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  :: Das Online-Magazin der Leipziger Journalistik zur Fußball-Europameisterschaft 2004 in Portugal
 
  EM IN L.E. :: INTERVIEW

Fußball an der Uni Leipzig

Uni-Dozentin seit ihrer Jugend Fußballfan

Erstellt am 20. Juni, 12:30 Uhr, geändert am 21. Juni, 17: 25 Uhr

Fußball ist schon lange keine Männerdomäne mehr. Auch wenn es das starke Geschlecht nicht wahrhaben will und immer wieder verzweifelt dagegen ankämpft, die Frauen haben auch das letzte Gebiet maskuliner Vorherrschaft betreten. Eine der Frauen, die sich im Fußball absolut zu Hause fühlt und unsere EMMA-Regelkunde nicht nötig hat, ist Ute Nawratil. Die 42-Jährige ist Dozentin an der Uni Leipzig im Bereich für Historische und Systematische Kommunikationswissenschaft und lehrt die Theorie und Soziologie der öffentlichen Kommunikation.

Ute Nawratil: "Wenn es gut läuft, kommt das deutsche Team ins Halbfinale."

„Seit dem ich denken kann, begeistere ich mich für Fußball“, beschreibt die Dozentin die Anfänge der Begeisterung. Jetzt mag der Ein oder Andere glauben, dass natürlich alles durch den Mann im Hause, sprich dem Vater kam. Doch weit gefehlt: „Der hat lieber Bonanza geschaut, während ich die Sportschau gucken wollte“, lacht Ute Nawratil.

:: Fußball in der Klosterschule geschaut

Richtig zum Fan wurde die Bayerin als sie in der fünften Klasse von ihren Eltern in eine Klosterschule gesteckt wurde. Damals fühlte sie sich wie im Knast. Kein Ausgehen, kein Fernsehen und keine Süßigkeiten. „Ausnahmen gab es nur, wenn die Erzieherin Fußball schaute“, erzählt Ute Nawratil und beschreibt weiter "Das war 1971/72. Die große Zeit des FC Bayern. Da durften wir immer länger aufbleiben“.
Das hat geprägt und so hält die Dozentin auch heute noch die Treue zum Münchner Verein.

:: Zuschauen ist schöner

Selbst Fußball gespielt hat die Dozentin allerdings nie. „Bis auf einen Versuch während meiner Studienzeit habe ich mich aufs Zuschauen beschränkt“, erzählt die 42-Jährige. Ein typischer Fußballabend geht für die Bayerin nicht ohne Freunde. „Wir fletzen alle irgendwie herum und geben schlaue Kommentare ab“, sagt sie und bedauert gleichzeitig, dass die Fußballabende in Leipzig meist etwas anders aussehen. „Hier gucke ich auf meinem kleinen Fernseher oder verfolge die Übertragungen im Radio. Wenn ich richtig Lust habe, gehe ich auch auf den Markt.“

:: Der schönste Fußballer

Die Wahl zum schönsten Fußballer der EM auf unserer Site verfolgt Ute Nawratil genau. Allerdings hat sie keinem der von EM-Ole nominierten Spieler ihre Stimme gegeben. „Eine Schönheitswahl ohne Luis Figo geht doch gar nicht“, schimpft sie und macht damit klar, wer ihr Favorit gewesen wäre.

:: Tschechien als Europameister

Für die deutsche Mannschaft sieht die Dozentin keine Chance auf die Europameisterschaft. „Wenn es gut läuft, kommt das Team bis ins Halbfinale“, erläutert die 42-Jährige. Aber auch die Franzosen werden es laut Ute Nawratil nicht schaffen. Sie hat einen ganz anderen Favoriten: „Ich tippe auf die Tschechen“.

Frank Schütze

 
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