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  :: Das Online-Magazin der Leipziger Journalistik zur Fußball-Europameisterschaft 2004 in Portugal
 
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Nach dem Viertelfinaleinzug

Griechen und Portugiesen feiern riesige Freiluftpartys

Erstellt am 21. Juni, 10:55 Uhr

Der Einzug der portugiesischen und griechischen Teams ins Viertelfinale hat gestern Nacht die südlichen Sphären Europas in eine einzige Open-Air-Party verwandelt. Ganz Südeuropa? Nein, mit Ausnahme von Spanien – Tränen der Trauer bestimmten hier das Bild.

Die Freude der Spieler auf dem Feld schwappte nach Abpfiff auf das ganze Land über.

Wie grausam kann Fußball sein. Die Spanier mussten dies gestern Abend hautnah erleben. Nach der unglücklichen 0:1-Niederlage gegen Portugal müssen die vorher als Mitfavoriten auf den Titel eingestuften Männer um Trainer Inaki Saez bereits nach der Vorrunde ihre Koffer packen. Schon ein Unentschieden hätte zum Weiterkommen des jüngsten Turnierteams gereicht. "Die Spieler sitzen völlig enttäuscht in der Kabine und fühlen sich sehr schlecht“, gab der Trainer die Stimmung seiner Jungs nach dem Spiel wieder.

:: Mit dem Schlusspfiff brachen alle Dämme

Vollkommen anders sah die Welt beim Gegner aus. Nach verhaltenen Leistungen in den ersten beiden Gruppenspielen machten die Portugiesen mit dem Erfolg über den großen Nachbar, dem ersten seit 23 Jahren, die Teilnahme am Viertelfinale perfekt. Mit dem Schlusspfiff brachen alle Dämme – und das Feiern währte die ganze Nacht. Tausende Fans feierten mit Fahnen, Schals und Trikots in Lissabon auf dem Platz „Marques de Pombal“ und dem „Rossio“. Das Handynetz der Hauptstadt brach minutenlang zusammen. Wie in Lissabon veranstalteten begeisterte Portugiesen in allen großen Städten des Landes ein stundenlanges Hupkonzert auf den Straßen. Diese Geräuschkulisse ließ sich für die Fernsehzuschauer im ZDF wahrnehmen, als Michael Steinbrecher mit Schiri Eugen Striegel den Abend analysierte – die beiden befanden sich auf dem Dach eines Hauses in Lissabon.

:: Glückwunschtelegramm vom griechischen Ministerpräsidenten

In puncto Feiern stand die griechische Bevölkerung den EM-Gastgebern jedoch in nichts nach. Auch hier rannten die Menschen nach dem Abpfiff auf die Straßen und veranstalteten Hupkonzerte. Zahlreiche Leuchtkugeln wurden in den Nachthimmel über Athen gefeuert. Zuvor waren die Griechen als Gruppenzweiter in die Runde der letzten acht eingezogen – trotz 1:2-Niederlage gegen Russland. Der Erfolg bedeutet den bislang größten Triumph in der Geschichte der Nationalmannschaft. Großen Anteil daran hat Trainerfuchs Otto Rehhagel. „Alles, was jetzt kommt, können wir leicht nehmen. Wir haben nichts mehr zu verlieren“, meinte der Nationalcoach im Hinblick auf die nahe Zukunft. Der Erfolg veranlasste sogar den griechischen Ministerpräsident Kostas Karamanlis zu einem Glückwunsch. „Ich wünsche Ihnen weitere Erfolge“, schrieb er in einem Telegramm an Rehhagel und dessen Spieler.

Christoph Meichsner

 
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