:: Eintracht in Lissabon
Einträchtig saßen englische und französische
Fußballfans in überfüllten Nachtlokalen
und diskutierten das Spiel. Viele französische Schlachtenbummler
mussten den englischen sogar Trost spenden und Taschentücher
für die Tränen reichen. Der Schock saß
bei den Engländern so tief, dass sie an Randale gar
nicht denken konnten. Viel Zeit wurde für die Analyse
des Duells aufgebracht, das sich mit Fug und Recht als
Spitzenspiel bezeichnen kann.
Durch die friedlichen Fans war es für die portugiesischen
Sicherheitskräfte ein ruhiger Abend. Eine Verhaftung
wurde im Zusammenhang mit dem Spiel gemeldet. Welche Nationalität
der Verhaftete hat und was ihm angelastet wird, teilte
die Lissabonner Polizei allerdings noch nicht mit.
:: Zwietracht in London
Durch die gute Zusammenarbeit zwischen den britischen
und portugiesischen Sicherheitsbehörden vor dem Turnier
war es ohnehin vielen Hooligans nicht gelungen, nach Portugal
einzureisen. Sie mussten in England bleiben. Wohl auch
ein Grund, warum es gestern in Croydon, im Süden
von London, zu heftiger Randale kam. 400 Randalierer zogen
aus den Pubs auf die Straße und schmissen Flaschen
und Gläser auf die herbeigerufene Polizei. Dabei
wurden zwei Polizisten verletzt, 14 Personen wurden festgenommen.
In Birmingham ein ähnliches Bild: 200 Jugendliche
zogen randalierend durch die Stadt, nachdem sie das Ende
des Spieles Frankreich und England auf einer Großleinwand
gesehen hatten. In der Kleinstadt Boston in Lincolnshire
kam es ebenfalls wegen des Spiels zu Übergriffen.
Zwei Polizeiautos und ein Laden brannten aus. Das Resultat
der Nacht: 85 Festnahmen und sieben verletzte Polizisten.
Was passiert gar, wenn England das nächste Gruppenspiel
gegen die Schweiz verliert?
:: Rückzieher von
Johansson
Nachdem die englischen Fans zumindest in Lissabon friedlich
geblieben sind, gab es auch friedliche Worte von UEFA-Präsident
Lennart Johansson: "Wir sollte nicht dem englischen
Verband oder seiner Mannschaft die Schuld für das
Verhalten von Hooligans geben". Seine frühere,
gegenteilige Aussage sei falsch interpretiert worden.