Beschreibung
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| Injektion einer DNS-Lösung in einen Vorkern einer besamten Eizelle der Maus |
Die Professur für Molekulare Pathogenese der Veterinärmedizinischen
Fakultät wurde 2003 am Biotechnologisch-Biomedizinischen
Zentrum (BBZ) der Universität
Leipzig eingerichtet. Das Arbeitsgebiet liegt in der biomedizinischen
Grundlagenforschung sowie angewandter Forschung.
Als Folge der Fertigstellung des humanen Genomprojekts steigt die
Zahl bekannter genetischer Polymorphismen, die mit Suszeptibilitäten
gegenüber Krankheiten in Verbindung stehen. Darüber hinaus
ermöglicht der Abschluss des Genomprojekts der Maus in Verbindung
mit Methoden für präzise genetische Modifikationen eine
funktionale Analyse dieser mit Krankheiten verbundenen Veränderungen
in einem Säugetier-Modellorganismus. Wir beschäftigen
uns hauptsächlich mit den Wirkungen von Cytokinen und Mutationen
in Signaltransduktionskaskaden im Zusammenhang mit Entzündungskrankheiten,
Infektionen und malignen Erkrankungen. Zu unseren zentralen Untersuchungsobjekten
gehören die Cytokine Transformierender Wachstumsfaktor beta
(TGF-beta), Granulocyte-Macrophage Colony Stimulating Factor (GM-CSF)
sowie Interleukine (IL), die für verschiedene Typen von Immunantworten
entscheidend sind (Th1 versus Th2).
Bei TGF-beta handelt es sich um ein stark pleiotropes Cytokin, welches
je nach Zelltyp, Entwicklungsstadium, Differenzierung und Zellzyklus-Position
der Zielzelle unterschiedliche Aktivitäten aufweist. In Abhängigkeit
von diesen Parametern moduliert TGF-beta Proliferation, Apoptose,
Aktivierung und Differenzierung der entsprechenden Zielzellen. Zu
den hervorstechenden Aktivitäten zählen (i) die Hemmung
der Epithelzellvermehrung, (ii) die Stimulierung der extrazellulären
Matrixsynthese durch Fibroblasten, (iii) Angiogenese, (iv) der Schutz
früher thymischer T-Zellen vor dem Zelltod sowie (v) die Regulation
ausgereifter T-Zellen und Makrophagen. Aufgrund seines breiten Aktivitätsspektrums
spielt TGF-beta eine zentrale Rolle bei der Regeneration, Immunreaktion
und Tumorigenese. Durch selektive Änderungen an TGF-beta-Aktivität
oder Signaltransduktion bei genetisch modifizierten Mäusen
ahmen wir in diesem Tiermodell an Patienten beobachtete pathologische
Prozesse nach. Zusätzlich werden upstream Regulatoren der TGF-beta
Signalkette, etwa Transkriptionsfaktoren der ets-Familie, an genetisch
veränderten Tieren untersucht. Die Zelltypspezifität unseres
Ansatzes ermöglicht die Identifizierung zelltypspezifischer
TGF-beta-Zielgene als mögliche Ansatzpunkte von Diagnostik
und Therapie.
GM-CSF ist ein Cytokin, welches die Zellvermehrung, Zelldifferenzierung
und Apoptose blutbildender Zellen reguliert. In Bezug auf die Haut
ist GM-CSF von besonderer Bedeutung bei der Generierung und Reifung
von epidermalen Langerhans-Zellen (LCs) sowie für das Überleben
von Makrophagen. Neben blutbildenden Zellen sind andere Zelltypen
einschließlich Keratinozyten sowohl als Quelle als auch Ziel
dieses Cytokins identifiziert worden. Die Freisetzung dieses Cytokins
durch Keratinozyten wird durch Störungen der Homeostase der
Haut wie beispielsweise Verwundungen oder Tumor-Promotion ausgelöst.
Da gezeigt wurde, dass GM-CSF die Keratinozyten-Proliferation sowie
die Immunzellenproliferation und -reifung stimuliert, wurde angenommen,
dass beides - sowohl die Proliferation der Keratinozyten wie auch
Entzündungen, die auf Störungen im zellulären Gleichgewicht
der Haut folgen - durch dieses Cytokin vermittelt wird. Wir haben
transgene Mausmodelle erzeugt, die es erlauben, die hautspezifische
GM-CSF-Aktivität sowohl hoch- als auch runterzuregulieren.
Wundheilung und Tumorigenese wurden signifikant verändert.
Spezifische Zielzellen wurden identifiziert und werden hinsichtlich
ihres Potentials bei der Behandlung von Wundheilungsstörungen
und malignen Erkrankungen analysiert.
TH1- und TH2-Reaktionen werden durch spezifische Cytokine vermittelt.
Während Mitglieder der IL-12-Familie starke TH1-Reaktionen
hervorrufen, sind IL-4, IL-13 und TGF-beta typische TH2 Cytokine.
Abhängig vom Infektionserreger ist die Entscheidung zwischen
TH1- und TH2-Reaktionen ausschlaggebend für Eliminierung oder
Überleben von Krankheitserregern. Cryptococcus neoformans ist
ein opportunisitischer human-pathogener Pilz, der gravierende Krankheiten
bei AIDS-Patienten verursacht, insbesondere Meningitis und Meningoenzephalitis.
Zur Kontrolle der Infektion ist eine zelluläre Immunantwort
vom TH1-Typ notwendig. Wir analysieren den Einfluss der TH2-Cytokine
TGF-beta, IL-4 und IL-13 auf die Pathogenese der Cryptococcose mittels
zelltypspezifischer transgener und Knockout-Mäuse.
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