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  :: Das Online-Magazin der Leipziger Journalistik zur Fußball-Europameisterschaft 2004 in Portugal
 
  EM IN L.E. :: BERICHT

Fußballer als Trendsetter

EM-Frisur 2004: Matte oder Platte?

Erstellt am 29. Juni, 12:30

Fußballer schießen schon lange nicht mehr nur Tore. Spätestens seit der Generation Beckham sind sie auch Trendsetter. Besonders bei haarigen Angelegenheiten beweisen einige Ballsportler Kreativität oder einfach nur Mut.

Trendsetter No.1 Beckham: Seit der EM in Portugal mit Glatze auf dem Rasen.

War es bei der Weltmeisterschaft 2002 der Irokesenschnitt auf den Kickerköpfen, so sind es bei der EM in Portugal gleich zwei Frisuren, die trendverdächtig anmuten: Die lange, wilde Mähne und die pflegeleichte Glatze. Was wird nun zum EM-Trend 2004 und was kommt bei Frauen am Besten an: Matte oder Platte?

:: Wilde Mähne bei Frauen vorn

Laut dem Meinungsforschungsinstitut Emnid stehen 56 Prozent der weiblichen Fans auf lange, am besten noch gelockte Haare bei ihren Idolen. Bei den Südländerinnen sind es sogar mehr als zwei Drittel. Das ergab eine Umfrage unter 1200 europäischen Fußballfans. Francesco Totti und viele andere Italiener, aber auch der Russe Smertin oder der Tscheche Ibrahimovic tragen die Haare lang, im Spiel zum Zopf gebändigt. Wenn es so weiter geht, bald auch Ballack – als einziger Deutscher wohl gemerkt.

20 Prozent bevorzugen die Glatze. Mit wenigen Millimetern Haar oder glanzpoliert zeigen sich Zidane, Barthez, Larsson und neuerdings auch Beckham. Der gilt ja ohnehin als Trendsetter.

:: Glatzköpfe: Die besseren Liebhaber

Was setzt sich durch? Zunächst gelten Glatzköpfe als gute Liebhaber. Wallendes, kräftiges Haar ist symbolisch für Kraft und sexuelle Potenz. Dito. In dem Buch „Was Haare verraten“ ist der Mann mit superkurzem Haar ein offener, starker Typ, der auffallen und männlich wirken will. So das Ergebnis der Psychoanalyse. Und der Mann mit dem Pferdeschwanz? Er ist ein selbstbewusster Draufgänger. Dito.

:: Leipziger Frisurexperten: Glatze als EM-Trend

56 Prozent der Fußballfans stehen auf Mähnen wie die von Totti.

Katharina, 26, ist Friseurin in Leipzig. Sie glaubt an den Trend Glatze. „Wenn sich bei den Fans und den Jugendlichen überhaupt eine der beiden Frisuren durchsetzt, dann die Glatze“, ist sie sich sicher. „Schließlich macht Beckham es vor.“ Der sei ja quasi ein Vorbild, auch über Fußball hinaus. Der 17-Jährige Sebastian, im ersten Lehrjahr seiner Friseurausbildung, kann sich eine „Zottelmähne“ als neue In-Frisur kaum vorstellen: „Trend heißt ja, dass viele es nachmachen. Erst die Haare lang wachsen lassen dauert zu lange. Außerdem sind die glatzköpfigen Fußballer, diejenigen die ohnehin als cool gelten.“

:: Torres mit Vokuhila: „Peinlicher Fehltritt“

Und was ist mit der etablierten Gelfrisur? „Out“, weiß Marianne, 32. Die Leipziger Frisöse findet es zu glatt und ein wenig langweilig. Der 19-Jährige Schweinsteiger ein altmodischer Haarmuffel? Nicht ganz, ein Nachzügler bleibt zu erwähnen: Der junge Spanier Fernando Torres. Er kam mit einem klassischen Vokuhila (Anm.: vorne kurz hinten lang) auf den Rasen. Es ist die legendäre Frisur, die Rudi Völler und viele andere Fußballspieler seit den 80igern berühmt machten – berühmt, aber „nicht gesellschaftsfähig“, verurteilt Marianne. „Eher eine Frisur für Mutige oder Anti-Modische.“ „Ein peinlicher Fehlgriff“, lacht Katharina als sie ein Foto von Torres sieht. Aber Entwarnung: Nur wenige Tage nach dem spanischen Vokuhila-Auftritt kam auch Torres mit Glatze ins Stadion.

Susanne Röhr

 

 
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