Um wahrhaftig belegen zu können, dass Deutschland
das Turnier gewinnt, ist ein Blick in die jüngere
Geschichte von großen Turnieren nötig. Nehmen
wir die WM 2002 in Japan und Südkorea. Was hat die
Losfee nicht alles mit uns gemacht. Schon in der Vorrunde
bekamen wir mit Irland, Kamerun und Saudi-Arabien eine
absolute Todesgruppe zugelost. Und trotzdem haben sich
Rudis Mannen durchgebissen. Auch als die dann folgenden
Gegner bekannt wurden, ließen die Jungs nicht die
Köpfe hängen und bissen sich durch. Paraguay,
USA und
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Gary Lineker, Prophet. England,
20. Jahrhundert
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Südkorea hießen die Gegner. Das hätte
auch böse ins Auge gehen können. Nachdem wir
diese Übermannschaften dann doch in Grund und Boden
gekämpft hatten, wurde uns von der FIFA übel
mitgespielt. Ausgerechnet Brasilien hatte sie ins Finale
gesetzt. Deutschland sollte auf keinen Fall gewinnen und
verlor nach großem Spiel gegen die Übermannschaft
vom Zuckerhut. Die gute Nachricht: Brasilien ist diesmal
nicht dabei.
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Hoch gehandelt und dann versagt
Bei der Euro wird das deutsche Team ganz locker weiterkommen.
Was soll schon passieren? Lettland, deren beste Klub-Mannschaft
(FK Ventspils) sich anhört, als ob sie nach deutschem
Reinheitsgebot von 1516 zusammengebraut wurde, wird mit
mindestens fünf Toren vom Platz gefegt. Und die Tschechen
haben doch in der letzten Zeit sowieso nichts gebracht.
Hoch gehandelt und dann versagt. Bei unseren Jungs, da
ist das anders. Nachdem die orangen Plattländer in
der Gruppe alles weggeputzt haben, bleibt also für
uns der zweite Platz, was übersetzt für das
Viertelfinale heißt: Italien. Da brauchen wir nun
wirklich keine Angst zu haben. Was soll man von Spielern
erwarten, die eigentlich mehr mit ihren Haaren als mit
dem Ball zu tun haben? Deshalb wird Ballack in der 90.
Minute das 1:0 nach einer Ecke köpfen, weil seinem
Gegenspieler Totti das Haarbändchen über die
Augen rutscht.
Im Halbfinale wartet dann England. Damit ist doch eigentlich
alles gesagt. Wann haben die in einem Turnier gegen uns
gewonnen? 1966 und da durch Beschiss. Okay, 2000 haben
sie uns auch
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| Selbst 1996 unter Berti Vogts
hat es geklappt |
geschlagen. Aber das zählt nicht. Denn erstens sind
sie selbst auch in der Gruppe ausgeschieden und zweitens
hieß der deutsche Trainer Erich Ribbeck. Also mauern
wir uns gegen die Inselaffen bis ins Elfmeterschießen
und lassen sie an ihrer Versagensangst zerbrechen.
:: Tach
Holland, hast Du uns vermisst?
Und im Finale, siehe da, sind schon wieder die Holländer
da. Aber wir haben aus der Vorrunde gelernt und eigentlich
wissen die Oranjes seit 1974 selbst, dass sie im Finale
gegen uns keine Chance haben. Nach stundenlangem Sichten
von Videos, finden der Rudi und der Skibbe auch noch eines
vom Halbfinale der letzten EM. Dort hat Holland gegen
Italien gespielt und ungefähr 37 Elfmeter verschossen.
Rudi und Skibbe beschließen die gleiche Taktik wie
gegen England: Mauern, mauern, mauern. Ballack und Schneider
kommt das mit der Mauer sehr bekannt vor, und sie liefern
ein überragendes Spiel ab, halten die Niederlande
fast allein vom deutschen Strafraum fern. Am Ende gewinnen
wir mit 3:0 im Elfmeterschießen und Rudi bekommt
ein Denkmal und wird von Edmund Stoiber als möglicher
Kanzlerkandidat ins Spiel gebracht.
Abschließend möchte ich Ihnen ein paar Worte
Gary Linekers ans Herz legen, der sich die EM gar nicht
anschaut, weil er das Ergebnis schon kennt: „Fußball
ist ein Spiel von 22 Leuten, die rumlaufen, den Ball spielen,
und einem Schiedsrichter, der eine Reihe dummer Fehler
macht, und am Ende gewinnt immer Deutschland.“ Cheers
mate!
Thomas Bachmann