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| Die Freude der Spieler auf dem
Feld schwappte nach Abpfiff auf das ganze Land über.
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Wie grausam kann Fußball sein. Die Spanier mussten
dies gestern Abend hautnah erleben. Nach der unglücklichen
0:1-Niederlage gegen Portugal müssen die vorher als
Mitfavoriten auf den Titel eingestuften Männer um
Trainer Inaki Saez bereits nach der Vorrunde ihre Koffer
packen. Schon ein Unentschieden hätte zum Weiterkommen
des jüngsten Turnierteams gereicht. "Die Spieler
sitzen völlig enttäuscht in der Kabine und fühlen
sich sehr schlecht“, gab der Trainer die Stimmung
seiner Jungs nach dem Spiel wieder.
:: Mit dem
Schlusspfiff brachen alle Dämme
Vollkommen anders sah die Welt beim Gegner aus. Nach
verhaltenen Leistungen in den ersten beiden Gruppenspielen
machten die Portugiesen mit dem Erfolg über den großen
Nachbar, dem ersten seit 23 Jahren, die Teilnahme am Viertelfinale
perfekt. Mit dem Schlusspfiff brachen alle Dämme
– und das Feiern währte die ganze Nacht. Tausende
Fans feierten mit Fahnen, Schals und Trikots in Lissabon
auf dem Platz „Marques de Pombal“ und dem
„Rossio“. Das Handynetz der Hauptstadt brach
minutenlang zusammen. Wie in Lissabon veranstalteten begeisterte
Portugiesen in allen großen Städten des Landes
ein stundenlanges Hupkonzert auf den Straßen. Diese
Geräuschkulisse ließ sich für die Fernsehzuschauer
im ZDF wahrnehmen, als Michael Steinbrecher mit Schiri
Eugen Striegel den Abend analysierte – die beiden
befanden sich auf dem Dach eines Hauses in Lissabon.
:: Glückwunschtelegramm
vom griechischen Ministerpräsidenten
In puncto Feiern stand die griechische Bevölkerung
den EM-Gastgebern jedoch in nichts nach. Auch hier rannten
die Menschen nach dem Abpfiff auf die Straßen und
veranstalteten Hupkonzerte. Zahlreiche Leuchtkugeln wurden
in den Nachthimmel über Athen gefeuert. Zuvor waren
die Griechen als Gruppenzweiter in die Runde der letzten
acht eingezogen – trotz 1:2-Niederlage gegen Russland.
Der Erfolg bedeutet den bislang größten Triumph
in der Geschichte der Nationalmannschaft. Großen
Anteil daran hat Trainerfuchs Otto Rehhagel. „Alles,
was jetzt kommt, können wir leicht nehmen. Wir haben
nichts mehr zu verlieren“, meinte der Nationalcoach
im Hinblick auf die nahe Zukunft. Der Erfolg veranlasste
sogar den griechischen Ministerpräsident Kostas Karamanlis
zu einem Glückwunsch. „Ich wünsche Ihnen
weitere Erfolge“, schrieb er in einem Telegramm
an Rehhagel und dessen Spieler.
Christoph Meichsner