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Street-Soccer-Turnier auf dem Leipziger
Marktplatz
Seeler: Deutscher Fußball braucht stabile Basis
Erstellt am 04. Juli, 15:10 Uhr
Den Leipzigern ist die Fußballlaune nicht vergangen.
Sie trotzten EM-Debakel, miesem Wetter und jeder Menge Baustellen
in der Leipziger Innenstadt. Von den Wolkenbrüchen einmal
abgesehen herrschte an den Spielfeldrändern der Street
Soccer-Felder stets Gedränge. 10.000 Zuschauer, so der
Veranstalter, wollten die Spiele sehen. 60 Amateurmannschaften
boten sich ein Kräfte- und Geschicklichkeitsmessen. Die
so genannte Kaiser-Tour des WM-Versicherers Hamburg-Mannheimer
lockte mit großen Preisen: Die Sieger der drei Turniere
hatten die Chance, Eintrittskarten für die Endrunde der
Weltmeisterschaft 2006 zu gewinnen.
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Leipzig trotzt dem EM-Debakel: Street
Soccer auf dem Marktplatz
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Aber daran ist in der Vorrunde natürlich noch nicht
zu denken. Die Mannschaft des Eintracht Salzwedel bei
Magdeburg hat gerade ihr erstes Spiel bestritten: 9:1
gewonnen gegen die Himmelstürmer Wittenberge. Kein
schlechter Start. "Wir sind gut in das Spiel reingekommen",
kommentiert Kapitän Matthias Maschke. Die sieben
jungen Fußballer sind ein eingespieltes Team. Damit
sind sie vielen anderen Teams etwa den "Alten
Säcken Bierfässchen" oder "Leipzig
Superstars" um einiges voraus.
Auf dem Feld nebenan machen sich die "Promis" bereit.
Wo am Freitag Nachmittag die "Wunder von Bern"-Kinoelf
mit 6:5 über eine Sachsenauswahl aus Leipzig und von
Dynamo Dresden triumphierte, betreten heute DDR-Nationalstars
das Feld. Die Menge applaudiert, als die ergrauten Spieler
der 1974-WM-Elf Henning Frenzel, Bernd Bauchspieß,
Peter Dugge und Bernd Pransch ins Spiel ziehen. Die
"DDR" siegt mit 4:1 über die Sachsenauswahl.
Über das Wiedersehen mit einem alten Freund, scheinen
sich die Fußballer jedoch mehr zu freuen: Uwe Seeler
erwartet die Spieler auf der Siegertribüne.
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Uwe Seelers Urteil zur Fußball-EM:
"Wir müssen Tacheles reden."
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Der WM-Botschafter bringt frische Eindrücke aus Portugal
mit. "Es war nicht leicht, aber es war einfach nicht
mehr drin", resümiert Seeler das Turnier für
die deutsche Mannschaft. "Wir müssen mal Tacheles
reden: Uns fehlt es an Disziplin, Kampf- und Laufbereitschaft."
Griechenland solle den Deutschen ein Vorbild sein. "Eine
gute Mannschaft baut man von hinten nach vorne auf,"
lobt Seeler Otto Rehhagel. Turniere wie die Kaiser-Tour
in Leipzig seien der Grundstock für eine stabile Fußballlandschaft.
Das können die Salzwedeler nur unterstreichen. Die sieben
Spieler haben es derweil ins Halbfinale geschafft. Die WM-Karten
rücken näher, Gesichter werden ernster. Dann brechen
die Wolken. Die Gummikacheln verwandeln sich in Aquaplaning-Fallen,
an Weiterspielen ist nicht zu denken. Die Turnierleitung entscheidet
sich für Siebenmeterschießen an Stelle der Schlussspiele.
Damit liegen die Nerven blank. Sie halten nicht ganz: Eintracht
Salzwedel schafft es auf Platz drei. Der Sieger des Turniers
und das hätte Uwe Seeler dann doch noch einen
Grund zur Hoffnung gegeben heißt "Rudis
Hope".
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Stichwort: Street Soccer
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Eine Street-Soccer-Mannschaft
zählt sieben Spieler, von denen immer vier auf
dem Feld stehen. Die Spielfläche ist nicht einmal
halb so groß wie ein Fußballfeld und oft
mit Gummikacheln ausgelegt, wie in Leipzig.
Das Feld ist dreigeteilt:
in Angriffs-, neutrales und Verteidigungsdrittel.
Ein Torschuss zählt
nur, wenn er aus dem Angriffsdrittel erfolgt. Strategisch
lässt sich in den acht Minuten Spielzeit wenig
erreichen. Die festen Spielerpositionen sind aufgelöst,
Das Spiel ist direkter, die Spielzüge kürzer
und der Körperkontakt um einiges höher.
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