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  :: Das Online-Magazin der Leipziger Journalistik zur Fußball-Europameisterschaft 2004 in Portugal
 
  EMMA :: KOLUMNE

Hauptsache, die Haare liegen

Kampf den Schwarzbandträgern!

Erstellt am 11. Juni, 16:30 Uhr

Fußball ist Sache der Männer. Nichts für das schwache Frauengeschlecht. Es wird gefoult, ins Kreuz gesprungen, blutig gegrätscht und Schwalben fliegen auch öfters mal rum. Scheinbar halbtot auf dem Rasen liegend, raffen sich die Spieler wieder auf, zeigen Härte und kicken weiter wie ein Mann.

Fußball ist eben Männersport. Ja klar! Und was ist mit den Wesen, die ihr vor Pomade triefendes Haar mit einem Haarband bändigen? Die sind doch anders gepolt! Leicht feminin angehaucht. Oder nicht? Sind sie nur ein wenig schwul und stehen gleichzeitig auf Frauen? Könnte sein. Da sie aber weder heterosexuell, noch homosexuell, noch bisexuell zu sein scheinen, wurde für diese Typen extra ein neues Wort erfunden. Metrosexuell.

:: Mehr Metro-Fußballer braucht das Land

Metrosexuelle, normalerweise sehr auf ihr Äußeres bedacht, würden sich nicht mit schwarzen unmodischen Bändern begnügen, die kurz unter dem Haaransatz hängen und das speckig glänzende, zum Mittelscheitel getragene Haar von der Vorderfront abhalten.

Doch bei Fußballern kann es passieren, dass der haarige Trendzug ohne sie abfährt. Nicht so schlimm. Es gibt ja noch David Beckham, bekannt für seine weibliche Ader, der die elegantere Version eines Haarreifens wählte.

David Beckham: Plastikreifen für 99 Cent

Wir reden hier nicht von dem breiten Accessoire mit Frotteeoberfläche, das auf den Köpfen junger Mädchen und eher biederer, introvertierter Frauen weilt, sondern von einem schmalen Plastikreifen für 99 Cent. Stirnfern getragen, versteht sich. Das sah einfach umwerfend aus und obwohl zur letzten Fußball-EM kaum eine Mannschaft auf dieses Schmuckutensil verzichtete, ebbte die Haarreifwelle wieder ab. Übrig blieben nur vereinzelte Anhänger.

Die Schwarzbandträger dagegen eroberten schnell ihre Frontposition zurück. Verdammt! Wir brauchen unbedingt mehr waschechte Metro-Fußballer!

Ulrike Gierth

 
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