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Vier Freunde müsst ihr sein?
Die Deutschen im Endspiel!
Erstellt am 04. Juli, 16:02 Uhr
Zu einem großen Finale gehört auch, dass
die Rahmenbedingungen stimmen. Und genau diese Rahmenbedingungen
werden zum großen Teil aus Deutschland geliefert. Nicht
nur die beiden Tore, der Ball und die rote Karte kommen aus
Deutschland, sondern auch das Schiedsrichtergespann und der
Trainer eines Finalisten. Klar, dass da Gerüchte aufkommen,
der deutsche Trainer und die deutschen Schiedsrichter würden
zusammenhalten.
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Wollen "bestes Team der EM"
werden: Schräer, Merk und Salver (von links nach
rechts)
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:: Merk
verärgert
"Das sind alles Dinge, die von außen
herangetragen werden und mit denen ich mich nicht befassen
darf". Sichtlich verärgert reagiert Markus Merk.
Der "beste Schiedsrichter der Welt" (Günter
Netzer) will sich eigentlich konzentriert auf den Höhepunkt
seiner Karriere vorbereiten und muss sich jetzt mit den
hässlichen Gerüchten herumschlagen. "Wir
werden euch genau beobachten," drohte die portugiesische
Sportzeitung. Damit wird die Arbeit für Markus Merk
und seine beiden Assistenten Christian Schräer und
Jan-Hendrik Salver nicht leichter. Aber der 42jährige
Merk hat schon schwierigere Spiele gepfiffen und bis jetzt
immer souverän. So souverän, dass ihm bei der
EURO 2004 bisher kein nachweisbarer Fehler unterlaufen ist.
Außerdem will sich Merk ja auch für die WM 2006
im eigenen Land empfehlen. Allein deswegen wird Merk auf
die Freundschaft mit Rehhagel keine Rücksicht nehmen
im sportlichen Sinne natürlich.
:: Schräer
euphorisch
Merk würde allerdings auch nicht alles merken, wenn
er nicht seine beiden Assistenten hätte Linienrichter
und Christian Schräer wedeln mit ihren Fähnchen
(auch ein deutsches Fabrikat) sobald ein Spieler ins Abseits
läuft oder der Ball bei einer Bananenflanke die Außenlinie
überfliegt. "Es ist wie Weihnachten und Ostern zusammen,"
freut sich der 42jährige Schräer diebisch über
seinen Einsatz. Er wäre schon unheimlich stolz gewesen,
überhaupt zum deutschen Schiedsrichter-Trio zu gehören.
Was viele nicht wissen: Er hat zufälligerweise am gleichen
Tag wie Markus Merk Geburtstag, nämlich am 15. März
1962. Wohl auch ein Grund, warum Schräer und Merk auf
einer Wellenlinie funken: "Es ist sehr leicht vorauszusehen,
was Markus als nächstes machen wird, wenn ich einen bestimmten
Gesichtsausdruck feststelle." Blindes Verständnis
ist wichtig, wenn man ansonsten alles sehen muss. "Du
befindest dich bei einem so wichtigen Spiel in einem Konzentrationstunnel",
erklärt Schräer. Pfiffe, Krach der Fans und pöbelnde
Spieler dürfen einen bei der Urteilsfindung nicht ablenken.
:: Salver
aufgeregt
Jan-Hendrik Salver ist der zweite Fähnchenschwinger
und sehr, sehr aufgeregt: "Je näher das Endspiel
rückt, desto mehr muss ich meine Konzentration erhöhen."
Kein Fehler soll ihm unterlaufen, denn das würde das
gesamte Dreierteam schwächen: "Unser Erfolg hängt
offensichtlich sehr von Markus ab, aber wir haben als Mannschaft
zusammen gearbeitet". Mittlerweile sei man eine engverbundene
Einheit und nur so komme man, wie Griechenland und Portugal,
ins Endspiel. Sollte die Schiri-Leistung heute tadellos bleiben
und sich jegliche Kumpanei-Vorwürfe in Luft auflösen,
dann wollen die Drei in Portugal feiern. Allerdings will Jan-Hendrik
Salver auch so schnell wie möglich in seine Heimatstadt
Stuttgart zurück, denn er hat nach drei Wochen fürchterliches
Heimweh.
Daniel Frick
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