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| Ernüchterung nach dem 0:1
durch Tomasson.
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Mit einem spektakulären Ende in der Gruppe C hat
sich Schweden als Gruppenerster für das Viertelfinale
der Europameisterschaft qualifiziert. Eine Verschwörung
mit Dänemark hat es dabei nicht gegeben, auch wenn
genau der Fall der Fälle eintrat, ein 2:2, welches
den Italienern nicht den Hauch einer Chance gab. Doch
die Schweden mussten lange zittern bevor gegen 22:30 alle
Dämme brachen.
Das O’Learys, ein Sportspub im Szeneviertel Slussen
war rappevoll mit über 250 Schweden, die sich einsangen
und ihre durstige Kehlen mit dem für Deutsche gewöhnungsbedürftigem
schwedischen Bier stillten. Die Stimmung war sehr angespannt,
welche Peter (36) auf den Punkt brachte: „Ich bin
sehr nervös und aufgeregt.“
:: Stimmungstief
nach dem 0:1
Eines ist allen Schweden anzumerken, sie sind sehr stolz
auf ihr Team und selbst ein Ausscheiden in der Vorrunde
hätte dem kein Abbruch getan und so genießen
sie den Augenblick des Erfolges in vollen Zügen.
Michael (41) sagt, es sei im Moment eine sehr gute Zeit.
„Das Fussballfieber ist sehr hoch.“ Was er
für das Team für möglich hält? „Den
ganzen Weg", kommt blitzartig seine Antwort.
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| Peter: "Ich bin unheimlich
nervös." |
Nach dem 1:0 für die Dänen sackte die Stimmung
merklich ab und auch die Einspielung von Musik konnte
sie nicht anheizen. Sollten wir etwa doch noch ausscheiden?
Bange Blicke zu den kleineren Fernsehern, wo sie die Italiener
verfolgen konnten bestimmten nun die Szenerie. Waren die
Medien doch zu voreilig, als sie die Schweden nach ihrem
grandiosen Auftaktsieg schon als Gruppensieger feierten.
Die Berichterstattung in den Gazetten ist sehr extrem
und braucht sich nicht hinter der Bild-Zeitung zu verstecken.
Jenny (30) ist selbst Journalistin und sagt: „Natürlich
haben die Medien total überreagiert, aber das ist
doch immer so. Die Menschen dagegen sind eher ein wenig
abwartender.“
:: Ausgerechnet
"Henke" trifft
Das 1:0 für die Bulgaren löste einen Jubelschrei
aus, doch die das würde bedeuten, dass Tschechien
der nächste Gegner ist. Man hoffte auf mehr im eigenen
Spiel. Denn gegen die Tschechen wollte man nicht spielen.
„Gegen die Tschechen fliegen wir raus, ohne Wenn
und Aber.“ sagte Peter. Mit dem verwandelten Foulelfmeter
durch Henrik Larrson bebte der Pub. Ausgerechnet "Henke"
machte wieder das Tor. Der verlorene Sohn, der zurückgeholt
wurde. In einer einmaligen Aktion mit über 60 000
Unterschriften holte sie ihren Gerd Müller ins Nationalteam
zurück. Sogar der König und der Ministerpräsident
Persson setzten ihre Unterschriften auf die Liste.
Die gute Stimmung mit vielen Fangesängen hatte aber
bald wieder ein abruptes Ende gefunden, als die Dänen
durch ihren Goalgetter Tomasson wieder in Führung
gegangen sind und die Azzuri auch schon den Ausgleich
geschafft hatten. Ein Tor mehr für die Italiener
und das "Tre Kronor Team" ist raus. Die Nervosität
war jetzt mit den Händen greifbar und die Dänen
vergaben eine Chance nach der anderen.
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| Jenny: "Wir sind eher abwartend." |
:: Ekstase
eine Minute vor Schluss
Die Minuten rannten davon und man schaffte den Ausgleich
nicht, bis zur Erlösung und zur vollkommenen Ekstase
in der 89. Minute, als Jonsson den Ausgleich erzielte.
Die sonst so zurückhaltenden Schweden kannten keine
Grenzen mehr und jubelten minutenlang. In ihren Freudentaumel
ging das 2:1 der Italiener vollkommen unter, was sie kurze
Zeit später erzielten. Es waren nur Sekunden, die
sie ins Viertelfinale und die Italiener in die Heimat
beförderten. Gelb-blaue Fahnen wurden geschwenkt,
ein aufblasbarer Fussball flog umher und große Plastikhände
mit der Nationalflagge wurden im Gleichtakt geschwenkt.
Jetzt heißt es auch am Samstag wieder „Gamla
Du Fria“ („Du altes, du freies Land“),
wenn die Schweden ihre Nationalhymne singen und stolz
sind auf ihre Henkes, Freddies und Zlatans.
Stefan Burkhardt
Burkhardt studiert Politikwissenschaften, Journalitik
und VWL. Zurzeit lebt er in Stockholm.