Frauen während der EM im Abseits?
Der Mann hat seine Tage
Erstellt am 22. Juni, 10:30 Uhr
Frauen und Fußball? Das widerspricht sich doch. „Fußball
ist Männersache. Davon verstehst du nichts, Schatz.“
Haben wir diesen Satz nicht alle schon mal gehört? Er
sitzt vor dem Fernseher, schaut sich gespannt das Spiel an,
während sie zum Bier und Chips holen verdonnert wird.
Frau ist gegen den Fußball machtlos. Oder doch nicht?
Fehlender Sachverstand, mangelndes Interesse – Dauerargumente
gegen Frauen beim Fußball. Auch die Medien schlagen
in diese Kerbe. Frau schwärme für die Beckhams und
Tottis dieser Welt, weil die so knackig und gutaussehend sind.
Frau solle den Mann doch lieber in sexy Bikinis in den Nationalfarben
becircen. Haben wir das nötig?
:: Der Mann wird zur
Frau
Seien wir doch mal ehrlich. Während der EM mutiert der
Mann zur Frau. Er hat seine Tage. Ist zickig, schlecht gelaunt,
wenn die Mannschaft schlecht spielt. Er wird wehleidig, wenn
das Zusammenspiel nicht klappt. Frustsaufen statt Frustessen.
Er hat keine Lust auf Sex. Kopfschmerzen, kein Wunder. Die
Fingernägel sind brüchig, leiden unter ständigem,
spannungsgeladenem Kauen.
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| Hübscher Fußball-Verstand.
Monica Lierhaus moderierte „ran“ und glänzt
jetzt mit Bundesliga-Fachwissen bei der „Sportschau“. |
Er wird plötzlich ordentlich. Hängt der Spielplan
nicht am gewohnten Platz, ist es um den Haussegen geschehen.
Er sorgt dafür, dass ständig genug EM-Verpflegung
im Haus und die private EM-Arena aufgeräumt ist, damit
auch ja nichts die Sicht auf den Fernseher versperrt.
:: Frau ist Nebensache
während der EM
Seine bessere Hälfte ist in dieser Zeit uninteressant.
Hauptsache, sie erspart sich unqualifizierte Kommentare. Darauf
reagiert er allergisch. Da kann sie eigentlich nur verständnislos
mit dem Kopf schütteln. Ob nun die eine Mannschaft mit
der besseren Taktik agiert, der Star-Stürmer unter Ladehemmung
leidet oder die Abseitsfalle zugeschnappt hat – am Ende
wird sich sowieso nur jeder an das Endergebnis erinnern.
Doch heutzutage kommt Frau am Fußball einfach nicht
mehr vorbei. Ständige Medien- und Werbepräsenz,
dazu Fußballer, die zu Pop-Stars werden. Fußball
ist auch zum Thema unter Frauen geworden.
:: Frauen-Fußballverstand
Frauen verstehen sehr wohl etwas vom runden Leder. Ob selbst
als aktive Spielerin, fleißige Fußball-Guckerin,
David-Beckham-Fan oder Frau, die einfach weiß, wann
sie ihre bessere Hälfte die Ruhe zum Fußball genießen
lässt. Deutschlands Frauen vereinbaren Fußball
harmonisch mit ihrem Leben:
Die Spielerin: Frauen-Fußball ist in Deutschland
auf dem Vormarsch. Sie kicken wie die männlichen Profis
und die deutsche Frauen-Nationalmannschaft ist Weltmeister.
Immer mehr Mädchen trauen sich auf den grünen Rasen
und lassen die Jungs alt aussehen. Die Fußball-EM ist
ein Muss für die Spielerin, die mit kompetentem Sachverstand
begeistert.
Der Deutschland-Fan: Deutschland vor, noch ein Tor!!!
Die Spiele des deutschen Teams verpasst sie nie. Während
der EM ist sie ganz aus dem Häuschen. Die Bundesliga
ist dem Deutschland-Fan egal, was zählt, ist das Nationalteam.
In schwarz-rot-gold sitzt sie vorm Fernseher oder noch besser
direkt im Stadion. Die Stärken und Schwächen ihrer
Spieler kennt sie in und auswendig. Go Germany!!
Der Star-Fan: Sie träumt von David Beckham
und Co. Nur wegen den knackigen Hintern und strammen Waden
schaut sie die EM-Spiele. Der Trikot-Tausch ist der Höhepunkt
des Abends für den Star-Fan. Sie hat den erotischen Reiz
des Fußballs für sich entdeckt.
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| Frauenpower auf den Tribünen.
Weibliche Fans sind der Hingucker bei der EM und heizen
ihren Mannschaften ordentlich ein. |
Die Nichtguckerin: Fußball ist nicht ihr Ding.
22 Männer, die einem blöden Ball hinterher laufen,
um ihn in ein Tor zu dreschen, entlocken ihr nur ein desinteressiertes
Schulterzucken. Aber wenn er begeistert vor dem Fernseher
sitzt, weiß sie, es ist besser, ihn in Ruhe zu lassen
anstatt so zu tun, als würde sie ernsthaftes Interesse
am runden Leder hegen.
:: Mythos Fußball-Analphabetin?
Abseits hin oder her. Fußball ist für Frauen längst
kein Rätsel mehr. Nur für den speziellen Zauber
des Spiels scheinen Frauen weniger empfänglich zu sein
als Männer. Fußball in Deutschland hat viel mit
Männlichkeit und männlichem Ego zu tun. Und das
fehlt Frauen bekanntermaßen. Frauen entdecken gerade
ihren Reiz am Spiel. Sei es drum, ob er Beckham oder Ballack
heißt. Frauen erfinden sich ihren Fußball, entdecken
ihre Begeisterung für das Spiel. Und die ist eben eine
andere als die männliche.
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