Baugeschehen Grundrisse  

Baugeschehen
Grundrisse

Das Collegium Paulinum um 1543

Paulinerkloster um 1543

Das Dominikanerkloster St. Pauli war im Jahr 1229 auf dem Gelände einer geschleiften Burganlage des Markgrafen Dietrich des Bedrängten errichtet worden. Alle Klostergebäude waren von ca. 1470 bis 1520 durch neue ersetzt worden. 

Nach der Überschreibung des Klostergeländes im Jahr 1544, verfügt die Universität neben verschiedenen Höfen, Gärten und der alten Klosterkirche über zahlreiche Räumlichkeiten wie Hörsäle, Speisesaal, Bibliothek, Küche, Vorrats,- und Wirtschaftsräume sowie verschiedene Tor,- und Beguinenhäuser als Wohnhäuser für Professoren.

Die Klosteranlage kann, von kleineren Reparaturen abgesehen, bis ins Jahr 1797 nahezu unverändert für die neue
universitäre Zwecksbestimmung genutzt werden.

Der Umbau durch Albert Geutebrück

Grundriss Geutebrückbau

Durch die wachsende Studierendenzahl an der Universität, Sanierungsbedarf und Änderungen in der Finanzverwaltung, werden in den Jahren von 1831-1900 zahlreiche Baumaßnahmen am alten Universitätscampus durchgeführt.

Nach dem Abriss der alten Gebäude (ab 1829) entsteht in fünfjähriger Bauzeit das neue Haupthaus der Universität mit repräsentativer Fassade zum Augustusplatz. Die feierliche Einweihung erfolgte am 3. August 1836. 

Das dreigeschossige Augusteum (A) verfügt unter anderem über neun Hörsäle mit 840 Plätzen, eine Aula mit 248 Plätzen sowie die Bibliothek und zahlreiche Räumlichkeiten für verschiedene Sammlungen und Laboratorien.

Unter Albert Geutebrück entstehen bis Ende der 1860er Jahre zahlreiche weitere Bauten und Umbauten in und am Rande des Universitätscampus. Hierzu zählen u.a. Fridericianum, Mauricianum, Hardtsches Haus und Bornerianum.

Der Umbau durch Arwed Rossbach

Grundriss Rossbachbau

Unter Architekt Arwed Rossbach wird nahezu der gesamte innere Gebäudekomplex des Universitätscampus abgerissen. An seiner Stelle entstehen die Gebäudeteile Paulinum (P), Johanneum (J) und Albertinum (C). Letztere werden durch eine großzügige Wandelhalle (W) und den Rundbau des Hörsaals (H) mit dem Augusteum verbunden.

Weitere Baumaßnahme ist die stilistische Anpassung der universitären Hauptgebäude an andere repräsentative Bauten des Augustusplatzes. Das Augusteum erhält eine neue Fassade mit einem einem auf acht Säulen gestützten Giebel und Dachaufbauten im Stil der Neo-Gotik.

Bis 1899 wird die alte Fassade der Universitätskirche abgerissen und neu errichtet. Rossbach stattet sie unter anderem mit Fialen und Giebelkrabben aus und gestaltet sie im neogotischen Stil nach dem Vorbild der gotischen Domfassade von Orvieto aus Cottaer und Postelwitzer Sandstein.

Der DDR-Campus nach Henselmann/Queck

Grundriss DDR-Campus

Nachdem sich die SED-Bezirksleitung unter Vorsitz von Walther Ulbricht mit dem Abriss des alten Uni-Campus durchgesetzt hat, ensteht ab 1973 ein neues und "sozialistisches" Gebäudensemble in Stahlskelettbau, das keinerlei historischen Bezug mehr zum Vorgänger aufweist.

Architekt des Neubaus ist der DDR-Stararchitekt Hermann Henselmann und das Kollektiv um Werner Queck. Das Ensemble wird 1978 abgeschlossen und eingeweiht. Ab 2007 wird es für den Neubau der Universität zu großen Teilen abgerissen.

Zentrales Element ist das 142 Meter hohe Uni-Hochhaus in Form eines aufgeschlagenen Buches (heute MDR). Weitere Bauten sind Rektoratsgebäude, Hörsaalgebäude, Seminargebäude und Mensa. Die Grafik zeigt den Neubau der Karl-Marx-Universität und den Grundriss des alten Rossbachbaus.

Der Campus nach behet+ bondzio / Erick van Egeraat (EEA)

Grundriss Campus 2009

Im Zuge der Neuausrichtung zu einer modernen und weltoffenen Universität, wrid der Universitätscampus ab Ende 2004 grundlegend umgebaut, saniert und in großen Teilen neu errichtet.

Auf Basis der Entwürfe von behet+bondzio+lin (Münster) und Erick van Egeraat, EEA (Rotterdam) entstehen Mensa, Institutsgebäude, Neues Augusteum und Paulinum neu. Alte Gebäudeteile wie Hörsaalgebäude, Bibliothek und Seminargebäude werden aufwändig saniert und erweitert. Der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) hat für den Campus-Neubau eine Sonderbauleitung eingerichtet.

Im Juni 2009 konnten vier der fünf Bauabschnitte beendet und die Gebäude an die Universität übergeben werden. Paulinum und Neues Augusteum befinden sich in der Ausbauphase. Sie werden vorraussichtlich Ende 2010 fertiggestellt sein.


letzte Änderung: 02.07.2015 
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