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  :: Das Online-Magazin der Leipziger Journalistik zur Fußball-Europameisterschaft 2004 in Portugal
 
  MAGAZIN :: BERICHT

Portugal reagiert auf Hooligans

Zwei Jahre Gefängnis für britischen Hooligan

Erstellt am 17. Juni, 13:55 Uhr

Was bewegt Menschen dazu, ein friedliches Sportereignis durch sinnlose Gewalt zerstören zu wollen? Britische Hooligans verletzen nicht nur Menschen, sondern sorgen auch bei dieser EM dafür, dass die englische Nationalmannschaft vor der Disqualifikation steht.

Portugiesische Einsatzkräfte führen einen Randalierer ab

Portugiesische Gerichte reagieren nun im Schnellverfahren auf die Krawalle in Albufeira. Nachdem Bars und Discotheken verwüstet und 16 Menschen verletzt wurden, erhielten jetzt elf Briten und ein Russe die Ausweisung aus dem EM-Land. Einer der Ausgewiesenen, ein britischer Feuerwehrmann auf EM-Urlaub muss darüber hinaus als Rädelsführer der Krawalle eine zweijährige Haftstrafe in seinem Heimatland antreten. Sieben weitere englische Hooligans wurden zu mehrmonatigen Strafen auf Bewährung verurteilt.

:: Gewaltexzess im Badeort Albufeira

Hintergrund der Tat ist ein Gewaltexzess von etwa 200 überwiegend englischen Fans im portugiesischen Badeort Albufeira in der Nacht zum Dienstag. Neben den 12 bereits verurteilten Hooligans warten weitere 34 Rowdies, davon 33 Briten, auf ihre Aburteilung. Sie wurden bei erneuten Ausschreitungen im selben Vergnügungsviertel Albufeiras in der Nacht zum Mittwoch fest genommen. Hierbei wurden acht friedliche Fußballfans und Urlauber durch geworfenes Kneipenmobiliar oder Flaschen verletzt.

Nach den Worten des UEFA-Präsidenten Lennart Johansson droht dem englischen Team der Ausschluss aus der EM: "Zetteln englische Hooligans Krawalle an, werden wir das Team England nach Hause schicken". Allerdings korrigierte sich Johansson später: "Wir sollten nicht dem englischen Verband oder seiner Mannschaft die Schuld für das Verhalten der Hooligans geben". Ob die erneuten Ausschreitungen in der Nacht zum Mittwoch den UEFA-Präsidenten zu einer erneuten Kurswende bewegen, bleibt fraglich.

Markus Mähler

 
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