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So was gabs lange nicht: Das
Auftaktspiel stimmte Deutsche und Holländer
gleichermaßen zufrieden.
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Die Jungs von Rudi Völler kehrten um zwei Uhr nachts
zufrieden in ihr Hotel in Almancil zurück. "Wir
sind ganz ordentlich in das Turnier gestartet", meinte
Michael Ballack, der das Unentschieden "realistisch
gesehen für gerecht" hielt. "Wir haben
das beste Spiel seit langer Zeit gemacht", lautete
die Einschätzung von Kapitän Oliver Kahn. Der
Teamchef sah sich veranlasst, seiner Mannschaft ein Kompliment
zu machen. Franz Beckenbauer schrieb in seiner Kolumne
auf Bild.de: "Die Mannschaft hat mit einer unglaublichen
Leidenschaft gekämpft. Wenn die Einstellung stimmt,
kann eine deutsche Nationalelf nahezu jeden Gegner schlagen."
:: Holländer teilen
positive Einschätzung
Die Holländer bewerteten das Spiel ebenfalls sehr
positiv. "Ich glaube, wir können zufrieden sein",
sagte Phillip Cocu. Torschütze Ruud van Nistelrooy
hielt seinen Ausgleich für verdient und erklärte:
"Eine Niederlage wäre schlimm für uns gewesen.
Jetzt haben wir etwas mehr Ruhe." Laut Trainer Dick
Advocaat hatte sich Deutschland besser als erwartet präsentiert.
Auch er schätzte das Ergebnis als gerecht ein.
:: Fan-Ausschreitungen
blieben aus
Das gutklassige Spiel begeisterte natürlich auch
die Fans beider Lager. Nach Spielende ertönte tosender
Applaus aus beiden Lagern. Die befürchteten Ausschreitungen
blieben in Portugal aus ganz im Unterschied zu
den britischen Hooligans, die sich gestern Nacht erneut
Ausschreitungen mit der Polizei lieferten.
:: Erzfeindschaft seit
30 Jahren
Selten herrschte nach einem Duell zwischen Deutschland
und Holland soviel Eintracht. In der Vergangenheit hatten
diese Spiele immer wieder kriegsähnliche Situationen
ausgelöst. Ausgangspunkt war das WM-Finale 1974 in
München, als Gastgeber Deutschland den Favoriten
mit 2:1 besiegte. Seitdem beschäftigte die Niederländer
der Rache-Gedanke. In steter Regelmäßigkeit
kam es zu unschönen Szenen. Bei der WM 1978 boxte
Dick Nanninga Bernd Hölzenbein in den Magen, worauf
dieser ihn an der Nase packte.
Bei der EM 1980 erhielt Torhüter Toni Schumacher
von den Holländern einen Tritt in den Magen, was
dieser als "bislang schlimmstes Erlebnis in meiner
sportlichen Laufbahn" bewertete. Unvergessen natürlich
auch die Spuckattacke von Frank Rijkaard gegen Rudi Völler
bei der WM 1990. Die letzte große Gehässigkeitsattacke
von Deutschland breitete sich vor der WM 2002 aus, als
das Lied "Ohne Holland fahrn wir zur WM" zum
Gassenhauer avancierte.
Christoph Meichsner