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  :: Das Online-Magazin der Leipziger Journalistik zur Fußball-Europameisterschaft 2004 in Portugal
 
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Da bleibt einem die Spucke weg...

Totti-Spucki, Kung-Fu-Schu, Nuno-Schubso

Erstellt am 18. Juni, 13:30 Uhr

Beleidigungen, Nasenbeinbrüche, Kung-Fu-Tritte – all das hat es bei vergangenen Welt- und Europameisterschaften schon gegeben. Francesco Totti reiht sich mit seiner Spuckattacke in die unrühmliche Liste der Fußballer ein, die sich durch extrem unsportliches Verhalten auszeichnet haben. Meistens wurden die Spieler gesperrt und haben damit ihre Mannschaft geschwächt.

Rudelbildung nach Spuckattacke von Rijkaard an Völler bei der
WM 1990.

Noch nicht mal eine gelbe Karte gab es allerdings für Deutschlands Nationalkeeper Harald Schumacher nach einem Kung-Fu-Tritt gegen den Franzosen Patrick Battiston im WM-Halbfinale 1982. Schumacher erwischt beim Herauslaufen den Franzosen so hart, dass er bewusstlos liegen bleibt. Schumacher kümmert sich nicht um den verletzten Spieler, besucht ihn allerdings später im Krankenhaus und entschuldigt sich. Gerechterweise wird Deutschland dafür nur Vizeweltmeister.
Nach ähnlich harten Einsteigen wurde übrigens Rafael Marquez für vier Spiel gesperrt. Er hatte bei der WM 2002 den Amerikaner Cobi Jones umgetreten.

:: Hauen uns Stechen im Mittelfeld

Tottis Landsmann Mauro Tassotti kassierte einst acht Spiele Sperre - und das bedeutete für ihn das vorzeitige Aus bei der WM 1994. Mit einem Ellenbogencheck bricht er seinem spanischen Gegenspieler Luis Enrique das Nasenbein und sorgt damit für den Präzedenzfall. Tassotti wäre ungeschoren davongekommen, hätte nicht der erste WM-TV-Beweis überhaupt für eine nachträgliche Sperre gesorgt. Glimpflicher kam da Frankreichs Superstar Zinedine Zidane davon. Er tritt bei der WM 1998 auf einen am Boden liegenden Spieler aus Saudi-Arabien ein und bekam gerade mal zwei Spiele Sperre. Frankreich wurde dennoch Weltmeister – dank Zidane.
Den unrühmlichen Sperrenweltrekord hält allerdings der Portugiese Abel Xavier. Er rastet zusammen mit seinem Kollegen Nuno Gomez im EM-Halbfinale 2000 gegen Frankreich aus. Xavier hatte zuvor Hand im Strafraum gespielt und damit für den Golden-Goal-Elfmeter für Frankreich gesorgt. Xavier bekommt wegen Schiedsrichterbeleidigung neun Monate Sperre, Nuno Gomez sieht die rote Karte und bekommt nachträglich sieben Monate Zwangspause verordnet. Er hatte den Schiedsrichter geschubst.

:: Spuckattacke aus dem Rückraum

Das Schlimmste allerdings ist und bleibt das Bespucken des Gegenspielers - und da ist Totti kein Einzelfall. Unvergessen -und fast schon legendär- bleibt natürlich das Achtelfinale bei der WM 1990: Deutschland gegen Niederlande. Den Niederländer Frank Rijkaard foult Rudi Völler und bekommt dafür die gelbe Karte. Aus Ärger über die Verwarnung rotzt Rijkaard in Völlers Pudellocken. Der beschwert sich daraufhin beim Schiedsrichter und bekommt selber die gelbe Karte. Eine Minute später springt Völler über den am Boden liegenden Holland-Torhüter van Breukelen. Rijkaard zieht Völler am Ohr. Rote Karte – und zwar für beide Spieler. Und wieder hat Rijkaard sein Mundwerk nicht im Griff und befeuchtet Rudis Haarpracht ein zweites Mal – drei Spiele Sperre für die EM-Qualifikation waren die Folge.
Ein Aus für vier Spiel kassierte auch Paraguays exzentrischer Torwart Jose Luis Chilavert. In der WM-Qualifikation gegen Brasilien 2001 spuckte er Roberto Carlos ins Gesicht. Carlos hatte zuvor mit einer abfälligen Geste den Torwart provoziert.
Die letzte dokumentierte Spuckerei im Profifußball ereignete sich übrigens im November 2003. Adrian Mutu von Chelsea London bekam in der Champions League eine Ladung Spucke ab – von seinem Gegenspieler Sinisa Mihajlovic. Der für Lazio Rom kickende Spieler musste eine Sperre von acht Spielen absitzen.

Daniel Frick

 
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