Interview mit Svend Poller zum PANDA-Programm

"Optimale Vorbereitung, aber keine Bevorzugung" 

Im Interview erläutert Svend Poller, Leiter des Akademischen Auslandsamtes der Universität Leipzig, warum gerade für chinesische Studienbewerber ein eigenes Programm zur gezielten Studienvorbereitung wichtig ist: 

Herr Poller, warum ist es nötig, Studienbewerber aus dem Ausland auf ein Studium in Deutschland vorzubereiten und welche Vorteile bietet in diesem Zusammenhang das PANDA-Programm?

Studienanfänger aus dem Ausland benötigen mehr Unterstützung als das in der Regel bei deutschen Kommilitonen der Fall ist. Vor allem das Erlernen der deutschen Sprache auf hohem Niveau ist eine Voraussetzung für den Studienerfolg. Das PANDA-Programm bietet vor allem diese sprachliche Vorbereitung, für die bezahlt werden muss. Zudem helfen Angebote der sozialen Integration am Studienbeginn, im Studien- und Lebensalltag Tritt zu fassen. Außerdem bietet der Verbund von vier Universitäten (Freiberg, Halle, Weimar und Leipzig) eine größere Bandbreite an Studienmöglichkeiten.

Warum ist dies gerade bei chinesischen Studieninteressierten so wichtig?

Chinesische Studierende stellen die größte Kohorte der internationalen Studierenden an der Universität Leipzig dar. Gleichzeitig unterscheiden sie besondere Bedürfnisse (mündliche Kommunikation und Integration) von Bewerberinnen und Bewerbern aus anderen Herkunftsländern. Deshalb ist es sinnvoll, für diese Gruppe ein zusätzliches Angebot bereit zu halten, das im Vergleich zu anderen Anbietern auf dem „Bildungsmarkt“ günstig ist. Wir wetteifern hier um gute Studierende und stehen im Wettbewerb mit Ländern, die fast durch die Bank Studiengebühren erheben und sich jede Leistung vergüten lassen. Das ist in Deutschland nicht der Fall. Allerdings verfügen die Hochschulen nicht über ausreichend staatliche Mittel, auf besondere Bedürfnisse gezielt mit Studienvorbereitungsangeboten einzugehen. In China ist es zudem allgemein akzeptiert, in Bildung zu investieren. Niemand aus dem Kreise der Teilnehmenden hat sich beschwert, dass besondere Leistungen bezahlt werden müssen.

Sicher reisen viele Programmteilnehmende mit hohen Erwartungen und Wunschvorstellungen für ihr künftiges Studienfach nach Deutschland ein. Was können Sie denen mit auf den Weg geben?

Teilnehmende am Studienvorbereitungsprogramm werden gegenüber individuellen Bewerbern hinsichtlich der Zulassung und Immatrikulation zum Studium nicht bevorzugt. Das hat zur Folge, dass Auflagen in der Studienvorbereitungsphase sicherstellen müssen, dass jeweils die erforderliche Leistung erbracht wird. Also beispielsweise der nötige Deutschnachweis vorliegt oder die Zulassungsvoraussetzungen für ein Fach erfüllt werden. Wenn die oder der Teilnehmer diese Leistung nicht erbringt, führt das zu Verzögerungen, Beratungen, die einen anderen Studiengang nahelegen, und manchmal eben auch zu Enttäuschungen. Aber weder werden die Voraussetzungen durch die Universitäten verschwiegen, sie stehen schwarz auf weiß auf den Zulassungen, noch werden die Universitäten davon abrücken, um die Qualitätsmaßstäbe für alle Studienbewerber weiterhin gleich zu gestalten.


letzte Änderung: 14.12.2016 

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