2006/07, Wintersemester: Prof. Dr. Kristof Nyiri (Hungarian Academy of Sciences)
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NyiriKristóf Nyíri ist ordentliches Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften und dort Professor am Forschungsinstitut für Philosophie. Er studierte Mathematik und Philosophie. Beschäftigung mit Wittgenstein und der österreichisch-ungarischen Geistesgeschichte bis zur Technologie der Kommunikation und Philosophie des Mobiltelefons.

Er hatte Gastprofessuren in Österreich, Finnland und den USA inne. Seit 2001 leitet er das gemeinsame interdisziplinäre gesellschaftswissenschaftliche Forschungsprojekt Kommunikation im 21. Jahrhundert von T-Mobile Hungary und der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (www.socialscience.t-mobile.hu) sowie seit 2003 das wissenschafts- bzw. kommunikationsphilosophische Experiment Ungarische Virtuelle Enzyklopädie (www.enc.hu).
Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2006/07

Dienstag, 9-11 Uhr, wöchentlich, ZHS, R 3.16
Zeit und Bild. Vorlesung / Seminar. - Vor dem Hintergrund einer geistigen Landschaft, in der die Themen "zeitlose Zeit" und "Fluß der Bilder" heute bereits zu einem gemeinsamen Diskurs vereinigt (Castells) sind, zielt das Kolleg auf eine umfassende kulturtheoretisch-philosophische Erörterung der Zusammenhänge zwischen Zeitlichkeit und Bildlichkeit ab, bzw. fragt nach den Möglichkeiten eines neuen gemeinsamen Umgehens mit Zeit und Bild. Ausgegangen wird von der Einsicht, dass sowohl mentale als auch physische Bilder nur im Grenzfall statisch, grundsätzlich aber zunächst und zuletzt dynamisch, sich in der Zeit entfaltend sind. Nach einem einleitenden Überblick der wichtigsten Zeit- und Bildbegriffe sollen insbesondere die Geschichte der Kommunikationstechnologien in ihrer Wirkung auf die jeweilige Zeit- und Bilderfahrung, die gesellschaftliche Konstruktion von Zeit und Bild und ausführlicher die Thematik von Zeit und Bild in der Geschichte der Philosophie von den Anfängen bis zur Gegenwart, besonders aber bei Heidegger und Wittgenstein behandelt werden.

Philosophie des Mobiltelefons. Interdisziplinäres Graduiertenkolleg. - Von Platon zu Dewey, Heidegger und Wittgenstein ist gesellschaftliche Kommunikation immer schon ein bestimmendes philosophisches Thema gewesen. Das dominante Kommunikationsmittel von heute ist das Handy, ein hochtechnisches Gerät, welches aber uranfänglichen menschlichen Kommunikationsbedürfnissen entspricht; ein einzigartiges Instrument nichtentfremdeter vermittelter Kommunikation, das sich auch auf dem Weg befindet, unter den Massen- und Neuen Medien herrschend zu werden. Das Kolleg untersucht das Phänomen Mobiltelefon aus einer breiten interdisziplinären Perspektive. Miteinbezogen werden entsprechende Erkenntnisse der evolutionären bzw. kognitiven Psychologie (Dunbar, Donald, Tomasello, Paivio), der Theorie von Netzwerken (Milgram, Granovetter, Barabási), der Erziehungswissenschaft (Sharples u. a.) und eben der Medien- und Kommunikationspsychologie und -soziologie (Ling, Döring, Höflich u. a.). Das Mobiltelefon wird als das Instrument dargestellt, das eine neue Integration von Bildlichkeit, Mündlichkeit und Schriftlichkeit, eine neue Art kollektiven Denkens und nicht zuletzt einen neuen Umgang mit Raum und Zeit ermöglicht.

Anschrift an der Hungarian Academy of Sciences

Prof. Kristóf Nyíri
Institute for Philosophical Research, Hungarian Academy of Sciences
H-1054 Budapest, Szemere u. 10
HUNGARY

Tel.: +36 1 3120 243
E-mail: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it
Internet: http://www.hunfi.hu/nyiri

Akademischer CV
Ausbildung
  • 1985: DSc (philosophy), Hungarian Academy of Sciences
  • 1978: PhD (philosophy), Hungarian Academy of Sciences
  • 1968: MA in philosophy and mathematics, Eötvös Loránd University of Budapest

Bisherige Anstellungen

  • 1995-2005: Director, Institute for Philosophical Research of the Hungarian Academy of Sciences
  • 1986-2004: Professor of Philosophy, Eötvös Loránd University, Budapest
  • 1978-86: Associate Professor, Eötvös Loránd University, Budapest
  • 1971-78: Assistant Professor, Eötvös Loránd University, Budapest

Institutionen

  • 1995-: Honorary President, Hungarian Wittgenstein Society, Budapest, Hungary
  • 1993-98: President, Hungarian Philosophical Association, Budapest, Hungary
  • 1987-: Advisory Board Member: Forschungsstelle für österreichische Philosophie (Graz,  Austria)

Gastprofessuren

  • 1999: University at Buffalo (SUNY), Department of Philosophy (course: "Ethics and Politics of Cross-Cultural Communication")
  • 1997: University of California, Santa Barbara, Department of History / Department of Political Science (courses: "Intellectual History of Modern Europe" and "Politics and Communication")
  • 1996: University of California, Santa Barbara, Department of Philosophy
    (course: "Communications and the New Europe")
  • 1991/92: University of Graz, Austria (courses: "The Philosophy of Wilfrid Sellars"; "Georg Lukács")
  • 1991: University of Helsinki, Finland (course: "Tradition and Social Communication")
  • 1987: University of Innsbruck, Austria
    (course: "Chapters in the History of Austro-Hungarian Philosophy")
  • 1986: Colorado College, Colorado Springs, CO (course: "The Concept of Tradition")
Forschungsschwerpunkte
  • Ludwig Wittgenstein
  • österreichisch-ungarische Philosophiegeschichte
  • Mündlichkeit und Schriftlichkeit im Zeitalter der elektronischen Medien
  • Philosophie der Informationsgesellschaft

Ausgewählte Publikationen (siehe auch: Komplette Publikationsliste)

  • Vernetztes Wissen: Philosophie im Zeitalter des Internets [Network Knowledge: Philosophy in the Age of the Internet]. Vienna: Passagen Verlag, 2004, 179 pp.
  • Tradition and Individuality. Essays. Dordrecht: Kluwer, 1992, xi + 180 pp. Reviewed in BUKSZ, Autumn 1993, and in Magyar Filozófiai Szemle, 1995/3-4.
  • Am Rande Europas: Studien zur österreichisch-ungarischen Philosophiegeschichte [On the fringe of Europe. Studies in the history of Austro-Hungarian philosophy]. Wien: Böhlau, 1988, 232 pp. Reviewed in Review of Metaphysics, June 1989, in Deutsche Zeitschrift für Philosophie 1989, in Austrian Studies 1990, and in Wissenschaftliche Zeitschrift der Universität Halle 1991/5. Hungarian translation reviewed in Népszabadság, May 21, 1987, and in Magyar Nemzet, February 23, 1987.
  • „Zum Funktionswandel der Geisteswissenschaften im Zeitalter der Post-Literalität", in B. Fabian (Hrsg.), Zukunftsaspekte der Geisteswissenschaften, Hildesheim: Olms, 1996
  • „Towards a Philosophy of Virtual Education", in Marilyn Deegan und Harold Short (Hrsg.), DRH 99, London: King's College, 2000
 

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