Unsere Aufgaben
Die „Didaktik der romanischen Sprachen" ist vor rund einem Jahrzehnt aus den Didaktiken der einzelnen romanischen Schulsprachen, vor allem aus der Fach- didaktik Französisch, hervorgegangen. Dies geschah in Anlehnung an die romanistische Tradition der Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften, die sich auf die Nähe der romanischen Sprachen untereinander stützen.
Ziele der Lehre
Die Didaktik der romanischen Sprachen richtet sich insbesondere an Studierende des Lehramts Gymnasium für Französisch, Italienisch, Spanisch, die Französischdidaktik auch an Studierende des Mittel-, Grund- und Förderschullehramts.
| In der Didaktik wird fachwissenschaftliches Wissen aus den Bezugswissenschaften (Sprach-, Literatur-, Kulturwissenschaft, Pädagogik, Psychologie usw.) aus fachdidaktischer Perspektive analysiert und für den Unterricht nutzbar gemacht. Zuerst aber sollen die Studierenden in die Lage versetzt werden, sich ihre Vorerfahrungen beim Sprachenlernen (und ggf. bereits beim Sprachenlehren) | ![]() |
| bewusst zu machen, um bestehende Muster zu entdecken und ggf. aufzubrechen. Vorwissen und Vorerfahrungen werden mit einschlägigen Forschungsergebnissen und modernen Unterrichtsprinzipien in Beziehung gesetzt, damit die Studierenden künftig reflektierte Entscheidungen über Lerninhalte, Lehrprinzipien und -verfahren treffen können. | |
Wir behandeln im Wesentlichen folgende Themenbereiche und Fragen:
- Wie erklären Sprachlerntheorien die Lernprozesse von Grund-, Sek.I- und Sek.II- SchülerInnen?
- Welche Lernziele und zu erreichenden Kompetenzen werden in den Lehrplänen anvisiert?
- Welches Wissen und welche Kompetenzen sollen SchülerInnen im Französisch-, Spanisch-, Italienischunterricht aufbauen?
- Welche Unterrichtsthemen und -inhalte sind für welche SchülerInnen angemessen?
- Welche Lehrmaterialien, Vermittlungsmethoden und Medien sind für welche Inhalte und Ziele geeignet?
- Wie motivieren wir SchülerInnen zu erfolgreichem Lernen, wie unterstützen wir sie dabei?
- Wie verhelfen wir SchülerInnen zu individuell geeigneten Lern- und Kommunikationsstrategien?
- Wie können wir den SchülerInnen den (praktischen) Nutzen anderer (romanischer) Sprachen vermitteln?
- Welchen Fokus setzen wir bei der Vermittlung der Grammatik und Wortschatz?
- Wie trainieren wir die mündliche Kommunikation, wie die schriftliche?
Aufbau des Studiums
Im BA- und im MA-Studiengang Lehramt Gymnasium und Mittel-/Förderschule wird je ein Didaktik-Modul belegt. Im Bachelor liegt dieses im 5. und 6. Fachsemester und umfasst die Einführung, das Seminar und das erste Praktikum (SPS/ Schulpraktische Studien II/III). Im Master belegen die Studierenden im 3. Fachsemester ein Seminar, eine Übung und das Blockpraktikum (SPS/ Schulpraktische Studien IV/V). Im Grundschullehramt Französisch werden im Master zwei Module belegt.
BA: In der Vorlesung "Einführung in die Didaktik der romanischen Sprachen" werden Grundlagen gelegt. Das Seminar bereitet
gezielt auf die ersten Praxiserfahrungen vor. Die semesterbegleitenden, eng und individuell betreuten
Schulpraktischen Studien II/III finden an Leipziger Schulen statt und sehen eigene Unterrichtsversuche vor.
MA: Die Übung vertieft die praxisbezogenen Fragen mit dem Ziel der Vorbereitung des vierwöchigen Blockpraktikums (SPS IV/V),
das in Sachsen (außer Leipzig und Dresden), im übrigen Bundesgebiet oder im Ausland absolviert wird.
In dem Seminar werden ausgewählte Themen vertieft behandelt.
Der Seminargestaltung liegen drei Prinzipien zugrunde:
- die doppelte Funktion der von den Studierenden methodisch-didaktisch vorbereiteten Veranstaltungen (mit Unterstützung durch Tutorien): einerseits die Präsentation von Inhalten und studentenaktivierende Erarbeitung der Themen, andererseits das Kennenlernen, Erproben und Reflektieren von Unterrichtsverfahren
- die Sensibilisierung für Fragen der romanischen Mehrsprachigkeit durch die Integration der drei romanischen Sprachen
- die Einbindung der Studierenden in laufende Forschungsprojekte.
Alle Veranstaltungen werden durch ein kriteriengeleitetes Feedback evaluiert.
Forschung
Ein zentraler Arbeitsbereich der Didaktik ist die Forschung. Das Ziel fremdsprachendidaktischer Forschung ist das bessere Verständnis der Lern- und Lehrprozesse des schulischen und außerschulischen Fremdsprachenlernens. Hieraus resultieren praxisbezogene und damit nützliche Forschungsergebnisse. In der Didaktik der romanischen Sprachen forschen wir derzeit zur Entwicklung der Sprechfertigkeit im Fach Französisch mit Hilfe der Videographie und -analyse sowie zum strategiegeleiteten Wortschatzlernen. Idealerweise werden - dem Humboldtschen Leitprinzip zufolge - Lehre und Forschung miteinander verbunden, damit sich die Studierenden aktiv in die Forschungsprozesse einbringen und so von den Methoden und Erkenntnissen fachdidaktischer Forschung profitieren. In der Didaktik der romanischen Sprachen führen sie z.B. eigene Studien zur unterrichtlichen Vermittlung lexikalischer Lernstrategien durch, nehmen Transkriptionen mündlicher Sprachproduktion vor oder überprüfen Bewertungsraster im unterrichtlichen Kontext.
