Unsere Aufgaben

Die „Didaktik der romanischen Sprachen" ist vor rund einem Jahrzehnt aus den Didaktiken der einzelnen romanischen Schulsprachen, vor allem aus der Fach- didaktik Französisch, hervorgegangen. Dies geschah in Anlehnung an die romanistische Tradition der Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften, die sich auf die Nähe der roma­nischen Sprachen untereinander stützen.

Ziele der Lehre

Die Didaktik der romanischen Sprachen richtet sich insbesondere an Studierende des Lehramts Gymnasium für Französisch, Italienisch, Spanisch, die Französischdidaktik auch an Studierende des Mittel-, Grund- und Förderschullehramts.

In der Didaktik wird fachwissenschaftliches Wissen aus den Bezugswissenschaften (Sprach-, Literatur-, Kulturwissen­schaft, Pädagogik, Psychologie usw.) aus fachdidaktischer Perspektive analysiert und für den Unterricht nutzbar gemacht. Zuerst aber sollen die Studierenden in die Lage versetzt werden, sich ihre Vorerfahrungen beim Sprachen­lernen (und ggf. bereits beim Sprachenlehren)
bewusst zu machen, um bestehende Muster zu entdecken und ggf. aufzubrechen. Vorwissen und Vorerfahrungen werden mit einschlägigen Forschungsergebnissen und modernen Unterrichtsprinzipien in Beziehung gesetzt, damit die Studierenden künftig reflektierte Entscheidungen über Lerninhalte, Lehrprinzipien und -verfahren treffen können.

Wir behandeln im Wesentlichen folgende Themenbereiche und Fragen:

Aufbau des Studiums

Im BA- und im MA-Studiengang Lehramt Gymnasium und Mittel-/Förderschule wird je ein Didaktik-Modul belegt. Im Bachelor liegt dieses im 5. und 6. Fachsemester und umfasst die Einführung, das Seminar und das erste Praktikum (SPS/ Schulpraktische Studien II/III). Im Master belegen die Studierenden im 3. Fachsemester ein Seminar, eine Übung und das Blockpraktikum (SPS/ Schulpraktische Studien IV/V). Im Grundschullehramt Französisch werden im Master zwei Module belegt.

BA: In der Vorlesung "Einführung in die Didaktik der romanischen Sprachen" werden Grundlagen gelegt. Das Seminar bereitet gezielt auf die ersten Praxiserfahrungen vor. Die semesterbegleitenden, eng und individuell betreuten Schulpraktischen Studien II/III finden an Leipziger Schulen statt und sehen eigene Unterrichtsversuche vor.
MA: Die Übung vertieft die praxisbezogenen Fragen mit dem Ziel der Vorbereitung des vierwöchigen Blockpraktikums (SPS IV/V), das in Sachsen (außer Leipzig und Dresden), im übrigen Bundesgebiet oder im Ausland absolviert wird. In dem Seminar werden ausgewählte Themen vertieft behandelt.

Der Seminargestaltung liegen drei Prinzipien zugrunde:

Alle Veranstaltungen werden durch ein kriteriengeleitetes Feedback evaluiert.

Forschung

Ein zentraler Arbeitsbereich der Didaktik ist die Forschung. Das Ziel fremdsprachendidaktischer Forschung ist das bessere Verständnis der Lern- und Lehrprozesse des schulischen und außerschulischen Fremdsprachenlernens. Hieraus resultieren praxisbezogene und damit nützliche Forschungsergebnisse. In der Didaktik der romanischen Sprachen forschen wir derzeit zur Entwicklung der Sprech­fertigkeit im Fach Französisch mit Hilfe der Videographie und -analyse sowie zum strategiegeleiteten Wortschatz­lernen. Idealerweise werden - dem Humboldtschen Leitprinzip zufolge - Lehre und Forschung miteinander verbunden, damit sich die Studierenden aktiv in die Forschungs­prozesse einbringen und so von den Methoden und Erkenntnissen fachdidaktischer Forschung profitieren. In der Didaktik der romanischen Sprachen führen sie z.B. eigene Studien zur unterrichtlichen Vermittlung lexikalischer Lernstrategien durch, nehmen Transkriptionen mündlicher Sprachproduktion vor oder überprüfen Bewertungsraster im unterrichtlichen Kontext.