2006, Sommersemester: Prof. Dr. Georg Kremnitz (Universität Wien, Österreich)
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KremnitzDie Forschungsgebiete von Prof. Georg Kremnitz sind: Soziologie der Kommunikation, v.a. im Hinblick auf romanische Sprachen (Französisch, Kastilisch, Okzitanisch, Katalanisch, in geringerem Maße Kreolsprachen u.a.); Romanische Sprachwissenschaft, vor allem Soziolinguistik und Sprachsoziologie von Minderheitensprachen; Geschichte der romanischen Sprachen; Sprachenpolitik, Sprachen in Kontakt und Konflikt, sprachliche Dominanzrelationen; gesellschaftliche Mehrsprachigkeit; literarische Mehrsprachigkeit; Sprachwissenschaft und Psychoanalyse; Zensurphänomene; Okzitanische Sprache und Literatur; Katalanische Soziolinguistik; Argentinien-Forschung.

Für weitere Details und laufende Projekte besuchen Sie bitte die Homepage des Instituts für Romanistik der Universität Wien.
Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2006
  • Literarische Mehrsprachigkeit (aus der Sicht der Soziologie der Kommunikation)
    Vorlesung, mittwochs, 11:00 Uhr - 13:00 Uhr
  • Zu den Möglichkeiten einer Histoire sociale des langues de France und anderer sprachlicher Sozialgeschichten
    Kolloquium, mittwochs, 15:00 Uhr - 17:00 Uhr
Adresse an der Universität Wien
KREMNITZ Georg, Dr., o. Univ.-Prof.
Universitätscampus AAKH
Garnisongasse 13
A-1090 Wien
Zi: 3B-02-34A

Tel.: +43 1 4277 42641
E-Mail: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it
Akademischer Werdegang
  • 1965-1970 Studium der Fächer Romanistik, Geschichte, Politik und Philosophie/Pädagogik an den Universitäten Göttingen, Berlin (FU), Montpellier und Tübingen (Lehramt).
  • 1970 Erstes Staatsexamen in den Fächern Französisch und Geschichte, zugleich Lehrauftrag für (Neu-) Okzitanisch an der Universität Tübingen.
  • 1970-71 Deutschlehrer an einem privaten Gymnasium in Port-Sainte-Foy (Ecole de Guyenne, Dordogne), zugleich Lehrauftrag für Deutsch an der Ecole Supérieure de Commerce in Bordeaux.
  • 1971-1973 Lektor für Deutsch (Sprache und Civilisation) an der Universität Bordeaux III.
  • 1973-1974 Studienreferendar in Stuttgart und Ludwigsburg, Abschluss mit dem Zweiten Staatsexamen, zugleich Leiter von Fortbildungskursen für französische Deutschlehrer am Deutsch-Französischen Institut in Ludwigsburg (Leitung Prof. Robert Picht).
  • 1973 Rigorosum, nach Annahme einer Dissertation zur Kodifizierung des Okzitanischen (vgl. Literaturliste), in den Fächern Gallo- und Iberoromanische Philologie und Osteuropäische Geschichte bei den Professoren Coseriu, Kontzi und Geyer, Prädikat magna cum laude.
  • 2.8.1974-28.2.1986 Akademischer Rat, seit 1978 Oberrat am Romanischen Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Lehrgebiet Französische Sprache und Literatur.
  • 1977-78 zugleich Lehrauftrag (für Okzitanisch) an der Universität-Gesamthochschule Wuppertal.
  • WS 1978/79 zugleich Vertretung der Stelle eines Wissenschaftlichen Rates und Professors für Romanische Sprachwissenschaft an der TU Hannover.
  • Februar-April 1980 Gastdozent an der Ecole de Hautes Etudes en Sciences Sociales (EHESS) in Paris.
  • 13.6.1980 Habilitation und Ernennung zum Privatdozenten an der Universität für das Fach Romanistik.
  • 1980-1981 Vertretung einer C3-Professur für Romanische Sprachwissenschaft an der Universität-Gesamthochschule Wuppertal.
  • Seit 1.3.1986 o. Univ.-Prof. an der Universität Wien, Venia: Romanische Philologie, Zweitzuordnung zum Institut für Übersetzen und Dolmetschen, seit 1996 (seit 2004: Zentrum für Translation).
  • 1989 Ruf an eine C4-Professur an die Universität Mannheim.
  • Nov.-Dez. 1997 Gastprofessur an der Universidad de Buenos Aires.
  • Februar/März 2003 Gastprofessur an der Université de Nice.
  • Oktober/November 2005 Gastprofessur an der Universidad de Buenos Aires und an der Universidad Nacional del Sur in Bahía Blanca
  • Sommersemester 2006 Leibniz-Professur an der Universität Leipzig
Arbeitsgruppen
  • Association Internationale d'Etudes Occitanes (Wien/Toulouse, Präsident 1993-2005)
  • Institut d'Estudis Occitans (Tolosa)
  • Conseil Scientifique de l'Institut Occitan (Billère)
  • Conselh de la Lenga Occitana (Tolosa)
  • Grup de Sociolingüística Catalana (Barcelona)
  • Conseil d'Orientation du CIRDOC (Besiers)
  • verschiedene andere nichtständige Arbeitsgruppen
  • Erster Vorsitzender des Deutschen Romanistenverbandes (seit Okt. 2005)
Publikationen
16 Bücher, 215 Aufsätze, 120 Rezensionen, 60 Diverse, ca. 20 Aufsätze.
Eine Liste der Publikationen befindet sich auf der Homepage des Instituts für Romanistik der Universität Wien.
Ausbildung und Betreuung:

ca. 645 Diplom- und Staatsarbeiten, ca. 70 Dissertationen und 5 Habilitationen in Wien, 17 Dissertationen und Habilitationen im Ausland.
Auszeichnungen:

Festschrift 1995; Encomienda del Mérito Civil (Spanien, 1997); Chevalier de l'Ordre des Arts et des Lettres (Frankreich, 2003); Ehrenpräsident des Deutschen Katalanistenverbandes/President d'Honor de l'Associació Germano-Catalana, 2003; Sòci dóu Felibrige, 2004; Festschrift und Kolloquium, 2005; Membre d'Honneur de l'Association Internationale d'Etudes Occitanes, 2005.
Abstract zu den Lehrveranstaltungen
  • Vorlesung: Literarische Mehrsprachigkeit (aus der Sicht der Soziologie der Kommunikation)
    Lange Zeit spielte die Frage der Wahl der Sprache keine Rolle bei der Betrachtung von Literatur. Erst seit der Sprachwechsel bei Autoren häufiger wird, aufgrund von Migration, Vertreibung oder Exil, beginnt sich das zu ändern. Man muss dabei zwischen textinterner und textübergreifender Mehrsprachigkeit unterscheiden. Auf der zweiten wird der Schwerpunkt der Vorlesung liegen. Nach einer Klärung der wichtigsten Grundbegriffe soll gezeigt werden, dass das Phänomen die gesamte (west-) europäische Literatur der letzten zwei Jahrtausende durchzieht. Nach der Diskussion einiger allgemeiner Probleme werden Kriterien für die Wahl bzw. den Wechsel von Literatursprachen vorgestellt, wobei zwischen solchen unterschieden wird, die sich aus den jeweiligen Gesellschaften herleiten ("objektive Kriterien") und solchen, die sich aus den individuellen Biographien von Autoren erklären lassen ("subjektive Kriterien"). Erst die Verbindung von beiden Serien erlaubt es, die tatsächlich gefällten Entscheidungen zu verstehen. Falls die Zeit reicht, soll in einem letzten Schritt der Verlauf der (sprachlichen) Biographien von einem oder zwei Autoren gezeigt werden.

    Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird zu Beginn des Semesters eine genauere Gliederung und eine Bibliographie zur Verfügung gestellt. Zur ersten Vorbereitung kann mein Buch: Mehrsprachigkeit in der Literatur. Wie Autoren ihre Sprachen wählen. Wien: Edition Praesens, 2004, dienen.

    Zielpublikum: Romanisten und sonstige Geisteswissenschaftler, Soziologen, alle Interessierten
  • Seminar/Kolloquium: Zu den Möglichkeiten einer Histoire sociale des langues de France und anderer sprachlicher Sozialgeschichten
    Sprachgeschichte wird bislang vor allem als Geschichte der innersprachlichen Veränderungen dargeboten, nur zögernd werden auch gesellschaftliche Variablen berücksichtigt, die Geschichte der Sprachenpolitik spielt fast keine Rolle. Darüber hinaus werden Sprachgeschichten immer mit ideologischer Voreingenommenheit als "Nationalgeschichten" interpretiert. Die Veranstaltung möchte eine andere Vorgehensweise vorschlagen, wobei verschiedene Sprachen als in einem Raum koexistierend und in Konkurrenz stehend verstanden werden, wobei die Ideologisierung sprachlicher Situationen zu unterschiedlichen Zeiten als sehr verschieden intensiv angesehen wird und wo Sprachengeschichte als Sozialgeschichte verstanden wird. Ausgehend vom in die Wege geleiteten Projekt einer Sozialgeschichte der Sprachen Frankreichs kann die Situation in anderen Staaten oder Räumen betrachtet werden, wenn Interesse besteht. Dabei werden fragen zu stellen sein wie: was sind die Langues de France? Welche Variablen sind zu berücksichtigen? Welche zeitlichen Einschnitte sind wichtig? Usw.

    Wenn möglich soll die Veranstaltung als Seminar/Kolloquium geführt werden, mit Arbeiten der Teilnehmer/innen, vor allem aber mit lebhafter Diskussion. Themen und bibliographische Hinweise werden am Anfang des Semesters besprochen und verteilt.

    Zielpublikum: Romanisten, Historiker, sonstige Geisteswissenschaftler.
 

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