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| Trendsetter No.1 Beckham: Seit
der EM in Portugal mit Glatze auf dem Rasen.
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War es bei der Weltmeisterschaft 2002 der Irokesenschnitt
auf den Kickerköpfen, so sind es bei der EM in Portugal
gleich zwei Frisuren, die trendverdächtig anmuten:
Die lange, wilde Mähne und die pflegeleichte Glatze.
Was wird nun zum EM-Trend 2004 und was kommt bei Frauen
am Besten an: Matte oder Platte?
:: Wilde Mähne
bei Frauen vorn
Laut dem Meinungsforschungsinstitut Emnid stehen 56 Prozent
der weiblichen Fans auf lange, am besten noch gelockte
Haare bei ihren Idolen. Bei den Südländerinnen
sind es sogar mehr als zwei Drittel. Das ergab eine Umfrage
unter 1200 europäischen Fußballfans. Francesco
Totti und viele andere Italiener, aber auch der Russe
Smertin oder der Tscheche Ibrahimovic tragen die Haare
lang, im Spiel zum Zopf gebändigt. Wenn es so weiter
geht, bald auch Ballack – als einziger Deutscher
wohl gemerkt.
20 Prozent bevorzugen die Glatze. Mit wenigen Millimetern
Haar oder glanzpoliert zeigen sich Zidane, Barthez, Larsson
und neuerdings auch Beckham. Der gilt ja ohnehin als Trendsetter.
:: Glatzköpfe:
Die besseren Liebhaber
Was setzt sich durch? Zunächst gelten Glatzköpfe
als gute Liebhaber. Wallendes, kräftiges Haar ist
symbolisch für Kraft und sexuelle Potenz. Dito. In
dem Buch „Was Haare verraten“ ist der Mann
mit superkurzem Haar ein offener, starker Typ, der auffallen
und männlich wirken will. So das Ergebnis der Psychoanalyse.
Und der Mann mit dem Pferdeschwanz? Er ist ein selbstbewusster
Draufgänger. Dito.
:: Leipziger Frisurexperten:
Glatze als EM-Trend
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| 56 Prozent der Fußballfans
stehen auf Mähnen wie die von Totti.
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Katharina, 26, ist Friseurin in Leipzig. Sie glaubt an
den Trend Glatze. „Wenn sich bei den Fans und den
Jugendlichen überhaupt eine der beiden Frisuren durchsetzt,
dann die Glatze“, ist sie sich sicher. „Schließlich
macht Beckham es vor.“ Der sei ja quasi ein Vorbild,
auch über Fußball hinaus. Der 17-Jährige
Sebastian, im ersten Lehrjahr seiner Friseurausbildung,
kann sich eine „Zottelmähne“ als neue
In-Frisur kaum vorstellen: „Trend heißt ja,
dass viele es nachmachen. Erst die Haare lang wachsen
lassen dauert zu lange. Außerdem sind die glatzköpfigen
Fußballer, diejenigen die ohnehin als cool gelten.“
:: Torres mit Vokuhila:
„Peinlicher Fehltritt“
Und was ist mit der etablierten Gelfrisur? „Out“,
weiß Marianne, 32. Die Leipziger Frisöse findet
es zu glatt und ein wenig langweilig. Der 19-Jährige
Schweinsteiger ein altmodischer Haarmuffel? Nicht ganz,
ein Nachzügler bleibt zu erwähnen: Der junge
Spanier Fernando Torres. Er kam mit einem klassischen
Vokuhila (Anm.: vorne kurz hinten lang) auf den Rasen.
Es ist die legendäre Frisur, die Rudi Völler
und viele andere Fußballspieler seit den 80igern
berühmt machten – berühmt, aber „nicht
gesellschaftsfähig“, verurteilt Marianne. „Eher
eine Frisur für Mutige oder Anti-Modische.“
„Ein peinlicher Fehlgriff“, lacht Katharina
als sie ein Foto von Torres sieht. Aber Entwarnung: Nur
wenige Tage nach dem spanischen Vokuhila-Auftritt kam
auch Torres mit Glatze ins Stadion.
Susanne Röhr