Studieren mit Beeinträchtigung  

Studieren mit Beeinträchtigung

Nutzen Sie Ihr Recht auf ein chancengleiches Studium

Ein Studium mit Behinderung oder chronischer Erkrankung kann einen vor verschiedene Herausforderungen stellen. Viele Studien- und Prüfungsordnungen strukturieren den Studienverlauf eng vor. Aufgrund einer Behinderung oder chronischen Erkrankung kann es vorkommen, dass zeitliche und formale Vorgaben nicht eingehalten werden können. Um diese Benachteiligungen auszugleichen, haben Studierende mit Behinderung oder chronischer Erkrankung Anspruch auf individuelle Nachteilsausgleiche, die Ihnen ein chancengleiches Studium ermöglichen sollen.

Der Anspruch auf solch einen Nachteilsausgleich ist gesetzlich geregelt.

Grundgesetz (GG)

Schon aus dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland leitet sich der Anspruch eines chancengleichen Studiums für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung ab.

"Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. [...] Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden." (Artikel 3 GG)

"Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat." (Artikel 20 GG)

UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK)

Deutschland hat sich durch die Ratifizierung der UN-BRK im Jahr 2009 der Umsetzung der Inhalte dieser Konvention verpflichtet und stärkt somit die Rechte von Menschen mit Behinderung.

Im Artikel 24 wird der Anspruch auf inklusive Bildung und das Recht auf lebenslanges Lernen benannt, welches sich auch auf die Hochschulbildung bezieht.

"Die Vertragsstaaten anerkennen das Recht von Menschen mit Behinderungen auf Bildung. [...] mit dem Ziel,

Menschen mit Behinderungen ihre Persönlichkeit, ihre Begabungen und ihre Kreativität sowie ihre geistigen und körperlichen Fähigkeiten voll zur Entfaltung bringen zu lassen." (Artikel 24 Abs. 1b UN-BRK)

Hochschulrahmengesetz (HRG)

Das Hochschulrahmengesetz bildet die Grundlage des Hochschulrechts in Deutschland. Es ist verankert, dass die Hochschulen die Situationen von Studierenden mit Behinderungen mit berücksichtigen.

"Die Hochschulen wirken an der sozialen Förderung der Studierenden mit [...]. Sie tragen dafür Sorge, dass behinderte Studierende in ihrem Studium nicht benachteiligt werden und die Angebote der Hochschule ohne fremde Hilfe in Anspruch nehmen können." (§2 Abs. 4 HRG)

"Prüfungsordnungen müssen die besonderen Belange behinderter Studierender zur Wahrung ihrer Chancengleichheit berücksichtigen." (§16 Satz 4 HRG)

Sächsisches Hochschulfreiheitsgesetz (SächsHSFG)

Das Sächsische Hochschulfreiheitsgesetz regelt die Rechte und Pflichten der Hochschulen auf Landesebene. Häufig sind die Vorgaben des Hochschulrahmengesetzes übernommen.

"Die Hochschulen haben insbesondere folgende Aufgaben: Sie tragen dafür Sorge, dass Studenten mit Behinderung oder chronischer Krankheit in ihrem Studium nicht benachteiligt werden und die Angebote der Hochschule möglichst ohne fremde Hilfe in Anspruch nehmen können." (§5 Abs. 2 Nr. 12 SächsHSFG)

"Prüfungsordnungen müssen [...] der Chancengleichheit für behinderte und chronisch kranke Studenten dienende Regelungen treffen." (§34 Abs. 3 SächsHSFG)


letzte Änderung: 15.09.2017 

Kontakt

Senatsbeauftragte für Studierende mit Behinderung oder chronischen Krankheiten
Annett Ammer-Wies
Dittrichring 5-7
Raum 005
04109 Leipzig

Telefon: 0341 97-30482
E-Mail

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