EM OLÉ zieht Bilanz
Spucker sind die großen Verlierer
Erstellt am 03. Juli, 09:30 Uhr
Was für eine tolle Europameisterschaft! Nach
Ansicht von UEFA-Generaldirektor Olsson war sie gar „die
beste EM, die es je gegeben hat“. Die EURO 2004 war
vor allem ein Turnier der Überraschungen: Während
etablierte Mannschaften wie Spanien, Italien und Deutschland
schon nach der Vorrunde abreisen mussten, stehen die beiden
Fußballzwerge Portugal und Griechenland im Finale. Und
nicht die hoch gehandelten Stars wie David Beckham, Thierry
Henry oder Christian Vieri brillierten auf dem Spielfeld,
sondern jugendliche Nobodys wie Arjen Robben, Milan Baros
oder Zlatan Ibrahimovic. Bereits einen Tag vor dem großen
Finale zieht EM Ole eine Bilanz der Europameisterschaft im
sonnigen Süden Europas.
:: Die Gewinner
Wayne Rooney
...verleitete die britische Zeitungslandschaft zu wahren
Jubelorgien. Mit seinem Doppelpack gegen die Schweiz und Kroatien
hatte er maßgeblichen Anteil am Viertelfinaleinzug der
Engländer. Ganz nebenbei avancierte der 18-Jährige
auch noch zum jüngsten EM-Torschützen aller Zeiten.
Das Urteil der „Sun“: „Rooney neuer König
von England“.
Milan Baros
...ist neben Pavel Nedved der große Gewinner im Team
der Tschechen. Der 22-Jährige vom FC Liverpool brillierte
mit guter Technik und war weder von den Holländern noch
von den Deutschen zu stoppen.
Angelos Charisteas
...ist mit bislang zwei Treffern Otto Rehhagels
erfolgreichster Torschütze des Turniers. Seine Leistungen
werden dem 24-Jährigen gehörig Rückenwind verschaffen
für die neue Saison bei Werder Bremen: Charisteas‘
Vereinssturmkollegen Klasnic und Klose enttäuschten und
sind schon lange wieder aus Portugal abgereist.
Philipp Lahm
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Philipp Lahm war einer der wenigen Lichtblicke
im deutschen Team.
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...setzte viele Glanzlichter auf der linken Seite im deutschen
Spiel. Dank ihm sowie Bastian Schweinsteiger, Arne Friedrich
und Kevin Kuranyi können die Deutschen mit einem Fünkchen
Hoffnung auf die WM 2006 im eigenen Land blicken.
Otto Rehhagel
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Sorgte mit seinen Griechen für
die Turnier-Sensation: "Rehhakles"
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...hat von Griechenland das Angebot erhalten, Ehrenbürger
des Landes zu werden. Und das kommt nicht von Ungefähr.
Mit guter Strategie („Modern ist, wer gewinnt!“)
führte der Trainerfuchs seine Mannschaft bis ins Finale
– und das bei der erst zweiten EM-Teilnahme Griechenlands
überhaupt. Gewinner-Trainer sind ebenfalls Karel Brückner
(Tschechien) und Felipe Scolari (Portugal).
Markus Merk
...erwies sich als umsichtig leitender Schiedsrichter ohne
große Fehlentscheidungen. Als Anerkennung darf er das
Finale pfeifen – und sorgt so gemeinsam mit Otto Rehhagel
dafür, dass die Deutschen nicht ganz aus Europas Fußballgedächtnis
verschwinden.
:: Die Verlierer
Francesco Totti
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Italienische Flops: Francesco Totti
(links) trat als Spucker in Erscheinung und Christian
Vieri als Chancentod und Exzentriker.
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...machte sich einen Namen als „Lama“. Aufgrund
seiner Spuckattacke gegen Christian Poulsen war das Spiel
gegen Dänemark das erste und einzige für Totti bei
dieser EM. Noch schlimmer trieb es der Schweizer Alexander
Frei. Der spuckte Steven Gerrard an und leugnete anschließend
vehement die Tat. Erst später folgte der Beweis durch
Fernsehbilder.
Christian Vieri
...setzte die Bälle massenweise per Kopf und Fuß
am gegnerischen Tor vorbei. Allein gegen Schweden vergab der
Stürmer von Inter Mailand vier Großchancen. Machte
außerdem mit seiner Hasstirade gegen die Medien auf
einer Pressekonferenz von sich reden.
David Beckham
...konnte seinem Führungsanspruch nicht gerecht werden.
Unmittelbar nach der unglücklichen 1:2-Auftaktniederlage
gegen Frankreich redete nicht der Kapitän, sondern Gary
Neville seinen Kollegen in der Kabine ins Gewissen. Im Viertelfinale
gegen Portugal brachte Beckham durch seinen verschossenen
Elfmeter die Engländer auf die Verliererstraße.
Ebenfalls peinlich: Der Star machte für seine enttäuschenden
Leistungen das unbefriedigende Training bei Real Madrid verantwortlich.
Dietmar Hamann
...steht sinnbildlich für das Scheitern der Deutschen.
Der Mann vom FC Liverpool konnte nie seine volle Leistung
abrufen. Viel besser machte es Bernd Schneider allerdings
auch nicht – ebensowenig wie die deutschen Stürmer.
Hier steht der Name Miroslav Klose stellvertretend für
die Angriffs-Misere. Die beiden einzigen deutschen Tore des
Turniers erzielten die Mittelfeldspieler Frings und Ballack.
Dick Advocaat
...vermochte es nicht, aus einer Ansammlung von genialen
Einzelspielern ein eingeschworenes Team zu formen. Fatal außerdem
seine Auswechslung in der Vorrunde: Als Arjen Robben gegen
Tschechien von Advocaat vom Platz geholt wurde, verlor die
Mannschaft nach 2:1-Führung noch 2:3. Nur aufgrund des
Unvermögens der Deutschen zogen die Holländer später
dann noch ins Viertelfinale ein. Ebenfalls ein Verlierer-Trainer:
Giovanni Trapattoni.
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