968-74 Mitglied des Direktoriums der Sektion fĂŒr Afrika-, Asien- und Nahostwissenschaften; Mitglied der Senatskommission fĂŒr Bibliothekswesen
  • 1951 Ausschluss aus der SED wegen "Titoismus" und "Objektivismus"
  • Auszeichnungen: VVO in Silber (1959); Nationalpreis der DDR II. Klasse (1961); Goldene Ehrennadel der Liga fĂŒr Völkerfreundschaft (1965); Verdienter Hochschullehrer (1977); Ehrensenator der KMU Leipzig, Friedrich-Engels-Medaille der Akademie der Wissenschaften der DDR zu Berlin (1978); Stern der Völkerfreundschaft in Silber (1979); Hervorragender Wissenschaftler des Volkes (1984); Ehrenspange zum VVO in Gold (1989)
  • 1962/63 Gastprofessur und Direktor des Fachbereiches Geschichte an der UniversitĂ€t Nsukka/Nigeri; 1963 Gastprofessur in Sri Lanka; 1970-71 LehrtĂ€tigkeit an der UniversitĂ€t Santiago de Chile
  • 1969 Ehrenpromotion an der KMU anlĂ€sslich seines 60. Geburtstages
  • 1991 GrĂŒndung der Karl-Lamprecht-Gesellschaft und der Zeitschrift "Comparativ"

Biographische, autobiographische Literatur

  • Markov, Walter, Zwiesprache mit dem Jahrhundert, Weimar-Berlin 1989.
  • KĂŒttler, Wolfgang/Schmidt, Walter, Walter Markov: 5.10.1909-3.7.1993, in: Jahrbuch der SĂ€chsischen Akademie der Wissenschaften 1993-1994, S. 377-380.
  • Kossok, Manfred (Hrsg.), Studien ĂŒber die Revolution. Mit Bibliographie Walter Markov, Berlin (Ost) 1969.
  • Scheel, Heinrich (Hrsg.), Nachdenken ĂŒber Geschichte unserer Zeit. AnlĂ€sslich der Ehrung fĂŒr Walter Markov und Albert M. Soboul am 4. Oktober 1974, Berlin (Ost) 1974.
  • Kossok, Manfred, Walter Markov, geb. 05.10.1909 in Graz, in: Biographische KalenderblĂ€tter der Berliner Stadtbibliothek 21 (1979), Folge 10.
  • Markov, Walter, Wie viele Leben lebt der Mensch. Eine Autobiographie aus dem Nachlass, Leipzig 2009.
  • Neuhaus, Manfred (Hrsg.), Wenn jemand seinen Kopf bewusst hinhielt ... BeitrĂ€ge zu Werk und Wirken von Walter Markov, Leipzig 1997.
  • Heitkamp, Sven, Walter Markov. Ein DDR-Historiker zwischen Parteidoktrin und Profession, Leipzig 2003.

Referenzen zu anderen Projekten

Referenzen und Quellen

DBA II, Fiche 855, 433-434; DBA III, Fiche 600, 136-140; KĂŒrschner 1961, S. 1270; UAL, PA 1100.

Links

Empfohlene Zitierweise:
Art:Walter Karl Hugo Markov
in: Professorenkatalog der Universität Leipzig / Catalogus Professorum Lipsiensium,
Herausgegeben vom Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte,
Historisches Seminar der Universität Leipzig.
Link: http://www.uni-leipzig.de/unigeschichte/professorenkatalog/leipzig/Markov_695
Datum: 20.05.2013

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