Baugeschehen Das Konzept  

Baugeschehen
Das Konzept

Wettbewerb 2002 - Das Konzept von behet+bondzio

Der Entwurf des Büros behet + bondzio aus Münster zeichnet sich durch eine moderne Architektur aus, die jedoch wenig gestalterische Anknüpfung an die Historie versucht. Die Aula ist eine in sich verschachtelte Box, die sich auf gleicher Höhe wie das angrenzende Hauptgebäude und das Cafe Felsche befindet.

Auf das charakteristische Giebel-Kirchendach verzichten die Architekten bewusst. Wesentliches und überzeugendes Merkmal des Konzeptes ist das in der Ausschreibung geforderte städtebauliche Konzept zur Einbindung des Universitätskomplexes in das für Leipzig typische Stadtbild von Passagen, Lichthöfen und Durchgängen.

Es zeigt sich gleichermaßen in der sauber durchstrukturierten Fassade mit mehreren Durchbrüchen und Lichthöfen, wie in den Zugängen zum großzügig gestalteten Campus-Innenhof, um den sich die restlichen Universitätsbauten gruppieren. Nach dem Sieg des Entwurfes (2. Platz) wird die Arbeit von behet + bondzio weiter entwickelt. Die Grafik zeigt die überarbeitete Ansicht von Paulinum, neuem Augusteum und angrenzendem Cafe Felsche.

Das städtebauliche Konzept

Die Eckpunkte für die Konzeption der Neu- und Umgestaltung des innerstädtischen Universitätskomplexes ist die strukturelle Re-Integration in die bestehende Leipziger Stadtstruktur. Unter dem Motto „Ein Campus, wie selbstverständlich in der Stadt“ öffnet sich die Anlage durch Passagen und Durchgänge nach außen hin und baut Schwellen ab. Das neue Leibnizforum bildet das Herz und das Zentrum der neuen Universität, ein Ort von dem aus sich alle Gebäude schnell und problemlos erschließen lassen und ein Forum auf dem sich Studenten, Wissenschaftler und Professoren gleichermaßen gerne treffen.

Das städtebauliche Konzept des neuen Campus basiert auf der typischen Leipziger Stadtstruktur mit ihren historischen Blöcken, Durchgängen, Passagen und Höfen. Sie wenden sich dem Bürger zu, es sind Orte der Bewegung und der Kommunikation. Herausragende Elemente der Bebauung aus den siebziger Jahren wurden durch die Architekten erhalten und in die Umgebung integriert sowie Elemente der älteren Geschichte wie Schinkeltor und Leibnizplastik einbezogen.

Die Einbeziehung historischer Elemente spiegelt sich äußerlich auch in der Erscheinung des Seminargebäudes und in wesentlichen gestaltprägenden Elementen wieder. Beispielhaft sind die Treppen im Seminargebäude und die mit Ziegelsteinen verkleideten Foyers im Hörsaalgebäude. So ermöglicht der Entwurf für den neuen innerstädtischen Campus aus der Rückverankerung in der Geschichte den Schritt in die Zukunft. Das Selbstverständnis der Universität „Aus Tradition Grenzen überschreiten“ und die starke Verbundenheit mit der Stadt sind die Ausgangspunkte des neuen Campus am Augustusplatz.

Das Farbkonzept

Die Verbindung der verschiedenen Campusgebäude untereinander erschließt sich nicht allein im städtebaulichen Zusammenhang sondern auch in den dominierenden hellen Fassaden, die über einem umlaufenden Sockel aus Werkstein einen Großteil der Campusgebäude umspannen. Der Sockel beginnt an der Mensaspitze gegenüber der Moritzbastei, verläuft entlang der Universitätsstraße, springt über zum Seminargebäude, stellt sich an der Grimmaischen Straße als Schaufensterzone dar, um sich dann einmal um das Institutsgebäude herum bis in den Innenhof zu entwickeln.

Das Farbkonzept der neuen Campusbebauung

Die weiße Fassade materialisiert sich an der Mensa in kraftvollen großformatigen Weißbetonfassadenplatten und tritt in Dialog mit der gegenüberliegenden Wohnbebauung. Am Seminargebäude wurden die vorhandenen Beton-brüstungsplatten erhalten und wieder weiß beschichtet. Der helle Naturstein am neuen Institutsgebäude passt sich der repräsentativen Grimmaischen Straße an.

Als augenfälligstes Merkmal der neuen Campusarchitektur sind einzelne Gebäudeteile und Sonderelemente in markantem Rostrot gehalten. Dies wird in historischer Anlehnung an den Backstein der Moritzbastei in prägnanter Form an der Mensa eingeführt, taucht am Übergang zum Seminargebäude und seiner hofseitigen Fassade sowie an den Außenwänden des Hörsaalgebäudes auf und signalisiert an der Grimmaischen Straße den universitären Zugang zum Campus-Innenhof Leibnitzforum.


letzte Änderung: 02.07.2015 
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