Studieren mit Beeinträchtigung  

Studieren mit Beeinträchtigung

Hier erhalten Sie Informationen zu häufig nachgefragten Themen in Bezug auf ein Studium mit Behinderung oder chronischen Erkrankungen.

Häufig gestellte Fragen


BAföG

Auch Studierende mit Behinderung und chronischen Erkrankungen haben Anspruch auf BAföG, wenn ihnen nicht genügend Eigenmittel zur Finanzierung des Studiums zur Verfügung stehen. Sollte sich das Studium aufgrund der Behinderung oder chronischen Erkrankung über die allgemeine Regelstudienzeit hinaus verzögern, besteht die Möglichkeit die Förderungsdauer auf Antrag zu verlängern. Dieser Antrag sollte rechtzeitig gestellt werden. Der Nachweis der Behinderung bzw. chronischen Erkrankung an sich erfüllt noch nicht die Voraussetzungen zur Verlängerung der Förderungsdauer. Mit dem Antrag muss nachgewiesen und argumentiert werden, dass die Behinderung bzw. chronische Erkrankung ursächlich für die Verzögerung des Studiums ist. Eine ärztliche Bescheinigung ist dem Antrag beizulegen. 

ACHTUNG: Während eines regulären Teilzeitstudiums und während eines Urlaubssemesters besteht kein Anspruch auf BAföG.

Sollten Sie Fragen zur Ausbildungsförderung haben, können Sie sich direkt an die Beratung des Amtes für Ausbildungsförderung wenden. Zusätzlich stehen Ihnen die Mitarbeiter_Innen des BAföG Services des Studentenwerks gern für Fragen zur Verfügung.

https://www.studentenwerk-leipzig.de/bafoeg-finanzierung/sachbearbeiterinnen

https://www.studentenwerk-leipzig.de/bafoeg-finanzierung/bafoeg-service

EURO WC- Schlüssel

Die Schließanlagen der behindertengerechten Toiletten der Universität Leipzig wurden in allen Gebäuden auf das europaweit einheitliche EURO-Schlüsselsystem umgestellt. Sollten Sie keinen EURO-Schlüssel besitzen, können Sie diesen für 20 Euro beim CBF Darmstadt bestellen. Auf der Seite des Vereins finden Sie auch eine Übersicht der berechtigten Personengruppen.

http://www.cbf-da.de/

Härtefallantrag

Ein kleiner Teil der Studienplätze ist für Bewerber und Bewerberinnen reserviert, für die die Ablehnung des Antrages auf Zulassung zum Studium eine außergewöhnliche Härte darstellen würde, z.B. wenn Sie eine Erkrankung mit Tendenz zur Verschlimmerung haben oder in Ihrer Berufswahl oder Berufsausübung aufgrund Ihrer Beeinträchtigung eingeschränkt sind.

Um als Härtefall anerkannt zu werden, müssen Sie im Zusammenhang mit Ihrer Bewerbung einen Antrag bei der Universität stellen. Einzureichen ist ein fachärztliches Gutachten, das für Laien nachvollziehbar den Härtefall begründet.

ACHTUNG: Übersteigt die Anzahl der Bewerber_innen die Zahl der zur Verfügung stehenden Härtefallplätze, entscheidet der Grad der außergewöhnlichen Härte über den Erhalt einer Zulassung.

Bitte prüfen Sie vorher selbstkritisch, ob sich für Sie ein Härtefallantrag lohnt.

Langzeitstudiengebühren

Sind Sie seit Sommersemester 2013 im 1. Fachsemester an der Universität Leipzig immatrikuliert und überschreiten die in Ihrer Prüfungsordnung festgelegte Regelstudienzeit um mindestens 4 Semester, müssen Sie ab der Rückmeldung zum Sommersemester 2017 eine so genannte Langzeitstudiengebühr zahlen. Diese muss für jedes Semester zusätzlich zu Ihrem Semesterbeitrag entrichtet werden und beträgt 500 Euro.

Sollte sich Ihr Studium aufgrund Ihrer Beeinträchtigung oder chronischen Erkrankung verlängert haben, melden Sie sich bitte beim Studierendensekretariat. Dort werden Sie über weitere Möglichkeiten der Studiengestaltung im Hinblick auf die Gebühren beraten.

Nachteilsausgleiche

Um Studierenden mit Behinderung und chronischen Erkrankungen ein chancengleiches und diskriminierungsfreies Studium zu ermöglichen, haben diese Anspruch auf Nachteilsausgleiche, z.B. in Form von einer anderen Prüfungsart, mehr Zeit in Prüfungssituationen oder die Nutzung von technischen Hilfsmitteln. Diese Ausgleiche stellen keine Vergünstigungen dar, sondern gleichen individuelle, aufgrund der Beeinträchtigung entstehende Benachteiligungen aus.

Um einen Nachteilsausgleich in Anspruch nehmen zu können, müssen Sie bei Ihrem jeweiligen Prüfungsausschuss einen formlosen Antrag stellen. In diesem sollten Sie kurz darstellen, welche Auswirkungen Ihre Beeinträchtigung auf Ihr Studium hat und welche Art von Nachteilsausgleich Sie benötigen. Bitte bedenken Sie dabei, dass in den Prüfungsausschüssen nicht ausschließlich Fachleute zum Thema Studium mit Beeinträchtigung sitzen und auch diese Ihre Erläuterungen nachvollziehen können müssen. Des Weiteren fügen Sie Ihrem Antrag eine ärztliche Bescheinigung bei.

Sollten Sie Ihre Diagnose nicht veröffentliche wollen, wenden Sie sich bitte vor der Antragstellung des Nachteilsausgleichs an die Senatsbeauftragte für Studierende mit Behinderung und chronischen Erkrankungen oder ihre Mitarbeiterin. Sie erhalten eine Stellungnahme mit Empfehlungen für den Nachteilsausgleich ohne Nennung der Diagnose. Diese Empfehlung legen Sie Ihrem Antrag bei.

Bitte kümmern Sie sich frühzeitig um die Beantragung Ihres Nachteilsausgleiches.

Weitere Informationen finden Sie in der Rubrik "Nachteile ausgleichen".

Semesterticket

Gelten Sie nach SGB IX als schwerbehindert und haben somit Anspruch auf unentgeltliche Beförderung im ÖPNV (Beiblatt mit gültiger Wertmarke) und weisen dies nach, sind Sie vom MDV Semesterticket befreit.

Dazu müssen Sie jedes Semester Ihren Schwerbehindertenausweis und das Beiblatt mit gültiger Wertmarke beim Studentenwerk vorlegen. Zuständig dafür ist:

Uta Niedenführ

Abteilung Rechnungswesen

Goethestraße 6, Zimmer 215

04109 Leipzig

E-Mail: niedenfuehr(at)studentenwerk-leipzig.de

Sonderstudienplan (faktisches Teilzeitstudium)

Bei vielen Studiengängen gibt es feste Vorgaben in Bezug auf den Studienverlauf. Studierende mit Behinderung und chronischen Erkrankungen benötigen mehr Spielraum für eine individuelle Gestaltung ihres Studiums.

Ein Sonderstudienplan sollte mit dem zuständigen Prüfungsamt abgesprochen und schriftlich festgehalten werden, sodass der Ablauf für alle Beteiligten nachvollziehbar ist. Wichtig ist zu prüfen, dass sich Lehrinhalte sinnvoll ergänzen und in der geplanten Reihenfolge auch wirklich belegt werden können. Sollte es aufgrund der Behinderung oder chronischen Erkrankung zu erneuten Verzögerungen im Studium kommen, sollte dies schnellstmöglich besprochen und der Studienplan eventuell angepasst werden. Ein weiterer Vorteil des Sonderstudienplans gegenüber des regulären Teilzeitstudiums ist die Möglichkeit der weiterhin bestehenden BAföG- Förderung.

Teilzeitstudium

Es ist möglich bestimmte Studiengänge aufgrund von Behinderung und chronischen Erkrankungen in Teilzeit zu absolvieren. Die Regelstudienzeit wird dadurch verlängert. Studierende können, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen, meist selbst entscheiden wie viele Semester sie in Teilzeit studieren möchten. Ein Wechsel von der einen Form in die andere ist möglich, sollte aber mit dem Studierendensekretariat abgesprochen werden. Ein Teilzeitstudium bietet sich z.B. nach einer längeren Krankheitsphase an, um wieder in den Studienalltag rein zu finden. Der Vorteil gegenüber eines individuellen Sonderstudienplans ist die meist unkompliziertere Organisation des Studiums. Jedoch kann auf die individuelle Arbeitsfähigkeit nicht so konkret eingegangen werden.

ACHTUNG: Prüfen Sie vor der Aufnahme eines Teilzeitstudiums Ihre finanzielle Lage. In regulären Teilzeitstudiengängen besteht kein Anspruch auf BAföG. Ob ein Anspruch auf ALG II besteht, muss individuell geprüft werden.

Urlaubssemester

Auf Antrag wegen eines wichtigen Grundes kann ein Studium offiziell unterbrochen werden. In Ihrem Antrag muss ein Beurlaubungsgrund genannt und gegebenenfalls nachgewiesen werden. Urlaubssemester werden nicht auf die Regelstudienzeit angerechnet. Diese Semester gelten somit als Hochschulsemester jedoch nicht als Fachsemester. Während des Urlaubssemesters soll es die Universität den Studierenden ermöglichen Studien- und Prüfungsleistungen zu erbringen. Die Universität ist dazu jedoch nicht verpflichtet. Sprechen Sie daher im Voraus mit Ihrem Prüfungsamt mögliche Leistungen ab.

ACHTUNG: Sollten Sie während des Urlaubssemesters ALG II beziehen, dürfen Sie keine Leistungen erbringen und müssen Ihre Studienaktivitäten komplett einstellen.

Bitte beachten Sie auch, dass Sie während des Urlaubssemesters kein Anspruch auf BAföG haben.

Für genauere Fragen zu eventuell möglichen Sozialleistungen während des Urlaubssemesters berät Sie gern die Sozialberatung des Studentenwerks.

https://www.studentenwerk-leipzig.de/beratung-soziales/sozialberatung


letzte Änderung: 15.09.2017 

Kontakt

Senatsbeauftragte für Studierende mit Behinderung oder chronischen Krankheiten
Annett Ammer-Wies
Dittrichring 5-7
Raum 005
04109 Leipzig

Telefon: 0341 97-30482
E-Mail

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