| Institut für Linguistik | |
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Linguistik an der Universität LeipzigDas Institut für Linguistik wurde am 7. Dezember 1998 gegründet. Es fühlt sich insbesondere zuständig für moderne formale Theorien der Syntax, Semantik und Phonologie, für die Psycholinguistik, für die Sprachtypologie und Ethnolinguistik, sowie für die verschiedenen Methodologien und die Entwicklung der Sprachwissenschaft. Das Institut ist bemüht, theoretische, experimentelle und typologische Herangehensweisen zusammenzuführen, und versteht sich dabei als Teil eines in Leipzig inzwischen ausgedehnten universitären und gewichtigen außeruniversitären Potentials der Kognitions- und Evolutionswissenschaften. In diesem Verbund gibt es bereits eine vielfältige Zusammenarbeit, die sich vor allem in dem durch die DFG geförderten Graduiertenkolleg Universalität und Diversität: Sprachliche Strukturen und Prozesse und in der DFG-Forschergruppe Sprachtheoretische Grundlagen der Kognitionswissenschaft institutionalisiert. Enge Kooperationsbeziehungen bestehen zum MPI für Kognitions- und Neurowissenschaften und zum MPI für Evolutionäre Anthropologie. An der Leipziger Universität gibt es eine lange Tradition in der Sprachwissenschaft. Der erste Lehrstuhl für Allgemeine Sprachwissenschaft wurde 1887 besetzt. Die Fakultät entschied damals, dass es neben den philologischen Lehrstühlen eine Professur geben sollte, die sich dezidiert mit methodologischen und theoretischen Problemen der Sprachwissenschaft beschäftigt. Der erste Ordinarius war Karl Brugmann, einer der führenden Vertreter seines Faches, der die Intentionen der Fakultät glänzend erfüllte und Leipzig zu einem weltweiten Zentrum der Linguistik machte. Ähnliches gilt für Brugmanns Nachfolger, Wilhelm Streitberg. Gegründet wurde das Institut 1891 unter der Bezeichnung Indogermanisches Institut. Nach 1918 wurden unter Einbeziehung der Lehrstühle für Slavistik und Baltistik die Vereinigten sprachwissenschaftlichen Institute gebildet. Viele der bedeutendsten Sprachwissenschaftler haben in Leipzig studiert und promoviert, so z.B. J. Baudouin de Courtenay, F. de Saussure, N. S. Trubetzkoy, L. Bloomfield und L. Tesnière. Diese Linguisten haben aus dem junggrammatischen Paradigma der historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft heraus die neue synchrone Systembeschreibung der Sprache entwickelt. Einige von ihnen waren maßgeblich an der Ausbildung der frühen Formen des Strukturalismus beteiligt. In Leipzig ist man zunächst diesem Paradigma noch nicht gefolgt, aber die Nachfolger Streitbergs teilten das Interesse des früheren Strukturalismus an typologischen Fragen und an der Erforschung nicht-indoeuropäischer Sprachen. Ende der fünfziger Jahre rückten bei der Neukonzipierung des Instituts grammatiktheoretische Fragen ins Zentrum. Mit Rudolf Ružicka wurde die Leipziger Linguistik in die aktuelle internationale sprachtheoretische Diskussion zurückgeführt. Die Kontinuität zu den Junggrammatikern wurde in dem Bemühen um exakte Methoden und formal nachprüfbare Ergebnisse sichtbar. Als einziger Universität der DDR gelang es Leipzig, aus eigener Kraft und mit vorhandenem Personal einen Studiengang Allgemeine Sprachwissenschaft einzurichten. Nach 1989 konnte sich die Universität Leipzig erneuern. Die Linguistik wurde um Psycholinguistik, Neurolinguistik, Computerlinguistik, Sprachphilosophie, Typologie und Ethnolinguistik erweitert. 1991 wurde die Ausbildung im Magisterstudiengang Allgemeine Sprachwissenschaft aufgenommen. Seit 2007 wird am Institut im B.A.-Studiengang Linguistik, ab 2009 im M.A.-Studiengang Linguistik ausgebildet. Die Beziehungen des Instituts für Linguistik zu den eng kooperierenden philologischen Instituten und zur Übersetzungswissenschaft werden vor allem über die grammatiktheoretischen Disziplinen (Syntax, Semantik, Phonologie/Phonetik und Morphologie sowie Lexikontheorie), zu außereuropäischen Sprachwissenschaften (Afrikalinguistik, Indologie) über die Typologie hergestellt. Über die Grammatiktheorie sowie die Pragmatik existiert auch eine entwickelte Zusammenarbeit mit der Logik und Philosophie. Im Rahmen die Psycholinguistik gibt es engen Kontakt zur Sprachbehindertenpädagogik, zur Psychologie und dabei insbesondere zur Neuropsychologie. Über die Typologie schließlich ergeben sich Kontakte zur Ethnologie und (prä-)historischen Forschung (besonders am MPI für evolutionäre Anthropologie), sowie über gemeinsame Interessen an Korpusstudien und Datenbanktechnologien zur Informatik. |
| Letzte Änderung: 19.5.2010 |