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Zauberei im FIFA-Riesenfußball

50 Euro und eine Zitrone

Erstellt am 29. Juni, 9:45 Uhr

Bezaubernde Kleinigkeiten. Baron von Keyserlingk stellt 35 Gäste im FIFA-Globus auf dem Leipziger Markt vor so manches Rätsel.

 

Futsch ist’s: Zauberer Baron von Keyserlingk verbrennt mal eben 50 Euro.

Der 50 Euro-Schein brennt. Daran besteht kein Zweifel. Der Zauberer streut die Asche auf eine Zeitungsseite, wickelt den verkohlten Rest ein, steckt ihn in eine kleine Kiste. Der Gast schaut verdutzt. Sein Geld ist futsch und Wolff Baron von Keyserlingk macht einfach weiter mit seiner Show. Als wäre nichts passiert.

Der Frankfurter Zaubermeister geht zum nächsten Trick über, drückt einem der 35 Gäste im FIFA-Globus auf dem Leipziger Marktplatz ein Buch in die Hand. Er solle sich ein Wort merken, irgendeins und grinst verschmitzt. Dann verfällt er in Meditation, wedelt sich Luft mit einem Fächer zu. „Jugendzeit!“ Es stimmt, verblüffter Applaus.

Zwar geht es an diesem Abend nicht wirklich um Fußball. Allerlei runde Dinge verschwinden und tauchen wieder auf, das ist auch schon alles. „Aber heute ist ja auch spielfrei“, kommentiert Jochen Hieber. Der FAZ-Feuilletonist hat das Kulturprogramm in dem überdimensionalen Sportgerät zusammen gestellt. Die Kulturabende sind vielfältig: Poesie, Doping und die Prinzen, alles ist dabei. Bis 2006 tourt Hieber mit dem Programm durch die zwölf Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft.

Gedankenlesen: Zauberer Baron von Keyserlingk errät, was in den Köpfen seiner Gäste vor sich geht.

Hinter die Tricks des Barons ist Hieber noch nicht gekommen. Sagt er zumindest. Es ist Zauberei, auf die man sich einlassen muss. Sie überzeugt nicht mit Knall und Feuerwerk. Der ergraute Zauberer verbindet kleine, aber feine Tricks mit Gefühl für das Publikum. Um seine Mundwinkel spielt immer ein schelmisches Lächeln, das zu einem Lachen wird, wenn eine zerrissene Zeitung plötzlich wieder ganz ist.

Das Publikum hat die 50 Euro schon längst wieder vergessen. Ein Gast schneidet gerade eine frische Zitrone auf, mit der Baron von Keyserlingk eine kurze Jonglierpause eingelegt hatte. Und da ist der Schein wieder, steckt im Fruchtfleisch der Frucht. Raunen, der Spender atmet erleichtert auf. Ein gekonnter Abgang.

 

Ann-Kathrin Seidel

 
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