Universität Leipzig Institut für Linguistik

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  • Präsentation aktueller Forschungsergebnisse beim Dies Academicus 2006 (PDF, 46,2 MB)

Laufende Verbundprojekte

Laufende Einzelprojekte

Grammatiktheorie | Psycholinguistik | Typologie

 


Grammatiktheorie

Ereignisbasierte Semantik von Verben

PD Dr. Johannes Dölling (doelling at rz.uni-leipzig.de)
Im Projekt wird die konzeptuelle Strukturierung von Ereignissen und deren Reflexion in der Bedeutungsstruktur von Verben mit dem Ziel einer deutlicheren Konturierung der ontologischen und kognitiven Grundlagen der Ereignissemantik untersucht. Gegenstand der Untersuchungen sind u.a. Probleme der lexikalischen Semantik und Bedeutungsvariation von Verben, der aspektuellen Verb-Argument-Komposition, der internen Ereignisgliederung und temporalen Strukturierung von Verbalphrasen.
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG)

Äußerungsbedeutung und Semantik/Pragmatik-Schnittstelle

PD Dr. Johannes Dölling (doelling at rz.uni-leipzig.de), Kristin Börjesson (Dissertation), Matthias Irmer (Dissertation)
Basis der Untersuchungen ist die Annahme eines Modells, in dem die eigentliche Bedeutung einer Äußerung auf der Basis einer unterspezifizierten, strikt kompositionalen semantischen Form über mehrere Ebenen der Interpretation durch Prozesse der kontextuellen Anreicherung abgeleitet wird. Unter anderem wird erforscht, welchen speziellen Beitrag die einzelnen Bestandteile der Inferenzkomponente (Abduktion, Deduktion, konversationelle Implikatur) zu leisten haben und welche pragmatischen Prinzipien dem zugrunde liegen.
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Stipendium des Freistaates Sachsen (M. Irmer)

Rekursion und Phrasenstruktur

Dr. Fabian Heck (heck at rz.uni-leipzig.de)
Es soll untersucht werden, welcher Zusammenhang zwischen derivationellem Phrasenstrukturaufbau im Allgemeinen und dem Auftreten von rekursiven Phrasenstrukturen im Besonderen besteht. Bei näherer Betrachtung drängt sich nämlich die Vermutung auf, dass direkte Rekursion in der Syntax natürlicher Sprachen nicht vorkommt. Die Frage ist, wie diese Beschränkung aus allgemeinen Prinzipien des Strukturaufbaus und Merkmalsabgleichs abzuleiten ist und welche Konsequenzen sich daraus ergeben.
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung

Synkretismus und Ikonizität in der Flexionsmorphologie

Prof. Dr. Gereon Müller (gereon.mueller at uni-leipzig.de)
Ziel des Projekts ist eine detaillierte Untersuchung von Flexionssystemen unterschiedlicher Sprachen auf der Basis der Annahme, dass diese Systeme keineswegs unökonomisch und willkürlich aufgebaut sind, sondern sich bei genauerer Analyse als sehr elegant und ökonomisch erweisen. Leitprinzipien der Untersuchungen sind, dass Synkretismen (bzw., allgemeiner, Markerhomonymien) weit seltener zufällig sind, als das gemeinhin angenommen wird, und dass Flexionssysteme auf einer abstrakten Ebene (und nur dort) strikte Ikonizität (also Entsprechung von Form und Funktion) offenbaren. Darüber hinaus wird untersucht, welche Konsequenzen die Analysen der Flexionssysteme für die Schnittstelle von Morphologie und Syntax haben, und es wird ein vom System der Distribuierten Morphologie minimal abweichendes System mit früher, prä-syntaktischer (statt später, post-syntaktischer) Einsetzung verfolgt.
Finanzierung: Drittmittel (DFG: Forschergruppe 742)

Lokale Optimierung in der Syntax

Prof. Dr. Gereon Müller (gereon.mueller at uni-leipzig.de), Dr. Fabian Heck (heck at uni-leipzig.de)
In der optimalitätstheoretischen Syntax wird üblicherweise davon ausgegangen, dass die im Wettbewerb befindlichen Kandidaten vollständige syntaktische Repräsentationen sind. Dies führt aufgrund von normalerweise infiniten Kandidatenmengen zu enormen Komplexitätsproblemen. Solche Komplexitätsprobleme werden vermieden in neueren Versionen von Chomskys Minimalistischem Programm, in denen immer nur kleine Teilausschnitte von Derivationen aktiv und für syntaktische Operationen zugänglich sind. Allerdings scheitert diese Syntaxtheorie an Phänomenen, die einen Wettbewerb von Formen nahe legen (Reparaturphänomene, Defaults, Beschränkungskonflikte). Ziel des Projekts ist dementsprechend die Entwicklung einer Variante von minimalistischer Syntax, die strikt lokale Optimierungsverfahren inkorporiert und so die Vorteile beider Ansätze unter Umgehung ihrer Nachteile vereint. Das resultierende System wird dabei nicht nur konzeptuell, sondern in erster Linie empirisch motiviert.
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung

Morphologische Reflexe von Bewegung in die linke Peripherie

Prof. Dr. Gereon Müller (gereon.mueller at uni-leipzig.de), Dr. Fabian Heck (heck at uni-leipzig.de), Antje Lahne, M.A. (lahne at uni-leipzig.de)
Es ist häufig beobachtet worden, dass syntaktische Bewegungen in die linke Peripherie mit morphologischen Reflexen zwischen der Ausgangs- und der Endposition der Bewegung einhergehen. Diese morphologischen Reflexe sind üblicherweise als Hinweis darauf verstanden worden, dass Bewegung sukzessiv-zyklisch, in kleinen Schritten, erfolgt. Elementare Fragen sind dabei jedoch noch nicht beantwortet: Zum einen ist unklar, ob sich die in den Sprachen der Welt beobachtbaren morphologischen Reflexe unmittelbar mit von der Theorie postulierten Zwischenlandestellen korellieren lassen (früher COMP, heute die Ränder von Satz- und Prädikatphasen: CP und vP), oder allgemeiner beliebige Positionen im Bewegungspfad betreffen können. Zum anderen ist überhaupt nicht geklärt, wie und warum syntaktische Bewegung die morphologische Realisierung beeinflussen sollte; das Phänomen erweist sich letztlich als von zentraler Bedeutung für die Modellierung der Schnittstelle von Morphologie und Syntax .
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Freistaat Sachsen

Experimentelle Untersuchungen zur Feinstruktur argumentkodierender Flexionsmarker

Prof. Dr. Gereon Müller (gereon.mueller at uni-leipzig.de), Prof. Dr. Angela D. Friederici (Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften Leipzig)
In diesem Projekt werden etablierte und zum Teil theorieübergreifende Prinzipien aus dem Bereich der theoretischen Morphologie mit Fragestellungen und Untersuchungsmethoden der Neuro-/Psycholinguistik verknüpft. Auf dem Gebiet der Flexionsmorphologie untersucht die theoretische Linguistik das formale System von Form und Verteilung von Morphemen. Aus der Forschung in diesem Bereich ergibt sich seit einiger Zeit verstärkt die Tendenz zu einer feinstrukturellen abstrakten Analyse sowohl der Form als auch der Funktion von argumentkodierenden morphologischen Exponenten. Zum gegenwärtigen Stand der Forschung ist jedoch weitestgehend ungeklärt, ob die dabei offensichtlich gewordenen grundlegenden Prinzipien einer adäquaten Beschreibung des morphologischen Systems kognitiv reale Prozesse und Prinzipien widerspiegeln oder ob es sich um bloße Epiphänomene grammatischer Systeme und ihrer theoretischen Beschreibung handelt.
Finanzierung: Drittmittel (DFG: Forschergruppe 742)
Projekthomepage

Lokale Modellierung nicht-lokaler Abhängigkeiten

Prof. Dr. Gereon Müller (gereon.mueller at uni-leipzig.de), Dr. Fabian Heck (heck at rz.uni-leipzig.de)
In diesem Projekt wird untersucht, ob und wie sich lange syntaktische Abhängigkeiten lokal analysieren lassen. Die dabei zu untersuchenden Abhängigkeiten sind Bewegung, Kasus, Kongruenz, Resumption und Schaltreferenz. Das Ziel ist zu klären
•ob sich die verschiedenen Typen langer Abhängigkeiten und deren Zerlegungen gleich analysieren lassen,
•welche analytischen Mittel zur Verfügung stehen, um eventuelle Konvergenzen adäquat erfassen zu können,
•was genau die lokalen Domänen sind, in die zerlegt wird,
•was die empirischen Vorteile einer Theorie sind, die (massive) Zerlegung involviert und
•welche Rolle Optimierungsverfahren, wie sie durch Reparaturstrategien und 'Last-Resort'-Phänomene suggeriert werden, bei der lokalen Reanalyse spielen.
Finanzierung: Drittmittel (DFG)
Projekthomepage

Minimale Einheiten der Exponenz

Dr. Jochen Trommer (jtrommer at uni-leipzig.de), Eva Zimmermann, M.A. (Eva.Zimmermann at uni-leipzig.de)
Ziel des Projekts ist ein besseres Verständnis sogenannter nicht-konkatenativer Morphologie (z.B. Ablaut, Wurzel- und Muster-Morphologie, Reduplikation) unter der minimalistischen Grundannahme, dass morphologische Exponenz strikt konkatenativ ist und scheinbare Abweichungen von diesem Prinzip aus generellen phonologischen und morphologischen Prinzipien, insbesondere der adäquaten Repräsentation prosodischer Einheiten folgen. Schwerpunkte sind dabei Mutations- und Polaritäts-Phänomene sowie die Morphophonologie von Ton.
Finanzierung: Haushaltsfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG: Netzwerk Core Mechanisms of Exponence)

Mikrovariation bei Hierarchie-Effekten in Bipersonaler Verbkongruenz

Dr. Jochen Trommer (jtrommer at uni-leipzig.de), Daniela Henze, M.A. (daniela.henze at uni-leipzig.de), Sebastian Bank (sebastian.bank at uni-leipzig.de), Doreen Georgi, M.A. (doreengeorgi at gmx.de), Eva Zimmermann, M.A. (Eva.Zimmermann at uni-leipzig.de)
Sprachen mit Subjekt- und Objekt-Kongruenz zeigen eine Vielfalt von Hierarchie-Effekten, bei denen die (teilweise sprachunabhängige) Gewichtung von pronominalen Merkmalen Synkretismen, die lineare Abfolge von Affixe und den Grad von Fusion in bestimmten Paradigmenzellen steuern. Ziel des Projekts ist ein besseres Verständnis von Hierarchieeffekten durch eine detailierte Analyse von Mikrovariation sowohl innerhalb von Einzelsprachen als auch in Familien von eng verwandten Sprachen.
Finanzierung: Haushaltsfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG)
Projekthomepage


Psycholinguistik

Die Verarbeitung des grammatischen Genus in Erst- und Fremdsprache

Prof. Dr. Thomas Pechmann (pechmann at rz.uni-leipzig.de), Dr. Denisa Bordag (denisav at gmx.net)
Gegenstand dieses Projekts ist die Untersuchung von Prozessen der Genusaktivierung in der Fremdsprachproduktion sein. Sein Ziel ist es, die wichtigsten Faktoren zu beschreiben, die die Genusproduktion in der Fremdsprache beeinflussen und möglicherweise für die Schwierigkeiten des Genuserwerbs und des richtigen Genusgebrauchs in der Fremdsprache verantwortlich sind.
Finanzierung: Drittmittel: DFG

Prädiktive Satzverarbeitung im Deutschen

Prof. Dr. Thomas Pechmann (pechmann at rz.uni-leipzig.de), Dr. Sandra Pappert (sandra.pappert at rz.uni-leipzig.de)
Das Projekt untersucht die Rolle argumentspezifischer und prosodischer Informationen bei der Verarbeitung von Sätzen mit dem subkategorisierenden Verb in finaler Position. Es werden Korpusstudien und psycholinguistische Experimente durchgeführt.
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung

Strukturelles Priming unter Ausnutzung der Wortstellungsvariation im Deutschen

Dr. Sandra Pappert (sandra.pappert at rz.uni-leipzig.de), Prof. Dr. Thomas Pechmann (pechmann at rz.uni-leipzig.de),
Strukturelles Priming bezieht sich auf die Tendenz von Sprechern, zuvor verwendete Satzstrukturen unabhängig vom lexikalischen Gehalt wieder zu verwenden. Mit einer Reihe von Experimenten zum strukturellen Priming im Deutschen sollen verschiedene Vorhersagen systematisch geprüft werden. Im Einzelnen sollen am Beispiel der Dativalternation und des Genus Verbi vor allem phrasenstrukturelle von thematischen Effekten dissoziiert werden. Die erhobenen Daten sollen Aufschluss über die an der Satzproduktion beteiligten Prozesse geben.
Finanzierung: Drittmittel: DFG
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Typologie

Dokumentation der Baure-Sprache des bolivianischen Amazoniens

Dr. Swintha Danielsen (swintha.danielsen at uni-leipzig.de), Prof. Dr. Balthasar Bickel, PD Andreas Brockmann (Ethnologie), Franziska Riedel, M.A. (Ethnologie), Femmy Admiraal, M.A. (Linguistik)
In diesem Feldforschungsprojekt wird die Arawak-Gruppe der Baure interdisziplinär dokumentiert und analysiert, sowie die bedrohte Sprache als auch die vielfältigen Aspekte der Kultur. Dabei werden in intensiver Feldforschung im amazonischen Tiefland Boliviens Daten gesammelt und für das DoBeS-Archiv im Max-Planck-Institut für Psycholinguistik (Nijmegen) aufbereitet. Unter anderem werden hier auch die bisher noch nicht untersuchten Dialekte der Baure-Sprache analysiert und dokumentiert.
Finanzierung: Drittmittel (Volkswagenstiftung)
Projekthomepage

Paunaka-Dokumentations-Projekt (PDP)

Dr. Swintha Danielsen (swintha.danielsen at uni-leipzig.de), PD Andreas Brockmann (Ethnologie), Lena Terhart, M.A. (Linguistik), Federico Villalta R., Lic. (Soziologie/Ethnologie)
Dieses Forschungsprojekt befasst sich mit der Dokumentation und Analyse linguistischer und ethnologischer Daten über die Paunaka, einer Arawak-Gruppe im bolivianischen Tiefland. Die Sprache ist extrem bedroht mit bisher 6 bekannten letzten Sprechern. Die Kultur ist über die letzten Jahrhunderte seit dem Kontakt mit Spaniern und der Umsiedlung in Missionsstädten aufgegangen in der dominanten Kultur der Chiquitano. In diesem Projekt werden auf linguistischer Seite Daten gesammelt, transkribiert und für das Archiv in London (ELAR) aufbereitet. Außerdem wird von ethnologischer Seite die Identität der Paunaka heute beleuchtet, wobei besonders die persönlichen Geschichten und das Verständnis einer Ethnie innerhalb einer Ethnie im Fokus stehen.
Finanzierung: Drittmittel (HRELP, SOAS London)
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Aspects of Chintang Syntax

Netra Prasad Paudyal, M.A. (paudyal at uni-leipzig.de), Prof. Dr. Balthasar Bickel
The aim of this dissertation project is to analyze the syntax of Chintang, a Sino-Tibetan language spoken in the east Nepal. Most of the data for this project is drawn from the corpus developed in the Chintang and Puma Documentation Project (2004-2009, funded by the Volkswagen Foundation). The current project also collects additional data, elicits further paradigms and cross-checks the data in fieldwork.
Finanzierung: Drittmittel (DAAD)

Dokumentation und Grammatik des Yakkha (Kiranti), mit Schwerpunkt auf grammatischen Relationen und Satzverbindungen

Diana Schackow, M.A. (diana.schackow at web.de), Prof. Dr. Balthasar Bickel
In diesem feldforschungsbasierten Dissertationsprojekt wird der Hauptdialekt des Yakkha, einer Kiranti-Sprache, linguistisch dokumentiert und grammatisch analysiert. Das Ziel ist eine detaillierte Grammatik dieser bisher kaum untersuchten Sprache sowie eine linguistisch annotierte Sammlung der in Ostnepal aufgenommenen Texte verschiedener Genres (Erzählungen, Lieder, Konversationen, Ritualsprache). Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf den grammatischen Relationen und den verschiedenen Satzverbindungskonstruktionen.


Letzte Änderung: 9.5.2012